Handball

Warum alle wollen, dass die S3L II in der Regionalliga bleibt

In dieser Handballsaison wird es nur in den Oberligen einen Aufsteiger geben. Für alle anderen Vereine im Badischen Handball-Verband ist durch die neue Liga-Struktur der Klassenverbleib der maximale Erfolg

Der Kampf um die Spitzenplätze in den einzelnen badischen Ligen hat in dieser Saison eine noch größere Bedeutung. Foto: Simon Hofmann
Der Kampf um die Spitzenplätze in den einzelnen badischen Ligen hat in dieser Saison eine noch größere Bedeutung.

Als Badenliga-Absteiger dieser Saison hatte sich der TSV Birkenau den direkten Wiederaufstieg auf die Fahne geschrieben. Auch die Verbandsliga-Handballerinnen der S3L wollen so schnell wie möglich in die nächsthöhere Klasse. Die heißt inzwischen nicht mehr Badenliga, sondern Oberliga Baden. Das Problem für beide Teams: Ein Aufstieg in die dann neue Oberliga Baden-Württemberg ist am Ende dieser Saison 2024/25 unmöglich. Das hat keine sportlichen, sondern strukturelle Gründe.

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Der neue Handballverband Baden-Württemberg spielt im Bereich unter der Regionalliga Baden-Württemberg (früher BWOL) aktuell noch mit drei Oberligen Baden, Südbaden und Württemberg. Ab der Fusion zum 1. Juli 2025 Saison 2025/26 soll es aber nur noch zwei Oberligen Baden-Württemberg geben. Durch diese reduzierte Ligenanzahl (statt bislang fünf wird es auch nur noch vier Verbandsligen geben) und dem Verhältnis geschuldet, dass es in Württemberg dreimal so viele Mannschaften wie in Baden und Südbaden gibt, wird es unterhalb der Oberliga einen „Aufstieg“ nicht geben.

Deutlich mehr Württemberger

„Um den unterschiedlich großen Mannschaftszahlen der einzelnen Verbände gerecht zu werden, teilen wir die Ligen im Verhältnis 3:1:1 ein“, erklärt Karo Fath von der Spielleitenden Stelle im Badischen Handball-Verband. Auf jeweils ein Team aus Nord- und Südbaden kommen im Schnitt drei Württemberger. Schließlich sind im Württembergischen Verband 3800 Mannschaften im Spielbetrieb gemeldet, in Baden nur 1020. Die Verschlankung der Ligen soll dazu führen, dass nicht jedes Jahr Relegationsspiele gespielt werden müssen, sondern es ab der Saison 2025/26 dann einen geregelten Auf- und Abstieg in normalem Ausmaß geben soll.

„Durch die vom DHB vorgegebene Namensgebung der Ligen ist es zwar ein sportlicher Aufstieg, wenn der Verbandsliga-Erste aus Baden in einer künftigen Verbandsliga Baden-Württemberg dann nur mit ehemaligen Oberligisten zusammenspielen wird. Aber eben kein namentlicher“, sagt Fath, die verstehen kann, dass sich in diesem Fall ein „Aufstieg“ nicht als solcher anfühlen könnte. „Aber an der Namensgebung können wir leider nichts ändern.“

Es wird im BHV-Bereich also nur zwei namentlichen Aufsteiger geben: Die Meister der Oberliga Baden bei Herren und Damen. Generell gilt: Wer künftig in der gleich benamten Spielklasse bleiben will, sollte bestenfalls Platz zwei belegen, alle Plätze darunter sind abhängig von einem oder schlimmstenfalls zwei badischen Absteigern aus der Regionalliga.

Der Badische Meister darf hoch

Der Badische Meister (1. Platz in der Oberliga Baden) steigt automatisch in die Regionalliga Baden-Württemberg (höhere Liga) auf. Falls der Badische Meister auf den Aufstieg verzichtet, wird das Aufstiegsrecht an den Nächstplatzierten übertragen. Ein Verzicht auf den Aufstieg hat in dieser Saison keine weiteren negativen Konsequenzen für den Verein. Die Übertragung des Aufstiegsrechts ist maximal bis zum Drittplatzierten möglich.

Die weitere Zusammensetzung der Oberliga richtet sich nach dem Ranking, das sich an der Abschlussplatzierung der Saison 2024/25 orientiert. Vorausgesetzt es gibt keinen badischen Absteiger aus der Regionalliga (weder S3L II noch HC Neuenbürg) und der Badische Meister steigt auf, setzen sich die zwei Staffeln der Oberliga Baden-Württemberg 2025/26 wie folgt zusammen: Es qualifizieren sich die in der Oberliga Baden platzierten Teams der Plätze zwei bis sechs. Ebenfalls fünf Plätze stehen Südbaden zu, Württemberg stellt 14 Teilnehmer.

Die vier weiteren Plätze für die 28 Mannschaften in zwei Staffeln werden über Qualifikationsspiele ermittelt. Dabei müssen der Oberliga-Siebte und -Achte aus Baden gegen die an Nummer 16 und 17 gerankten Württemberger spielen. Alle Oberliga-Mannschaften unterhalb Platz acht werden in der Saison 2024/25 in einer der vier Verbandsligen spielen.

Frauen-Oberliga analog

Bei den Frauen wird es ab 2025/26 zwei Oberliga-Staffeln mit je zwölf Mannschaften geben. Auch hier steigt der Meister der Oberliga Baden direkt in die Regionalliga auf, in der mit HG Oftersheim/Schwetzingen und TG 88 Pforzheim zwei badische Teams vertreten sind, die für die Klubs unterhalb der Regionalliga bestenfalls nicht absteigen sollten.

Dann würden in der künftigen Oberliga Baden-Württemberg der Zweit- bis Fünftplatzierte aus Baden spielen. Südbaden stehen ebenfalls vier Plätze zu, Württemberg zwölf. Der Oberliga-Sechste und -Siebte müsste in zwei der insgesamt vier Spiele für die restlichen vier Qualifikationsplätze.

Quali-Spiele auch in Verbandsliga

In den künftig vier baden-württembergischen Verbandsliga-Staffeln sind bei den Herren neun, bei den Damen sieben Teams aus Baden vertreten. Gleiches gilt für Südbaden, Württemberg stellt bei den Herren 26, bei den Damen 22 Teams. Hinzu kommen jeweils vier Verlierer aus den Oberliga-Qualifikationsspielen sowie die acht Sieger aus den Qualifikationsspielen. Sicher in der künftigen Verbandsliga Baden-Württemberg gesetzt sind bei den Herren die jeweils drei besten badischen Verbandsligateams, bei den Damen die beiden besten. Immer vorausgesetzt, es gibt keinen Absteiger von oben und der Meister will hoch.

Aus der Oberliga rutschen der Neunte bis 14. in die Verbandsliga, aus der Oberliga der Frauen die Plätze acht bis zwölf. Die Verbandsliga-Plätze vier bis sieben (Herren) und drei bis sechs (Damen) bestreiten Qualispiele um den Verbandsliga-Verbleib. Die Verlierer spielen künftig in der Landesliga, wie auch die Verbandsliga-Plätze acht bis 14 (Herren) und sieben bis zwölf (Damen).

Künftig acht Landesliga-Staffeln

Die künftig 96 Landesliga-Teams spielen ab 25/26 in acht Staffeln. Baden und Südbaden stehen jeweils 14 Plätze zu, Württemberg 44. Der Rest ergibt sich auch hier aus Qualifikationsspielen. Das Ranking der Landesliga wird aus einem Pluspunkte-Quotienten, einem Tordifferenz-Quotienten und einem Erzielte-Tore-Quotienten berechnet.

Der künftige Bezirk 8 besteht aus Vereinen des Altbezirks Rhein-Neckar-Tauber (BHV) und des Altbezirks AES (BHV). Daher wird zur Spielklassenzuordnung für die Runde 25/26 auf das Ranking des BHV zurückgegriffen. Mannschaften der Landesliga 24/25, die nicht an der Qualifikation um die Landesliga 25/26 teilnehmen oder diese verlieren, werden in die Bezirksoberligen aufgenommen, sofern sie dem neuen Bezirk 8 angehören. Die danach verbleibenden Plätze in den Spielklassen des Bezirks 8 werden gemäß dem Ranking absteigend vergeben.

Ranking: Aufsteiger vor Absteiger

Das Ranking erfolgt in einer absteigenden Reihenfolge, basierend auf der aktuellen Spielklassenzuordnung und dem Tabellenplatz der Saison 2024/25. Es berücksichtigt auch die Aufstiegs- und Abstiegsberechtigungen gemäß der „Auf- und Abstiegsmatrix“, die auf der Homepage des BHV zu finden ist. Aufstiegsberechtigte Mannschaften werden vor den Absteigern aus den oberen Spielklassen gerankt. Der erste Aufsteiger wird höher gerankt als ein zweiter Aufsteiger, und der erste Absteiger wird niedriger gerankt als ein zweiter Absteiger.