Verletzungsserie hält an: Zwei neue Hiobsbotschaften für die S3L
Es hatte sich schon am Samstag angedeutet, jetzt ist es offiziell: Mit Tim Götz und Luca Mastrocola fallen weitere Leistungsträger für längere Zeit aus. Von der Konkurrenzfähigkeit der Mannschaft ist die Sportliche Leitung dennoch weiter überzeugt.
Das Winterwunder und der erhoffte Start in die Rückrunde mit einer starken und gesunden Mannschaft sind bei Handball-Drittligist S3L ausgeblieben. Mit nunmehr 20:12 Punkten sind die Bergsträßer stattdessen auf Platz fünf der Tabelle abgerutscht. Noch schlimmer aber: Tim Götz verletzte sich im Heimspiel am Samstag gegen den TV Gelnhausen nach einem gegnerischen Foul schwer und fällt definitiv bis zum Saisonende aus. Er erlitt einen Innenbandriss im Knie, ob auch das Kreuzband in Mitleidenschaft gezogen wurde, soll sich bei weiteren Untersuchungen klären.
Zudem verletzte sich Luca Mastrocola beim Training an der Schulter. Auch er wird Trainer Thorsten Schmid vermutlich die nächsten vier bis sechs Wochen nicht zur Verfügung stehen. Damit muss die erste Herrenmannschaft der noch jungen Spielgemeinschaft auf zwei weitere wichtige Stammspieler verzichten.
Dauerbelastung für gleich mehrere Spieler
Kurz zuvor hatte sich Yessine Meddeb dem Zweitligisten TV Großwallstadt angeschlossen – insbesondere Mastrocola sollte eigentlich dabei helfen, die große Lücke, die der dynamische Linkshänder zweifellos hinterlassen hat, zu füllen. Urgestein Alexander Hübe wird ebenfalls in dieser Saison nicht mehr ins Tor zurückkehren.
Für Schlussmann Sebastian Ullrich bedeutet dies eine hohe Dauerbelastung. Gleiches gilt für Sven Schreiber im Rückraum und Kreisläufer Niklas Krämer, die nahezu jedes Spiel in der Vorrunde über die volle Distanz auf der Platte gestanden haben. Ähnlich gefragt sind weitere Spieler des dezimierten Kaders, die jetzt ihre Teamkollegen ersetzen müssen. Noch offen ist, wann die längerfristig verletzten Max Preller, Nicola Sorda und Bastian Seitz wieder fit sind.
„Eine solche Pechsträhne habe ich während meiner ganzen sportlichen Laufbahn noch nicht erlebt.“ (Mark Wetzel, Sportlicher Leiter)
„Eine solche Pechsträhne habe ich während meiner ganzen sportlichen Laufbahn noch nicht erlebt“, klagt Mark Wetzel, Sportlicher Leiter der S3L. In der Spitze hatte man während der laufenden Runde mit bis zu zehn verletzten Spielern zu kämpfen, aktuell sind es immerhin noch sechs Akteure, die der Mannschaft nicht zur Verfügung stehen.
Es sei zum Verzweifeln und eine extreme Situation, so Wetzel, der allerdings auch betont: „Ich habe großen Respekt vor der Mannschaft und dem Trainerteam, die jetzt gemeinsam alles versuchen, um das Beste aus dieser Situation zu machen.“
Wetzel bittet um Geduld
Man müsse jetzt Geduld mit der Mannschaft haben und auch andere Ergebnisse akzeptieren, appelliert er an das Umfeld. Wie schwer es ohne Meddeb, Götz, Mastrocola und Co. in der ausgeglichenen 3. Liga Süd-West werden kann, wurde bereits bei der deutlichen Niederlage gegen Gelnhausen deutlich. Für Götz war nach sechs Minuten Schluss, auch Mastrocola konnte aufgrund seiner Verletzung nur kurz mitwirken – so sehr sich die zweite Garde in der Folge auch mühte, der Rückraum war fortan nahezu wirkungslos.
„Wir sind und bleiben dennoch wettbewerbsfähig.“ (Mark Wetzel)
Unter anderem mit Hannes Weindl, Leon Keller und Tim Burkard seien nach längerer Verletzungspause wieder Spieler in die Mannschaft zurückgekehrt, die nun von null auf hundert Verantwortung übernehmen müssten, weiß auch Mark Wetzel. Zugleich betont er trotzig: „Wir sind und bleiben dennoch wettbewerbsfähig.“
Lukas Bauer macht bis zum Rundenende weiter
Fast schon klar angesichts der Misere, dass die Verantwortlichen nun auch überlegen, in welcher Form man die Mannschaft noch einmal verstärken kann. In der laufenden Saison sei das jedoch erfahrungsgemäß schwer, weiß Wetzel. Immerhin habe sich Lukas Bauer bereit erklärt, bis zum Rundenende weiterhin zur Verfügung zu stehen.
Das allein dürfte jedoch kaum reichen, um weiter oben mitzuspielen. Bereits nach dem Gelnhausen-Spiel erklärte Trainer Thorsten Schmid, dass die nächsten Wochen schwierig werden könnten. Angesichts der neuen Hiobsbotschaften werden sie wohl noch schwieriger. feh/fran