Fußball

Auch gegen Kumpels will man nicht verlieren

Weinheims Trainer Lukas Cambeis und Heddesheims Offensivkraft Thorben Stadler haben eine gemeinsame Vergangenheit. Am Samstag treffen sie im Derby der Fußball-Verbandsliga aufeinander

Foto: Philipp Reimer Fotografie

Ob Thorben Stadler einmal Trainer werden will? „Ich will nichts ausschließen“, lacht der Mann, der mit seinen 34 Jahren auf die Zielgerade der aktiven Karriere eingebogen ist. Der Angreifer des FV Fortuna Heddesheim hat sich noch keine Gedanken über die Zukunft gemacht. Auch nicht, ob er noch weiterspielen wird. „Das werde ich mit meiner Frau besprechen, die Familie hat erste Priorität“, sagt der Mann mit der langen Fußball-Vita. Jetzt steht mit Heddesheim erst einmal das Derby in der Verbandsliga an. Am Samstag um 15.30 Uhr empfangen die Fortunen die TSG 1862/09 Weinheim im Stadion an der Ahornstraße. Der Dritte trifft auf den nur einen Punkt schlechteren Vierten. Eine von vielen Geschichten.

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Thorben Stadler (links) würde morgen mit der Fortuna gegen seinen Heimatverein gerne jubeln. Foto: Thomas Rittelmann
Thorben Stadler (links) würde morgen mit der Fortuna gegen seinen Heimatverein gerne jubeln.

Dabei treffen nicht nur auf Spielerseite viele Akteure aufeinander, die bereits das Trikot des anderen Vereins getragen haben. An der Seitenlinie steht mit TSG-Trainer Lukas Cambeis sogar einer, den Thorben Stadler aus Regionalliga-Zeiten kennt. „Wir haben viele viele Stunden zusammen im Auto verbracht“, lacht Cambeis. Vor 13 Jahren bildeten der Viernheimer und der Leutershausener eine Fahrgemeinschaft. Treffpunkt war der Park&Ride-Parkplatz am Hirschberger Gewerbepark. Ziel: das Wildparkstadion in Karlsruhe. „Da mit der U 23 vor mehreren Tausend Zuschauern zu spielen, das war schon cool. Wir wurden sogar mal Vierter“, sagt Cambeis. Und Stadler ergänzt: „Wir hatten eine junge, starke Mannschaft. Und obwohl der Verein damals weit weg von der heutigen Professionalität war, hat uns das nicht runtergezogen und wir haben trotzdem guten Fußball gespielt.“

Den spielt Thorben Stadler noch heute. Und den erwartet der Routinier mit jeder Menge Regionalliga-Erfahrung auch im Derby morgen. „Tabellarisch sieht das gut aus, wobei wir da vorsichtig sein müssen, weil wir einige knappe Siege hatten. Spielerisch ist bei uns, auch bei mir, noch Luft nach oben.“ Von der Statistik hält er nicht viel. Da stehen für Heddesheim vier Siege, zwei Remis und eine Niederlage zu Buche. „Statistisch hätten wir auch in Bretten klar gewinnen müssen, haben aber richtig schlecht gespielt und Dennis Broll hat uns sogar noch den Punkt gerettet“, spielt Stadler auf das überraschende 0:0 an.

„Lukas macht einen guten Job“

„Wir müssen wach sein, die Tabelle liegt eng zusammen. Bis zu Platz sieben sind es nur fünf Punkte Vorsprung“, sagt Stadler, der seinem ehemaligen Teamkollegen Lukas Cambeis in Weinheim gute Arbeit bescheinigt. „Die Weinheimer waren für mich zusammen mit Mühlhausen schon in den zwei Jahren unter Marcel Abele das spielstärkste Team. Dass es weiterhin so gut läuft, spricht dafür, dass Lukas einen ganz guten Job macht.“

Wie Stadler erwartet auch Lukas Cambeis ein enges Rennen gegen die Mannschaft von Trainer René Gölz, der schon Trainer bei der Fortuna war, als Cambeis mit Heddesheim 2018 vergeblich um den Oberliga-Aufstieg spielte. „Das wird mit Sicherheit ein enges und umkämpftes Spiel zweier guter Mannschaften. Die Heddesheimer sind individuell gut aufgestellt und älter als wir, das kann ein Vor- oder ein Nachteil sein. Wir wollen unseren Stil durchsetzen und das Spiel mit unserer Art Fußball entscheiden“, sagt der Coach, der es in sehr kurzer Zeit geschafft hat, dem Weinheimer Spiel einen neuen, seinen, Stempel aufzudrücken.

Wie emotional es am Samstag ab 15.30 Uhr in Heddesheim zugehen wird, hängt natürlich vom Spielverlauf ab. Der Umstand, dass sich fast alle Akteure aus dem Effeff kennen, sorgt auf jeden Fall für eine besondere Konstellation. „Das sind alles gute Jungs da auf dem Platz, die auch befreundet sind. Da hasst sich keiner. Aber natürlich willst du auch nicht gegen deinen Kumpel verlieren.“