Handball

Die S3L-Aufstellung wird immer wilder

Saase3Leutershausen II bietet der Verletzungsmisere und dem TSV Weinsberg die Stirn. Die Helfer zeigen Moral.

Tim Anschütz (links) und Lukas Gutsche packen hier gegen Weinsberg kräftig zu, rechts beobachten Jannis Neuner und Jannes Koch die Szene. Am Ende unterlag die zusammengewürfelte Truppe von S3L II aber zu deutlich. Foto: Gian-Luca Heiser
Tim Anschütz (links) und Lukas Gutsche packen hier gegen Weinsberg kräftig zu, rechts beobachten Jannis Neuner und Jannes Koch die Szene. Am Ende unterlag die zusammengewürfelte Truppe von S3L II aber zu deutlich.

Großsachsen. Klaus Stein, einer der langjährigen Ordner in der Sachsenhalle, schüttelte nach dem Schlusspfiff den Kopf. Die Mannschaft bedankte sich artig bei den 220 Fans in der Sachsenhalle. Die applaudierten – nicht aufgrund des erneut ernüchternden Ergebnisses. Eher deshalb, weil sich S3L II in der Handball-Regionalliga an diesem Samstagabend mit dem Mut der Verzweiflung gegen den TSV Weinsberg gestemmt hatte. Beim 28:38 (11:18) vergeblich. Doch die Mannschaftsaufstellung lässt vermuten, warum die Gastgeber keine Chance hatten.

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Frederik Schmitt drückte sich nach dem Schlusspfiff einen Eisbeutel auf die Nase. Der junge Mann, der eigentlich in der dritten Mannschaft Verbandsliga spielt, machte als Spielmacher ein Riesenspiel, ging dahin, wo es wehtat. Und es tat oft weh.

Schmitt war einer von gleich drei Spielern von S3L III, auch Finn Sander und Marc Homes kämpfen normalerweise um den Verbandsligaverbleib. Max Kneier, Jannes Koch und Jonas Lachnitt spielen gar noch A-Jugend. Aus dem eigentlichen Regionalligakader standen neben dem Torhüterduo gerade mal vier Spieler zur Verfügung, die Regionalliga-Niveau haben, darunter ein Kreisläufer und zwei Außen. Der Rest: langzeitverletzt, krank oder mit der ersten Mannschaft zeitgleich beim Drittligaspiel in Mundenheim unterwegs. Es reißt nicht ab.

„So eine Verletzungsmisere ist wirklich unglaublich. Von daher hat es die Mannschaft gar nicht schlecht gemacht“, kann S3L-Trainer Timo Baumann nur noch mit den Schultern zucken. Eigentlich hatten die Bergsträßer das Spiel verlegen wollen, doch auch Weinsberg braucht jeden Punkt, um sich vom Tabellenende zu distanzieren. Und das taten die Weinsberger bei ihrem Sieg, das Ergebnis wurde dem aufopferungsvollen Kampf der Saasemer und Heisemer aber nicht gerecht.

In nächsten Spielen wieder besser?

Aufgrund der Verletztenmisere ersten Mannschaft half Bastian Seitz im Drittliga-Spiel aus, das live ins Foyer der Sachsenhalle übertragen wurde und doch den einen oder anderen Zuschauer mehr nach Großsachsen gelockt hatte. Niklas Thier-auf, den neben Lukas Gutsche letzten verbliebenen Rückraumakteur aus dem ursprünglichen Kader, hatte ein Virus erwischt. Jonathan Scholz war geschäftlich unterwegs. Doch die Moral stimmte, die Truppe kämpfte, angeführt vom zwölffachen Torschützen Lukas Gutsche. Bis zur 18. Minute lagen die Gastgeber beim 7:9 in Schlagdistanz und wer weiß, wie die Partie verlaufen wäre, wenn der künftige Bietigheimer Profi und 18-fache Torschütze Alen Hadzimuhamedovic nach einer Abwehraktion ins Gesicht von Moritz Ullrich statt einer Zeitstrafe, die durchaus mögliche Rote Karte gesehen hätte.

Auch beim 9:12 (23.) durch den zwischenzeitlich in den Rückraum aufgerückten Linksaußen Ullrich sah es gar nicht schlecht aus für S3L, ehe eine zu hohe Fehlerquote aus dem 10:14 (23.) den 11:18-Pausenrückstand machte. Die Gastgeber gaben nicht auf, beim 22:26 (42.) und 25:30 (48.) war man dran, ehe Lukas Gutsche mit zwickender Wade vom Feld musste. Mut machte der couragierte Auftritt trotzdem und dass Thierauf, Seitz und Scholz zurückkehren, lässt den Kader wieder besser aussehen.

S3L Handball: Mangold, Lacic; Gutsche (12/2), Anschütz (3), Ullrich (6), Neuner, Koch (1), Lachnitt, Kneier, Sander (1), Homes (2), Grössl, Schmitt (3).