Die S3L lässt ihre Fans zittern
Saase3Leutershausen zeigt gegen die HSG Rodgau/Nieder-Roden eine sehr wechselhafte Leistung. Das Regionalligateam erleidet einen Rückfall
Am Ende waren alle versöhnt: Das Heimspiel der 3. Liga wurde gewonnen und in der zweiten Halbzeit blitzte immer wieder auf, wie viel Potenzial eigentlich in der Mannschaft der S3L steckt. Vor allem Yessine Meddeb und Fabian Schwarzer überzeugten durch schnelle und entschlossene Tore. 31:27 (16:16) – so lautete dann auch der Endstand.
Doch richtig zufrieden war Trainer Thorsten Schmid nach dem Spiel nicht. „Wir haben uns das schon etwas anders vorgestellt“, räumte der Coach ein. Die Kompaktheit in der Abwehr und die Konsequenz im Gegenstoß und beim Abschluss habe oft gefehlt. „Wir kommen in dieses Spiel rein und verwerfen acht Bälle, bevor es zum ersten Tor kommt“, bemängelt der Trainer, so was sei eigentlich noch nie passiert.
Vor allem zu Beginn wirkte die S3L fast schon hilflos. Ohne größere Anstrengung ging die Gastmannschaft mit vier Toren in Führung, bevor Yessine Meddeb in der 7. Spielminute das erste Tor warf. Zu diesem Zeitpunkt witterten die Baggerseepiraten bereits Morgenluft und rechneten sich Chancen aus. „Wir haben am Anfang gut agiert und dann war das Spiel lange offen“, erklärte Coach Andreas Knaf. Vor allem in der Abwehr habe man gut gekämpft. Rodgau Nieder-Roden blieb immer wieder in Führung; mit 16:16 ging es in die Pause.
In der zweiten Halbzeit setzte sie die S3L zunächst mit Treffern von Niklas Krämer und Fabian Schwarzer ab, in der 42. Minute schien die S3L die Partie beim 23:19 wieder im Griff zu haben. Doch immer wieder kam Rodgau gefährlich nahe ran und verkürzte den Vorsprung. „Gerade in der zweiten Halbzeit hatten wir Phasen, in denen wir gezeigt haben, was wir können“, sah Thorsten Schmid auch Positives. Letztlich fehlte aber die Konsequenz, sodass der Gegner immer wieder aufholte.
Es blieb spannend bis in die letzten Spielminuten; Sven Schreiber und Yessine Meddeb sicherten auf den letzten Metern den Heimsieg. Die Fans jubelten ihren Jungs zu, darunter diesmal übrigens auch die ganz Kleinen. Mit der ersten Herrenmannschaft liefen die Minis und die Superminis mit ein. Saskia Hörtdörfer und Michi Wetzel sind da Trainerinnen und sie freuen sich auf das nächste Spielfest am 24. November in Großsachsen.
DKMS-Stand beim Heimspiel
Nach einer einwöchigen Spielpause geht es fürs S3L-Drittligateam nach Aldekerk kurz vor der niederländischen Grenze. Es ist die weiteste Anfahrt in dieser Saison. „Gut, dass wir vorher eine kleine Pause haben“, sagt der Coach. So habe man jetzt genügend Zeit, um Körner zu sammeln und sich auf dieses Spiel vorzubereiten. Am 23. November geht es in der Heinrich Beck-Halle gegen den TV Kirchzell. An diesem Abend wird im Foyer ein Stand der DKMS auf die Möglichkeit einer Stammzellenspende aufmerksam machen. Tim Götz, der als Spender vor wenigen Wochen einem krebskranken Menschen in den USA helfen konnte, war beim Heimspiel wieder mit auf der Platte und überzeugte mit mehreren Treffern. Vom Publikum wurde er für sein Engagement nochmals gebührend gefeiert. Er selbst wird am Stand auch Fragen beantworten.
S3L Handball: Lacic, Ullrich; Schreiber (3), Mastrocola (4), Meddeb (7), Krämer (6), Schwarzer (6), Seitz, Spilger, Weindl (1), Schetters, Götz (4), Keller, Preller, Kessler.
S3L II völlig chancenlos
Es war eine Partie, die die 150 Zuschauer in der Sachsenhalle an den Anfang der Runde erinnerte. Schade, denn nach den jüngsten beiden Spielen in der Handball-Regionalliga hatten sich die Fans mehr von der S3L II erhofft. Die zweite Mannschaft der Spielgemeinschaft Saase3Leutershausen war am Sonntagabend in der Sachsenhalle gegen den TV Willstätt beim 31:41 (13:24) von Beginn an chancenlos.
Dabei mussten die Gäste nicht einmal irgendetwas Besonderes auspacken, es reichte völlig, auf die Fehler der Heimmannschaft zu warten. Die gab es von Beginn an reichlich. Nicht die Abwehr war das Problem, sondern die Offensive, die keine Ideen gegen die Südbadener entwickelte und sich etliche Fehlabspiele, Fehlwürfe und technische Fehler erlaubte. So war es für Willstätt einfach, über die erste und zweite Welle schnell das 3:11 (15.) herauszuwerfen. Auch eine zwischendurch genommene Auszeit von S3L-Trainer Timo Baumann brachte keine Besserung. Die Fehler blieben und die nutzte Willstätt weiter gnadenlos bis zum 13:24-Pausenstand.
Beim 15:29 (38.) sah es nach einem kompletten Debakel für S3L aus. Willstätt schraubte etwas zurück und Timo Baumann gab der Jugend eine Chance. Die machten Spaß, hängten sich rein und konnten den Abstand nach schönen Treffern Moritz Keller, Philipp Alt, Jannes Koch und Frederik Schmitt auf 27:33 (51.) verkürzen. Doch der TV Willstätt war zu abgezockt und erzielte über die bärenstarke rechte Seite zwei schnelle Treffer, die den Funken Hoffnung der Heimmannschaft schnell erstickte.
Die S3L II muss sich jetzt schnellstens wieder aufrichten, denn am kommenden Samstag geht es zum TV Schutterwald. Die Südbadener haben auch erst zwei Punkte auf ihrem Konto. Das wird wieder ein immens wichtiges Kellerduell, in dem man definitiv anders auftreten muss. hm/feh
S3L Handball: Mangold, Schlafmann, Lacic; Keller (4), Gutsche (8/1), Anschütz, Ullrich (1), Seitz (4), Scholz (1), Koch (2), Alt (3), Kruse (2), Thierauf (4/1), Grössl, Schmitt (1).