Handball

Yessine Meddeb wechselt von der S3L nach Großwallstadt

Schon zum 1. Januar läuft der dynamische Linkshänder aus Leutershausen für den Zweitligisten auf. Für die Verantwortlichen keine Überraschung

Yessine Meddeb wird seine Tore künftig in der 2. Bundesliga werfen. Der TV Großwallstadt wird neue Heimat des dynamischen S3L-Spielers. Foto: Marco Schilling
Yessine Meddeb wird seine Tore künftig in der 2. Bundesliga werfen. Der TV Großwallstadt wird neue Heimat des dynamischen S3L-Spielers.

Die Personalgespräche bei den Teams von Saase3Leutershausen Handball laufen gerade erst an, da ist eine Entscheidung schon gefallen: Yessine Meddeb wird das Drittliga-Team bereits zum 1. Januar verlassen und künftig den Dress von Zweitligist TV Großwallstadt tragen. Sportlich und menschlich ein herber Verlust für die Mannschaft von Trainer Thorsten Schmid. Überraschend kommt es für die Verantwortlichen allerdings nicht.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

„Das schwang schon zu Saisonbeginn latent mit. Und natürlich bekommen die höherklassigen Klubs mit, was Yessine auf dem Kasten hat“, hörte Thomas Zahn, einer der sportlichen Leiter der S3L, die Nachtigall spätestens nach dem Drittliga-Heimspiel gegen den TV Kirchzell trapsen. Da war auch Michael Spatz, Sportlicher Leiter des TV Großwallstadt, Gast in der Heinrich-Beck-Halle. „Und der wollte sich sicher nicht nur Kirchzell anschauen.“

"Yessine hat das Zeug zur 2. Liga"

Dass der dynamische Linkshänder das Zeug zu Höherem hat und in der 2. Liga bestehen kann, schätzt auch Zahns Pendant Mark Wetzel so ein: „Wir wollen Yessine keine Steine in den Weg legen, sein Ziel war immer die 2. Liga. Und bei einem Spieler mit diesem Potenzial war uns immer klar, dass er auch Angebote aus höheren Ligen erhalten wird. Mannschaft, Team und Trainer seien dankbar, dass er so lange Leutershausen die Treue gehalten habe und auch mit Gründung der Spielgemeinschaft nochmals bei der S3L unterschrieben habe. „Aber natürlich wird er uns sehr fehlen.“ Im jetzt noch 18 Mann großen Kader müssten dann eben andere die Verantwortung übernehmen, damit die S3L auch weiter im oberen Drittel bestehen könne. Das ist das Ziel. Und dass das funktioniert, hat zu Saisonbeginn beispielsweise Luca Mastrocola bewiesen, der für den damals verletzten Meddeb beeindruckend in die Bresche sprang.

„Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung“, sagt Yessine Meddeb. Er sei schon länger in Kontakt mit Großwallstadt gewesen, eigentlich habe man sich auf die kommende Saison verständigt. Doch dann ging alles sehr schnell. Jetzt unterschrieb er für die nächsten zweieinhalb Jahre. „Für mich ist das die Chance, nochmals an den Profi-Handball anzuknüpfen“, betont Meddeb, der diesen Sprung vor seinem Engagement bei den Eulen Ludwigshafen versucht hatte.

"Der Abschied fällt mir schwer"

Dennoch habe er die letzten zwei Wochen etwas mit sich gehadert. „Der Abschied fällt mir sehr schwer, ich werde die Mannschaft vermissen“, sagt er. Er habe sich in Leutershausen immer sehr wohlgefühlt, „ich bin noch nie so gut in einem Team aufgenommen worden, auch die Fans hier sind einfach mega“, schwärmt der 24-Jährige. Yessine Meddeb kommt ursprünglich aus Edenkoben und spielte früher Fußball. Erst mit elf Jahren entdeckte er den Handball für sich. Dass er für seinen nächsten Karrieresprung einen Verein in der Region gefunden hat, machte Meddeb die Entscheidung zumindest etwas einfacher. Der TV Großwallstadt liegt in der 2. Liga derzeit auf dem 14. Tabellenplatz und geriet zuletzt wegen der Trennung des früheren Kapitäns Nils Kretschmer wegen Dopingverdachts in die Schlagzeilen. Das nächste Heimspiel steht für den TVG am 8. Februar auf dem Spielplan. Die S3L empfängt am 11. Januar Gelnhausen in der Beck-Halle. Dann allerdings ohne Meddeb.

Personalgespräche starten

Was die Personalplanungen bei den S3L-Herren insgesamt betrifft, wurden mit Spielern der ersten Mannschaft schon erste Gespräche geführt, Anfang des Jahres sollen dann auch positive Meldungen bekannt gegeben werden. Was das zweite Team in der Regionalliga angeht, steht Tom Zahn in engem Kontakt mit den Spielern. Gespräche hier starten im Januar.

„Unser Ziel ist es auch hier, die Mannschaft zusammenzuhalten und mit einer jungen, hungrigen Truppe auch in der kommenden Saison in der Regionalliga zu spielen. Und auch dafür brauchen wir eine schlagkräftige Mannschaft, die als zweite Mannschaft wirtschaftlich ins Gefüge passt“, sagt Zahn, der die Chancen für den Ligaverbleib als durchaus realistisch ansieht. Nach aktueller Lage der Dinge würde für den Ligaverbleib der viertletzte Tabellenplatz reichen. Und dafür fehlt der S3L II nach Abschluss der Hinrunde nur ein Punkt. „Die Entwicklungskurve der jungen Spieler geht in die richtige Richtung. Wir haben eine brutal junge Mannschaft, die den Ligaverbleib aber schaffen kann.“ AT/feh