Harte Zeiten für die S3L
Eine unglaubliche Verletzungsmisere bremst die Spielgemeinschaft aus. Viel darf jetzt nicht mehr passieren. Eine Momentaufnahme
Die beiden ersten Tabellenplätze für die Aufstiegsrunde hben nach 17 von 30 Spielen in der Süd-West-Staffel der 3. Handball-Bundesliga die HSG Krefeld Niederrhein und der TV Gelnhausen – mit deutlichem Abstand vor der Konkurrenz. Die neue Spielgemeinschaft von Saase3Leutershausen hat bereits neun Zähler Rückstand auf den zweiten Tabellenplatz. Aufgrund der Premierensaison in der neuen Konstellation hat die S3L aber ohnehin auf die Beantragung einer Zweitliga-Lizenz verzichtet.
Zum aktuellen Zeitpunkt würde das auch gar keinen Sinn machen. Denn der S3L fehlt es nicht nur am für die 2. Bundesliga nötigen Geld. Auch personell kriechen die Bergsträßer in der Saison 2024/25 fast kontinuierlich auf dem Zahnfleisch. Von daher ist der aktuell vierte Tabellenplatz schon aller Ehren wert. Zum ungewohnten Sonntagsspiel (17 Uhr) kommt mit der HSG Hanau der Tabellensechste in die Heinrich-Beck-Halle. Wir beleuchten die aktuelle Situation der Mannschaft von Trainer Thorsten Schmid.
Tim Götz mit Kreuzbandriss, Luca Mastrocola mit Schulterverletzung, Yessine Meddeb beim TV Großwallstadt. Hat die S3L noch ein konkurrenzfähiges Drittligateam?
Ja, das hat die Mannschaft beim jüngsten 32:28-Sieg bei den Bergischen Panthern eindrucksvoll bewiesen. Allerdings sind die Alternativen im Rückraum auf ein Minimum geschrumpft. Sven Schreiber läuft im linken Rückraum schon die komplette Runde heiß, hat als Abwehrchef ebenso eine krasse Doppelbelastung wie Niklas Krämer am Kreis. Hannes Weindl wird für den Rest der Runde die Hauptverantwortung als Spielmacher tragen, auch Bastian Seitz wird sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Mannschaft gebraucht. Der kann zumindest zwischen den Mannschaften wechseln. Der für die zweite Mannschaft vorgesehene Tobias Schetters kann das nicht. Spieler wie Leon Keller müssen früher wieder voll ran als geplant, weil auch noch Max Preller und Niklas Sorda ausfallen. Gut auch, dass Simon Spilger wieder einsetzbar ist und Lucas Bauer doch noch zur Verfügung steht.
Ist anhand der personell angespannten Situation mit teilweise bis zu zehn Verletzten in den beiden Herrenteams gleichzeitig nicht Handlungsbedarf?
„Aktuell nicht“, meint Mark Wetzel. Der hätte natürlich gern Entspannung in Form eines neuen Rückraumspielers. Aber nur dann, wenn der von der Qualität her direkt weiterhelfen würde. Und da gäbe der Markt nichts her.
Wie sieht es denn mit Alexander Hübe im Tor aus? Das SGL-Urgestein kam in dieser Runde noch gar nicht zum Einsatz.
Die SGL-Verantwortlichen hoffen, dass der zweite Eingriff nach Meniskusschaden im Knie mehr Erfolg hatte als der erste. „Hübi“ wird langsam aber sicher wieder ins Mannschaftstraining einsteigen und hofft, zum Saisonende nicht nur Sebastian Ullrich zu entlasten, sondern sich auch sportlich von seinen Fans verabschieden zu können. Dass der 41-Jährige noch eine Saison für die S3L im Tor stehen wird, gilt als eher unwahrscheinlich.
Was ist von der S3L in dieser Runde noch zu erwarten?
Das hängt von der Personallage ab und wie die verbliebenen Spieler die starke Belastung verkraften. Mit Götz und Meddeb fallen schließlich die beiden Hauptangreifer weg. Und im Februar ist keine Entspannung in Person von Rückkehrern aus dem Lazarett in Sicht. Die Aufgabe gegen Hanau wird nur mit einer ähnlichen Energieleistung wie zuletzt und mit den Fans im Rücken zu meistern sein. Danach geht es zu den abstiegsgefährdeten VTV Mundenheim (14.) und dem Siebten Saarlouis, ehe am 15. Februar der aktuelle Tabellendritte Longericher SC Köln kommt. Das Spiel beim Tabellenachten Opladen beschließt den Februar. Erst am 8. März gibt es wieder ein Heimspiel, dann aber kommt mit Krefeld der aktuelle Spitzenreiter. Bei der engen Tabellenkonstellation kann es für die S3L auch relativ tief nach unten in der Tabelle gehen. Die Gelb-Roten haben aber den Anspruch, so gut wie möglich abzuschneiden. Unter die Top fünf wollte man eigentlich kommen.
Wie weit sind die Personalplanungen schon gediehen?
Da hüllt sich die Sportliche Leitung noch in Schweigen, will aber in den nächsten Wochen konkret werden. Gespräche gab es schon mit der ersten Mannschaft, die zweite folgt in diesen Tagen. Veränderungen wird es im Tor geben, auch im rechten Rückraum braucht es Verstärkung.
Und die zweite Mannschaft?
Da dürfte sich personell deutlich mehr tun. Die sportlich Verantwortlichen und die Mannschaft wollen die Regionalliga halten, aber natürlich sind die jungen Talente auch für andere, zahlungskräftigere Vereine interessant. Der Sportliche Leiter Thomas Zahn gab sich zuletzt dennoch zuversichtlich, ein schlagkräftiges Team stellen zu können. Die Entwicklung der Mannschaft sei zu sehen und die Chance auf den Regionalligaverbleib ist bei der engen Konstellation am Tabellenende absolut gegeben. Beim Tabellendritten Schwäbisch Gmünd dürfte am Samstag nichts drin sein. Aber aktuell würde die S3L II die Klasse auf dem viertletzten Tabellenplatz halten. Allerdings ist auch hier mit Felix Kruse ein wohl länger ausfallender Spieler zu beklagen.