Handball

Zum Regionalligastart gleich eine Lehrstunde für die S3L II

Saase3Leutershausen II wird von einem Regionalliga-Titelanwärter überrollt. Im dezimierten Team ragt Lukas Gutsche heraus. Der braucht aber dringend Verstärkung

Tobias Büttel kommt hier gegen Bittenfelds Abwehr frei zum Wurf, im Hintergrund Lukas Gutsche, der mit 13 Toren überragender Angreifer der S3L II bei der klaren Auftaktniederlage in der Regionalliga war. Foto: Katrin Oeldorf
Tobias Büttel kommt hier gegen Bittenfelds Abwehr frei zum Wurf, im Hintergrund Lukas Gutsche, der mit 13 Toren überragender Angreifer der S3L II bei der klaren Auftaktniederlage in der Regionalliga war.

Schon der TVG Großsachsen musste in den vergangenen Jahren um den Verbleib in Deutschlands vierter Liga beißen. Das wird sich auch in dieser Saison nicht ändern: Die zweite Mannschaft der zu dieser Runde neu gegründeten Saase3Leutershausen wird es schwer haben im Kampf um den Regionalligaverbleib. Zum Auftakt der Runde gab es eine deftige 27:42-Klatsche für die Gelb-Roten in der Sachsenhalle. Einen Einstand, den sich die Verantwortlichen sicher anders gewünscht hätten. „Es kommen auch wieder bessere Zeiten“, verabschiedete Hallensprecher Heiner Mayer die 150 Zuschauer nach dem Schlusspfiff der souveränen Schiedsrichter Baltz/Michels.

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Relativierend sei gesagt: Gegner TV Bittenfeld will als Farmteam des Bundesligisten Stuttgart den Sprung in die 3. Liga schaffen. Und die Verletzungsmisere der ersten Mannschaft zieht sich nach unten durch. Die S3L II musste mit zwei A-Jugendlichen und Laurenz Keil aus der dritten Mannschaft ran. „Wir wussten nicht, was uns erwartet. Und deshalb waren wir froh, dass die erste Mannschaft der S3L auswärts spielt und von daher keine Verstärkung von oben zu erwarten war“, sagte Bittenfelds Trainer Alexander Heib.

Abwehr viel zu löchrig

Das Gegenteil war der Fall: Die S3L II musste ihren spielenden Co-Trainer Tobias Schetters an die erste Mannschaft abgeben, die zeitgleich ihr Drittliga-Spiel in Hanau bestritt. Ein Umstand, der sich vor allem im Abwehrzentrum bemerkbar machte, wo sich Lukas Gutsche und Niklas Thierauf mit ihren Nebenleuten Tobias Büttel und Jannis Neuner meist vergeblich mühten. Bis auf die Anfangsphase, in der sich der Rückstand dank der Glanzvorstellung von Lukas Gutsche in der Offensive und einigen parierten Würfen von Moritz Mangold bis zum 5:8 noch einigermaßen in Grenzen hielt, war das junge S3L-Team gegen die in allen Belangen stärkeren Bittenfelder bald hoffnungslos unterlegen. Der 13:20-Pausenrückstand hätte trotz der körperlich klar schwächeren defensive allerdings nicht so klar ausfallen müssen, wenn die S3L zumindest ihre klaren Chancen verwertet hätte. „Wir haben phasenweise gezeigt, was möglich ist. Bittenfeld ist nicht unser Maßstab. Man hat gesehen, dass der eine oder andere heute doch noch nervös war. Letztlich geht es für mich darum, dass wir Schritte nach vorn machen. Und das haben wir bislang immer getan. Die Einstellung war top, aber letztlich hat uns am Ende dann auch die Kraft gefehlt, um gegen die starken Kreuzbewegungen und das 1:1-Spiel von Bittenfeld dagegenzuhalten“, resümierte S3L-Trainer Timo Baumann.

Im zweiten Durchgang verkürzten Tobias Büttel, der den ebenfalls bei der ersten Mannschaft mitgereisten Bastian Seitz vertrat, und Lukas Gutsche zwar auf 15:20, doch schon in der 39. Minute beim 16:25 musste Baumann die grüne Karte legen. Fast jeder Bittenfelder Angriff mündete in einen Treffer, die Gastgeber waren weder im Mann-gegen-Mann-Duell noch im Verbund in der Lage, den Spielfluss der Gäste zu stören. Die eingespielte Bittenfelder Truppe, die im Gros schon seit Jugendjahren zusammenspielt und auf einige erfahrene Leistungsträger baut, hatte so leichtes Spiel.

Ein zu leichtes, wie auch der mit 13 Toren überragende Lukas Gutsche befand. „Es haben schon viele Sachen geklappt, aber wir haben zu viele einfache Bälle weggeworfen, gerade in Überzahl“, befand der Mann, der mehr Entlastung brauchen wird und auch auf die Rückkehr des verletzten Philipp Alt hofft. Am Samstag geht es zum Aufsteiger nach Albstadt. Die S3L wird den Fokus auf sich selbst richten müssen. Und kann wirklich nur von Spiel zu Spiel denken, sonst kratzt die Lage zu früh zu sehr an der Moral.