Handball

S3L braucht 41 Minuten Anlauf

Saase3Leutershausen macht gegen Opladen zunächst zu viele Fehler. Dann sorgt der junge Torwart Adis Lacic für die Initialzündung

Rackerte in Abwehr und Angriff: Niklas Krämer verbuchte mit der S3L gegen Opladen einen Arbeitssieg. Foto: Gian-Luca Heiser
Rackerte in Abwehr und Angriff: Niklas Krämer verbuchte mit der S3L gegen Opladen einen Arbeitssieg.

Ja, die Trikots sind Gelb, die Wandbekleidung ist schwarz und die Roten Teufel von der Bergstraße sind passé. Aber die Handballfans in der Heinrich-Beck-Halle sind weiterhin da, wenn sie von ihrer Mannschaft gebraucht werden. Angetrieben vom Fanclub waren sie zur Stelle, als das Drittliga-Heimspiel am Samstagabend gegen den TuS 1882 Opladen in die entscheidende Phase ging. Bis zum 18:22 in der 41. Minute mussten die Unterstützer von Saase3Leutershausen leiden, dann zeigte die S3L, was wirklich in ihr steckt. Beim 32:29-(14:17)-Erfolg blitzten die spielerischen Möglichkeiten zwar immer nur phasenweise auf, doch dank einer sich steigernden Abwehr und dem ab der 35. Minute herausragende parierenden Adis Lacic im S3L-Tor feierten die Gastgeber einen verdienten Erfolg.

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„Adis kann man heute schon mal hervorheben, das hat er schon gut gemacht. Insgesamt gibt es von mir ein Kompliment an die Mannschaft für die zweite Halbzeit“, durfte sich S3L-Trainer Thorsten Schmid über die gute Reaktion freuen. Denn in Halbzeit eins konnte man aufgrund der hohen Fehlerquote des Angriffs und gerade einmal vier Paraden der beiden Torhüter schon einmal verzweifeln.

Die Gäste aus Opladen zeigten sich kämpferisch, steckten auch den frühen Ausfall ihres belgischen Nationalspielers Janis Beckers weg, der bereits nach vier Minuten mit einem von den TuS-Physiotherapeuten vermuteten Knöchelbruch vom Feld musste. Das beraubte die Westfalen einer Alternative. Doch durch geduldiges und druckvolles Spiel ergaben ich immer wieder Räume, vor allem für Oliver Dasburg, der für seine 15 Tore nur 18 Versuche brauchte. Während Opladen auch immer wieder den Pass zum Kreisläufer suchte und fand, lief bei der S3L im Angriff gegen die stabile Gäste-Defensive oft zu viel quer. Der 14:17-Rückstand zur Pause entsprach dem Spielverlauf.

"Fühle mich als Praktikant"

„Dann konnten wir zum Glück unsere Fehlerquote reduzieren und haben vorne besser getroffen“, sagte Adis Lacic. Der 19-Jährige im S3L-Tor wurde dann hinten zum Faktor. „Es ist toll, dass ich die Gelegenheit zum Spielen bekomme. Aber ich sehe mich mehr als Praktikant. Wenn es dann so klappt wie heute, dann macht es natürlich riesigen Spaß“, sagt der Zwei-Meter-Hüne. Nach dem 18:22 per Siebenmeter durch Darsburg hatten die S3L-Schützen ihr Visier eingestellt. Sven Schreiber (6 Tore/13 Versuche), Timo Götz (5/8) und Tim Burkard mit seiner einzigen Offensivaktion stellten binnen fünf Minuten auf 23:22 (46.). Erneut Darsburg markierte beim 24:24 (49.) noch einmal per Strafwurf den Ausgleich, dann machte sich die Breite des S3L-Kaders bezahlt. Luca Mastrocola (7/10), Yessine Meddeb (5/7) und Rechtsaußen Fabian Schwarzer nach einem klasse herausgespielten Treffer über Mastrocola und Krämer sorgten mit dem 28:25 (54.) für eine Vorentscheidung.

Dass das nun mit offenem Visier spielende Opladen nicht auf mehr als zwei Treffer herankam, lag auch an etlichen Ballgewinnen in der S3L-Defensive. „Wir haben uns peu à peu zurückgekämpft, auch dank Adis“, sagte S3L-Spielmacher Tim Götz, während er mit dem Fanclub abklatschte. „Und dann hatten wir eben auch ein paar Spieler im Angriff, die das Heft in die Hand genommen haben.“ Dazu gehörte auch der Regisseur selbst. Er wird der S3L im nächsten Spiel bei Titelfavorit HSG Krefeld Niederrhein am Samstag aller Voraussicht nach fehlen. Allerdings nicht krankheitsbedingt, sondern aufgrund eines mehr als ehrenwerten Anlasses: Götz soll Blutplasma für einen schwerkranken Menschen spenden.