Niederlage gegen Japan: DTTB-Damen um Yuan Wan kämpfen um Bronze
Auch eine starke Annett Kaufmann kann das Halbfinal-Aus nicht verhindern. Noch gibt es aber ein großes Ziel für das Team um Yuan Wan vom TTC 1946 Weinheim.
Trotz einer erneut herausragenden Leistung der gerade mal 18 Jahre alten Olympia-Debütantin Annett Kaufmann haben die deutschen Tischtennis-Frauen am Donnerstagabend das Finale im Teamwettbewerb verpasst.
Kaufmann, Yuan Wan vom deutschen Vizemeister TTC 1946 Weinheim und Xiaona Shan mussten sich im Halbfinale den favorisierten Japanerinnen mit 1:3 geschlagen geben. Deutschland trifft nun am Samstag (10 Uhr) im Kampf um Bronze auf Südkorea, das im zweiten Halbfinale gegen Topfavorit China deutlich mit 0:3 verlor.
Die Niederlage gegen Japan konnte auch Kaufmann, die das deutsche Team mit zwei Siegen im Viertelfinale gegen Indien in die Runde der besten Vier geführt hatte, nicht verhindern. Sie gewann zwar das erste Einzel gegen Miwa Harimoto, immerhin Nummer acht der Weltrangliste, überraschend mit 3:0 und zeigte dabei eine Weltklasse-Leistung. Danach schlug der Teenager ungläubig beide Hände vors Gesicht. Für den Finaleinzug reichte es dennoch nicht.
Yuan Wan geht diesmal leer aus
Nach zwei Doppel-Erfolgen an der Seite von Yiaona Shan gegen die USA und Indien ging Yuan Wan am Donnerstag leer aus. Zwar kämpfte sich das deutsche Doppel gegen Hina Hayata und Miu Hirano nach einem 0:2-Rückstand im dritten Satz noch einmal heran (11:6), doch der vierte Durchgang ging dann wieder an die Japanerinnen.
Im Einzel war die 27-jährige Weinheimerin gegen die erfahrene Weltklassespielerin Miu Hirano anschließend chancenlos – trotz der lautstarken Unterstützung der deutschen Fans in der Halle. Yuan Wan unterlag glatt mit 0:3 (7:11, 6:11 und 9:11).
„Hirano ist schon so lange eine Topspielerin. Sie ist seit vielen Jahren in der Weltspitze. Bis zu diesem Level fehlt bei mir noch ein Stück. Ich habe es leider nicht geschafft, die krasse Leistungssteigerung meines Niveaus zu zeigen. Ich bin ein bisschen traurig, dass ich sie nicht noch mehr ärgern konnte, ihr vielleicht den letzten Satz hätte klauen können, um sie nervös zu machen“, wird Wan auf der Homepage des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) zitiert.
Zuversicht vor dem "kleinen Finale"
Und mit Blick auf das Spiel um die Bronzemedaille gab die TTC-Spielerin zu Protokoll: „Es wird nicht einfach gegen die Koreanerinnen, aber wir können es schaffen. Die sind auch nervös und gestresst. Wir müssen jetzt herunterkommen und uns neu fokussieren. Wir dürfen diesem Spiel nicht zu lange hinterhertrauern.“
Das deutsche Team werde den heutigen Freitag nutzen, um das Japan-Spiel noch einmal zu analysieren, auch ein lockeres Training ist vorgesehen. Ansonsten gilt für Wan, Kaufmann und Shan: „Wir werden uns genauso vorbereiten, wie wir das bisher vor jedem Spiel auch getan haben.“
Verletzungspech im deutschen Team
Tischtennisstar Timo Boll, der nach dem Viertelfinal-Aus der Männer gegen Schweden seine internationale Karriere beendete, wusste schon vor dem ersten Aufschlag um die Schwere der Aufgabe für das deutsche Frauen-Team. Ein Sieg gegen Japan wäre "wohl die größte Sensation von Olympia", hatte Boll gesagt.
Der Halbfinaleinzug war schon ein großer Erfolg für das ersatzgeschwächte Frauen-Team. Erneut fehlte die verletzte Nina Mittelham, die in der Weltrangliste bestplatzierte deutsche Spielerin, hatte sich bei ihrem Zweitrunden-Aus im Einzel in Paris eine Bandscheibenverletzung zugezogen. In Ying Han konnte eine andere deutsche Topspielerin wegen eines Achillessehnenrisses erst gar nicht nach Paris reisen.
(Mit Material der Deutschen Presse-Agentur - dpa)