S3L freut sich auf erstes Derby der Saison
Saase3Leutershausen empfängt die VTV Mundenheim zum Drittliga-Duell. Personelle Entspannung gibt es keine. Saisonstart auch in den anderen Ligen
Die Drittliga-Handballer der Spielgemeinschaft S3L freuen sich in der neuen Staffel Südwest auf ihr erstes Derby: Am Samstag um 19.30 Uhr kommen die VTV Ludwigshafen-Mundenheim in die Heinrich-Beck-Halle. Noch immer fehlen Coach Thorsten Schmid mindestens vier Stammspieler aus dem Kader der 1. Mannschaft. Yessine Meddeb soll nach seinem Kurzeinsatz bei der HSG Hanau langsam aufgebaut werden. Alexander Hübe, Max Preller, Leon Keller und Simon Spilger fehlen weiter. „Die Situation ist nach wie vor nicht einfach. Wir haben einige angeschlagene Spieler, die sich Woche für Woche durchquälen“, sagt Schmid.
Umso stolzer können Coach und Mannschaft auf die bisherigen Leistungen sein. Mit dem vierten Tabellenplatz hat sich die S3L bereits im oberen Drittel gut platziert. Der Sieg in Hanau war ein großer Erfolg. „Da gewinnen nicht viele Mannschaften. Dieser Sieg gibt uns Auftrieb und wir können mit ganz breiter Brust in das Heimspiel gehen.“
Die Munnremer Hornissen sind jedoch gut aufgestellt. „Das sind sehr kampfstarke Aufsteiger mit klarer Spielstruktur. Mit Tim Schmieder haben die Mundenheimer einen torgefährlichen Spieler im Rückraum und mit Aaron Schleidweiler einen ganz starken Kreisläufer.“ Schleidweiler warf im letzten Spiel der Hornissen gegen Friesenheim-Hochdorf elf Tore. „Wir sollten bereits in der ersten Halbzeit eine ordentliche Abwehr aufbauen“, hofft der Coach, ansonsten müsse man mit Geduld auf die offensive Abwehr der Gegner reagieren, nach Möglichkeit keine einfachen Bälle wegwerfen und über das Tempospiel Chancen nutzen.
Angesichts der vielen Verletzungen ist der vierte Tabellenplatz ein mehr als gutes Ergebnis. Mannschaft und Trainer hoffen nun beim ersten Derby auf ganz viel Unterstützung von den Fans. „Der Rückhalt von der Tribüne ist enorm wichtig“, sagt der Trainer.
Ende August hatte die alte Spielbetriebs GmbH der SG Leutershausen Insolvenz beantragt (wir hatten berichtet). In einer S3L-Pressemitteilung war es den Verantwortlichen der S3L wichtig zu betonen, dass es eine klare Trennung zwischen der finanziellen Lage der früheren SGL Spielbetriebs GmbH und der neuen Spielgemeinschaft S3L gibt. „Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun“, betont Uli Roth ausdrücklich. „Die S3L startet völlig neu und unbelastet.“ Geschäftsführung und Gesellschafter der S3L wurden rechtzeitig und ausführlich über die Insolvenz der früheren SGL Handball-Spielbetriebs GmbH informiert.
S3L II zum starken Aufsteiger
Dass es für das Regionalliga-Team der S3L angesichts der Personalsituation und der 4. Liga als Neuland für viele Spieler gegen den TV Bittenfeld schwer werden würde, war am vergangenen Samstag in der Sachsenhalle allen klar. Trotzdem war die deutliche 27:42-Pleite gegen den Aufstiegsfavoriten doch etwas ernüchternd. Rekapituliert man das aber mit einem gewissen Abstand, war nicht alles schlecht und S3L-Trainer Timo Baumann war ja dann auch nicht völlig unzufrieden. Die Mannschaft ist jung und muss sich erst noch finden. Zusammen mit der angespannten Personalsituation war das dann einfach zu viel.
Am kommenden Samstag fährt die S3L II zum starken Aufsteiger HSG Albstadt. Der hat zwar seine erste Partie in Plochingen auch verloren, 32:33 (19:15), das war aber eher in die Kategorie „selbst schuld“ zu verbuchen. Der Neuling verspielt eine Sieben-Tore-Führung. HSG-Trainer Andreas Wendel war kurz nach der Partie auch etwas ratlos: „Da passieren ein paar Dinge, die unerklärlich waren. Wir werfen einfach Bälle weg und schließen viel zu früh ab. “ Am Ende zog der Neuling den Kürzeren und will das im ersten Heimspiel sicherlich korrigieren. Nach der Württemberg-Meisterschaft bezwang Albstadt den Badischen Meister vom TV Hardheim mit elf und 13 Treffern klar. Dreh- und Angelpunkt sind die beiden Brüder Julian und Gregor Thomann, Mitte und Rechtsaußen. Am Wochenende zeigte sie sich für insgesamt 20 Treffer verantwortlich. S3L-Trainer Timo Baumann: „Vom Papier her ist es ein Aufsteiger, aber die bereits starke Mannschaft wurde im Sommer nochmals verstärkt. Das erste Heimspiel nach dem Aufstieg wird gut besucht sein und die Mannschaft möchte vor dem Heimpublikum die unglückliche Niederlage vom vergangenen Wochenende sicherlich vergessen machen. Wir wollen als Mannschaft erneut einen Schritt nach vorne machen, die einfachen Fehler reduzieren und in der Abwehr mehr Zugriff generieren.“ Die S3L II geht in der Mazmannhalle also wieder als Underdog in die Partie. feh/hm
Region. Am Wochenende ist auch in den des Badischen Handball-Verbands und des Bezirks Rhein-Neckar-Tauber Start in die neue Handballsaison. Letztmals in der alten Struktur, zum 1. Juli 2025 fusionieren Baden, Südbaden und Württemberg zum Handballverband Baden-Württemberg. Und das hat Folgen auf die Ligastruktur (wir haben berichtet). Einen nominellen Aufstieg wird es unterhalb der Oberliga Baden nicht geben, aus drei Oberligen werden zwei, aus fünf Verbandsligen vier – schon die Verknappung der Plätze wird dafür sorgen, dass ein Verbleib in den jeweiligen Ligen schwer wird.
Nicht umsonst hat sich deshalb fast jeder Verein den Klassenerhalt zum Ziel gesteckt, auch der TSV Birkenau bei den Herren und die S3L bei den Damen, die eigentlich gerne aufgestiegen wären. „Nominell können sie das nicht, sportlich schon. Denn die neue Verbandsliga 2025/26 wird deutlich stärker besetzt sein, als die Verbandsliga Baden jetzt“, sagt Karo Fath von der Spielleitenden Stelle des Badischen Handball-Verbandes. Für manche ein schwacher Trost, denn ein Aufstieg feiert sich eben besser.
Kleine Bälle in harzfreien Hallen
Die Birkenauer starten am Sonntag um 18 Uhr gleich in ein Spiel in einer harzfreien Halle. Bei der TSG Dossenheim wird erstmals die neue Regelung zur Anwendung kommen, dass in einer Halle mit Harzverbot mit kleineren Bällen gespielt werden muss. Kann der Gastgeber statt des bisher vorgesehenen Balls der Größe 3 (58 bis 60 Zentimeter im Umfang) nicht den kleineren mit einem Unfang von 55,5 bis 57,5 Zentimetern stellen, stellen die Gäste diesen Spielball. Sollte keins der beiden Teams den kleineren, mit mehr Grip versehenen Ball beisteuern können, kann weiter mit dem alten „großen“ Ball gespielt werden.
Unabhängig von der Ballgröße wird der TSV Birkenau mit seinem neuen Trainer Stefan Pohl einen Auftaktsieg anstreben. Spielfrei sind noch die Oberliga-Frauen des TSV Birkenau, die erst am Wochenende 28./29. September in den Spielbetrieb einsteigen – genau wie die Landesliga-Herren der HSG Weinheim/Oberflockenbach. Die Frauen der HSG müssen als Oberliga-Aufsteiger in Bruchsal ran. Die Herren und Damen der SG Heddesheim wollen jeweils in die Top Drei, da täten Auftaktsiege in der Fremde gut.
Oktoberfest in Laudenbach
Heimspiele in der Landesliga haben der TV Hemsbach (Sonntag, 18.30 Uhr) und die TG Laudenbach (Samstag, 17 Uhr), die im Rahmen eines Heimspieltags ein Oktoberfest veranstalten wird. Sportlich wird das von den Landesliga-Frauen der HSG Bergstraße um 19 Uhr in der Bergstraßenhalle abgeschlossen.
Schwer in Sachen Ligaverbleib dürfen es die Verbandsliga-Handballer der S3L III haben, die schon in den vergangenen Jahren als TVG Großsachsen nur knapp den Ligaverbleib geschafft hatten und dieses Jahr nominell und quantitativ deutlich schwächer aufgestellt sind. Aufsteiger TV Schriesheim geht dagegen optimistisch in sein erstes Heimspiel gegen Untergrombach. feh/hm/AT