Die S3L ist Mundenheim in allen Belangen überlegen
Saase3Leutershausen hat mit VTV Mundenheim leichtes Spiel. Stabile Abwehr und variabler Angriff lassen den jungen Gästen keine Chance
Derbystimmung in der Heinrich-Beck-Halle, spannend wurde es für die 450 Zuschauer aber nicht. Gastgeber Saase3Leutershausen ließ den VTV Mundenheim beim 39:26 (22:13) in der 3. Handball-Liga nicht den Hauch einer Chance. „Nachdem ich den kämpferischen Auftritt der Mundenheimer gegen Hochdorf gesehen hatte, war ich mir nicht sicher, ob wir da dagegenhalten wollen. Die Mannschaft hat die Antwort gegeben“, sagte S3L-Trainer Thorsten Schmid. Mundenheims Trainer Steffen Schneider konnte nur gratulieren: „Ein absolut verdienter Sieg der S3L. Wir hatten gehofft, dass irgendwann die Tür für uns aufgeht und wir dann durchgehen können, wenn wir unser Ding durchziehen. Aber die Tür war von Anfang an zu.“
S3L - Mundenheim 39:26
S3L: Ullrich, Lacic (ab 47. und zu einem Siebenmeter); Schreiber (6), Mastrocola (7), Meddeb (5/3), Sorda (1), Krämer (1), Schwenzer, Schwarzer (5), Weindl (3), Burkard (1), Schetters (2), Götz (5), Schmitt, Bauer, Kessler (3).
VTV Mundenheim: Cule, Nico Klein (ab 15.), Kunz (ab 31.); Horn (1), Wolsiffer (1), Schleidweiler (4), Eden (3), Novo, Schneider, Seitz (5/3), Niklas Klein (1), Seyfried (1), Schmieder (9), Riedmann (1), Seidenfuß.
Schiedsrichter: Hägele/Schmid-Denzinger.
Zuschauer: 450.
Zeitstrafen: 10:6 Minuten.
Siebenmeter: 3/3:5/3.
Ballverluste: 8:17.
Fehlwürfe: 20:24.
Paraden: Ullrich 12, Lacic 2/1 - Cule 2, Kunz 7.
Beste Spieler: Götz, Mastrocola, Schreiber, Krämer, Schwarzer - Schmieder.
Starke Teamleistung
Beim 5:5 (7.) hatten die Gäste durch ihren herausragenden Rückraumschützen Tim Schmieder letztmals ausgeglichen, dann zeigte sich die Überlegenheit der Spielgemeinschaft. Der überragende Spielgestalter Tim Götz, Yessine Meddeb, der nach überstandener Verletzung wieder mehr Spielanteile erhielt, und der mit acht Toren beste S3L-Schütze Luca Mastrocola sorgten für das 8:5, danach wurde es deutlich. „Unsere Abwehr war sehr präsent und im Angriff haben wir viele Lösungen angeboten, um die Mundenheimer Abwehr auszuspielen“, bescheinigte Schmid seiner Mannschaft eine starke Teamleistung.
Beim 10:6 versuchte Mundenheims Coach, mit einer Auszeit noch einmal gegenzusteuern, doch der S3L-Express war schon ins Rollen geraten. In der Abwehr hielten Sven Schreiber und Niklas Krämer das Zentrum dicht, nach anfänglichen Eingewöhnungsproblemen fand auch Torhüter Sebastian Ullrich in die Partie. Aus der gesicherten Defensive zog Saase3Leutershausen sein Angriffsspiel auf, wo der Rückraum die VTV-Abwehr schwindelig spielte. Egal, ob Sven Schreiber, Tim Götz, Luca Mastrocola, Hannes Weindl oder später auch wieder Yessine Meddeb – die auch körperlich unterlegenen Gäste konnten nicht dagegenhalten, auch weil die Aufbauspieler auch immer wieder den Blick für die Kreisläufer und den ebenfalls starken Rechtsaußen Fabian Schwarzer hatten.
Über 13:7 und 20:10 ging es zum 22:13-Pausenstand und auch im zweiten Durchgang ließen die Gastgeber nicht locker. Luca Mastrocola wurde zum besten Werfer der zweiten Halbzeit, doch die Verantwortung verteilte sich am Samstag auf zu viele Schultern, als dass sich die Pfälzer auf irgendetwas hätten einstellen können. „Wir haben nicht so schnell den Abschluss gesucht, unsere Abwehr stand gut und wir haben uns als Team besser aufgestellt gezeigt“, sagte Mastrocola, der auf der rechten Rückraum-Position wieder eine starke Partie machte. „Seitdem Yessine noch nicht ganz fit ist, habe ich das volle Vertrauen von Trainer und Mannschaft. Derzeit läuft es wirklich richtig gut“, sagt der wurfgewaltige Linkshänder, der in der vergangenen Saison noch von Verletzungen und Pfeifferschem Drüsenfieber ausgebremst wurde.
Jetzt ist er ein Faktor bei der S3L, die das Spiel bis zum 39:26 beherrschte. Das junge Mundenheimer Team verlor mit Raul Seidenfuß und Niklas Klein dann auch noch zwei Spieler verletzt, die Gastgeber zeigten sich stabil. „Wir waren in der glücklichen Lage, auch mal durchwechseln zu können“, sagte Schmid. Etwas, das die zweite Mannschaft gern hören dürfte, die bei ihrem Heimspiel am Sonntag auf Verstärkung „von oben“ hofft. Zumindest Tobias Schetters soll helfen.