Handball

S3L hält den Hoffnungsfunken am Glimmen

Der 35:33-Heimsieg gegen den Tabellenvierten Ostfildern und gleichzeitige Patzer der Konkurrenz sorgen für Endspiel-Samstag.

Jonathan Scholz, Moritz Ulrich und Lukas Gutsche (von links) freuen sich über den Heimsieg und die kleine Chance im Endspiel am Samstag. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Jonathan Scholz, Moritz Ulrich und Lukas Gutsche (von links) freuen sich über den Heimsieg und die kleine Chance im Endspiel am Samstag.

Großsachsen. Am letzten Spieltag sprang endlich der Funke über. Und vielleicht ist das Handballwunder ja doch noch drin. Mit dem 35:33-(16:18)-Heimsieg gegen den Tabellenvierten HSG Osfildern hat sich das Team von Saase3Leutershausen II doch noch ein Endspiel erarbeitet. Und die Mannschaft von Trainer Timo Baumann durfte sich zu Recht von 200 diesmal stimmungsvoll mitgehenden Fans in der Sachsenhalle feiern lassen.

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Mit dem Erfolg gegen den Tabellenvierten aus Ostfildern hält S3L II die Chance auf den Klassenerhalt weiter am Leben. Das ist auch den Niederlagen der direkten Konkurrenten aus Blaustein und Wangen zu verdanken, die in Schwäbisch Gmünd beziehungsweise Söflingen eine Niederlage einstecken mussten. So gehen drei Teams punktgleich in den letzten Spieltag am Samstag, wobei S3L II weiterhin die schlechteste Ausgangsposition hat. Nicht wegen des schlechtesten Torverhältnisses, sondern aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs, der primär zählt. Die Bergsträßer müssen also am Samstag ab 20 Uhr beim TSV Heiningen gewinnen und Wangen (gegen Schlusslicht Schutterwald) oder Blaustein (gegen den Tabellenelften Weinsberg) müssten einen Punkt verlieren.

Dass der Endspurt noch rechtzeitig kommt, daran glaubt Jonathan Scholz. Der ehemalige Zweitliga-Linksaußen hat in der zweiten Mannschaft längst im Rückraum Verantwortung übernommen und glaubt noch fest an den Regionalligaverbleib. „Wir haben einen Lauf und werden in Heiningen gewinnen. Blaustein und Wangen haben jetzt Druck. Das wird ein Nervenspiel.“

Der Sieg in der Sachsenhalle gegen den Tabellenvierten war hochverdient, die Mannschaft von Timo Baumann ließ sich auch durch Rückschläge nicht aus dem Konzept bringen und hatte immer eine Antwort auf Lager. Bastian Seitz und Tobias Schetters kamen gut in die Partie und schnell lag die Heimsieben mit 7:4 (9.) in Front. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer, beim 10:12 durch den starken Janne Böhm im Gästetrikot hatte sich das Spiel gedreht. Beim Halbzeitpfiff lag der Gast mit 16:18 in Front und bestach vor allem durch schnelle und starke Kreuzbewegungen, welche die erneut mit Routinier Mathias Conrad verstärkte Defensive der Gastgeber nicht verteidigen konnte.

Simon Spilger verletzt sich

Im zweiten Durchgang lief dann aber Moritz Mangold im Gehäuse von S3L lief zur Hochform, vereitelte etliche Chancen der Gäste und traf auch noch selbst. Immer wieder garantierte die von Schetters und Conrad dirigierte Abwehr Ballgewinne, allerdings betrieben auch die Gastgeber Chancenwucher, als beim 27:22 in der 45. Minute mit Lukas Gutsche, Tobias Schetters und Simon Spilger gleich drei S3Ler frei vorm Tor an Gästekeeper Moritz Schlemmer scheiterten.

Dann der Schock: Beim 28:23 (47.) musste Rechtsaußen Simon Spilger verletzt das Spielfeld verlassen, der mit Verdacht auf Muskelfaserriss von der Platte humpelte. Er wird am Samstag in Heiningen aller Voraussicht nach fehlen.

Im Anschluss wurde es „wild“. Zuerst sah Gästeakteur Daniel Maier nach einem Schubser in der Luft gegen Niklas Thierauf die direkte Rote Karte, bevor Tim Anschütz seitens der Gastgeber keine zwei Minuten später mit der gleichen Aktion gegen Roman Fleisch folgte. Das brachte richtig Feuer in die Partie und die Fans sorgten für großartige Stimmung. Als es beim 28:26 (50.) und 31:29 (57.) nochmals brenzlig wurde, sorgte wiederum Moritz Mangold dafür, dass keine Zweifel mehr am Sieg von S3L aufkamen.

Glaube an den Handballgott

„Das war für den Abschluss wichtig heute, schön, dass so viele Zuschauer da waren“, freute sich Mathias Conrad, der demnächst 43 wird. Vor zwei Wochen sei die Anfrage gekommen, ob er noch einmal aushelfen könne. „Zuerst habe ich Nein gesagt, aber nach zwei, drei Trainingseinheiten ging es, auch wenn es wehtut“, lacht der Abwehrriese, der in Heiningen noch auf ein Happy End hofft. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ Johnny Scholz setzt auf sein Team. „Das war heute das Halbfinale, am Samstag kommt das Finale. Wir müssen unser Ding machen, alles andere entscheidet der Handballgott. Und ich bin mir sicher, dass er wieder auf unserer Seite sein wird.“ hm/AT

S3L Handball II: Mangold (2), Fuhrer; Gutsche (8), Anschütz, Ullrich (4), Neuner, Seitz (5), Spilger (5/2), Conrad, Scholz (4), Schetters (6), Thierauf (1).