Handball

Baden-Württemberg stellt größten Landesverband im DHB

Die Verschmelzung des Badischen, Südbadischen und Württembergischen Landesverbands ist perfekt. Und ein Schwetzinger wird Präsident

Peter Knapp soll Übergangspräsident bis zum 1. Juli 2025 werden. Foto: BHV
Peter Knapp soll Übergangspräsident bis zum 1. Juli 2025 werden.

Der gemeinsame Baden-Württembergische Handball-Verband (BWHV) ist beschlossen. An drei zeitgleichen außerordentlichen Verbandstagen haben Delegierte und Vereinsvertreter des Handballverbandes Württemberg (HVW), des Südbadischen Handballverbandes (SHV) und des Badischen Handball-Verbandes (BHV) am Samstag für die Verschmelzung gestimmt. Ab dem 1. Juli 2025 wird der BWHV e.V. also der größte Handball-Landesverband Deutschlands sein und mit über 150 000 Mitgliedern rund ein Fünftel aller Mitglieder in Deutschland (730 000) stellen. Im DHB-Bundesrat hat Baden-Württemberg so auch mit Abstand die meisten Stimmen aller Bundesländer (14).

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Sitz des Baden-Württembergischen Handball-Verbandes wird in Freiburg im Breisgau sein, die Geschäftsstellen bleiben in Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg. Von der Bündelung der Kräfte versprechen sich die Handballer Synergieeffekte, weniger Bürokratie, mehr Hauptamtlichkeit und einen größeren finanziellen Spielraum.

Württemberg machts spannend

Für eine solche „Fusion“ waren 75 Prozent der jeweils stimmberechtigten Versammlungsteilnehmer notwendig. Während in Südbaden (85,3) und Baden (87,7) das erforderliche Quorum deutlich erreicht wurde, ging es im Schönbuchsaal in Hildrizhausen (Kreis Böblingen), dem Tagungsort der württembergischen Handballer, um einiges knapper zu. In geheimer Abstimmung waren bei 121 anwesenden Delegierten 91 Ja-Stimmen für einen positiven Beschluss erforderlich. 95 Befürworter (79,2) gab es im mit rund 90 000 Mitgliedern größten der drei Landesverbände.

Peter Knapp Übergangs-Präsident

Bis zum 1. Juli 2025 werden die Geschäfte über Handball Baden-Württemberg e.V. gesteuert. Peter Knapp, der Präsident des BHV (Schwetzingen), fungiert als Übergangschef, sein südbadischer Kollege Alexander Klinkner und Eberhard Gloger, württembergischer Vizepräsidenten Bezirke, als Stellvertreter. 30 hauptamtliche Mitarbeiter, darunter auch die Trainer, sind beim BWHV beschäftigt. Hauptgeschäftsführer wird Thomas Dieterich, aktuell Verbandsmanager beim HVW. Peter Knapp freut sich, dass sich die jahrelang geleistete ehrenamtliche Arbeit im Vorfeld mit dem Ja zur Verschmelzung gelohnt hat: „Sonst hätten wir nicht die positive Stimmung bei unserem Verbandstag haben können.“

Frauen-Stützpunkt in Stuttgart

In einer digitalen Pressekonferenz sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann (Aschersleben): „Das Ergebnis ist sicherlich ein erfreuliches Signal, das auch andere Verbände in Deutschland ermutigen sollte, diesen Weg zu gehen.“ Der DHB will aus den bisher 22 Landesverbänden zunächst 16 gemäß den Bundesländern machen und seine Fördergelder mittelfristig nur nach an zehn Förderregionen verteilen. Auch von dieser Seite her war der Schritt zum HVBW alternativlos.

Der deutsche Handball-Chef stellte zudem als „Geschenk“, die Bildung des ersten Bundesstützpunktes im weiblichen Bereich in Stuttgart in Aussicht. Bei der Frauen-WM 2025 (27. November bis 14. Dezember) werden die Spiele der Vorrundengruppe mit der deutschen Nationalmannschaft in Stuttgart ausgetragen:

Im nächsten Schritt ist nun angedacht, den baden-württembergischen Handball in acht Bezirke, dem jeweils rund 75 Vereine angehören werden, aufzuteilen. Bisher gab es 14 Bezirke (SHV 4, BHV 2, WHV 8).