Bittere Pleite von S3L II im Abstiegskampf
Das 33:37 gegen Söflingen kann Saase3Leutershausen noch richtig wehtun. In der zweiten Hälfte geht Bastian Seitz und die Disziplin verloren.
Großsachsen. Das tut richtig weh: Im so wichtigen direkten Duell im Kampf um den Verbleib in der Handball-Regionalliga war gestern Nachmittag in der Sachsenhalle alles gerichtet. Saase3Leutershausen II hatte mit Bastian Seitz, Simon Spilger und Leon Keller Verstärkung aus dem Drittliga-Team bekommen. Und dennoch sollte es für die Mannschaft von Trainer Timo Baumann nicht reichen. Am Ende stand ein bitteres 33:37 (16:14) gegen das bisherige Schlusslicht TSG Söflingen. Den Rückstand aufs rettende Ufer konnte S3L II nicht verkürzen. Er beträgt noch immer drei Punkte bei acht noch ausstehenden Spielen.
Während am Sonntag gegen 18 Uhr die ersten Hochrechnungen zur Bundestagswahl erschienen, ergatterte Söflingen zwei Big Points im Abstiegskampf. „Wir spielen zwar nicht unser bestes Spiel, haben es aber bis zur 45. Minute im Griff. Danach halten wir uns vorne und hinten nicht mehr ans Konzept und verlieren verdient“, lautete das Fazit eines enttäuschten Timo Baumann.
Seitz und Spilger stark
Die 250 Zuschauer in der Sachsenhalle sahen von Beginn an, wie wichtig die Partie für beide Mannschaften war. Viele technische Fehler und Fehlwürfe auf beiden Seiten zogen sich über die kompletten 60 Minuten. Trotz dieser Nervosität startete der Gastgeber besser, besonders Simon Spilger und Bastian Seitz führten die Mannschaft zu einer Zwei-Tore-Pausenführung. Seitz, der am Ende gegen die offensive Abwehr der Gäste mit seinem starken Eins-gegen-Eins oft erfolgreich war, war mit neun Toren bester Werfer, Spilger netzte sieben Mal. Auch nach der Pause hatte S3L das Spiel im Griff, wenn auch nur mit knapper Führung.
Söflingen blieb indes immer auf Tuchfühlung, besonders Robin Schieß und Isahia Klein (beide 9 Tore) bereiteten der S3L-Abwehrreihe große Probleme. Moritz Mangold im Tor der S3L bekam wenig zu fassen, auch der Wechsel auf Adis Lacic in Minute 38 brachte wenig Unterstützung von hinten. Ab der 45. Minute verlor das Team von Timo Baumann aber schleichend die Kontrolle über das Spielgeschehen. Das 26:25 durch Lukas Gutsche, der trotz der offensiven Abwehr gegen sich ein solides Spiel machte, war die letzte Führung dieses Spiels. TSG-Keeper Marco Marques half in dieser Phase seinem Team enorm. Er entschied das Torhüterduell deutlich für sich. Und ausgerechnet vor Beginn der Crunchtime wurden die Bergsträßer entscheidend geschwächt – Bastian Seitz kassierte seine dritte Zeitstrafe und musste in den entscheidenden Schlussminuten von der Tribüne mitfiebern. Ohne den Spielmacher verlor das team in den letzten sieben Minuten die Kontrolle, agierte zu hektisch. Beispielhaft hierfür: In Unterzahl „vergaß“ sein Team nach einem erfolgreich abgeschlossenen Angriff, Torhüter Adis Lacic wieder einzuwechseln und kassierte so ein vermeidbares und einfaches Gegentor (28:31, 54.).
Kontrollverlust zur Schlussphase
Robin Schieß sorgte mit seinem Treffer zum 29:34 fast für die Entscheidung (56.) für Söflingen. Ein letztes Aufbäumen gelang der S3L aber nochmals. Die Chance von Niklas Thierauf, den Rückstand auf nur ein Tor bei noch zwei Minuten Spielzeit zu verkürzen, verhinderte nur der Pfosten. Durch drei schnelle Tore der Söflinger in der letzten Minute wurde das Endergebnis deutlicher, als es der Spielverlauf widerspiegelte. Die bittere, aber verdiente Heimpleite konnte auch Leon Keller, der am Vorabend noch mit der „ersten“ in Opladen spielte, nicht verhindern. Am Tag danach bei der „Zweiten“ agierte er unglücklich.
Statt also bis auf einen Punkt ans rettende Ufer heranzurücken, beträgt der Abstand auf MTG Wangen weiterhin drei Punkte. Söflingen rückt unterdessen mit noch zwei Spielen weniger auf drei Punkte an die S3L II heran. Baumann blickte trotz des herben Dämpfers schon kurz nach Abpfiff wieder nach vorne. „Wir spielen noch gegen alle direkten Konkurrenten zuhause, es sind noch acht Spieltage. Am Ende zählt, wo wir stehen.“
Saase3Leutershausen II: Mangold, Lacic, Gutsche (8/1), Anschütz (1), Ullrich (2), Seitz (9), Spilger (7), Scholz (1), Thierauf (5), Grössl, L. Keller, Neuner, Kneier, M. Keller.