Handball

Auch ohne Aufstieg soll es für die S3L der Titel sein

Die Frauen von Saase3Leutershausen haben sich nach der ersten Ernüchterung die Verbandsliga-Meisterschaft auf die Fahne geschrieben. Sauer sind sie trotzdem.

Lina Pauli gehört zu den talentierten Rückraumspielerinnen der S3L. Die will in dieser Saison Erster der Verbandsliga Baden werden, um sich auch für die Verbandsliga Baden-Württemberg zu qualifizieren. Mehr ist auch als Meister nicht drin. Foto: Philipp Reimer Fotografie
Lina Pauli gehört zu den talentierten Rückraumspielerinnen der S3L. Die will in dieser Saison Erster der Verbandsliga Baden werden, um sich auch für die Verbandsliga Baden-Württemberg zu qualifizieren. Mehr ist auch als Meister nicht drin.

Große Ernüchterung und blankes Entsetzen: So beschreibt Steffen Piffkowski, Trainer der Handballerinnen der S3L-Handballerinnen in der Verbandsliga, die Reaktionen seiner Spielerinnen, dass ein Aufstieg in der Spielzeit 2024/2025 nicht möglich ist. „Den Mädels ist die Kinnlade runtergefallen, denn das Ziel war ganz klar, Meisterschaft und Aufstieg“, sagt Piffkowski, um gleich eine Kampfansage hinterherzuschicken: „Es ist egal, dass wir nicht aufsteigen können, wir wollen am Ende ganz oben stehen.“

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Grund für den Nichtaufstieg sind strukturelle Reformen im neuen Handballverband Baden-Württemberg, in deren Fusion zum 1. Juli 2025 eine Reduzierung der Klassen stattfindet (wir haben berichtet). Piffkowski beäugt die Pläne mehr als kritisch: „Wir müssen aufpassen, dass wir die Basis bei aller Professionalisierung nicht schädigen. Dass ein Meister nicht aufsteigen kann, ist ein Unding.“ Ungeachtet dieser Tatsache hat sich die neue Spielgemeinschaft mittelfristig hohe Ziele gesetzt, um den Damenhandball an der Bergstraße wieder attraktiver zu machen.

Acht Neuzugänge

Dafür wurden für die anstehende Spielzeit acht neue Spielerinnen geholt, um vor allem in der Breite besser agieren zu können als in der Vorsaison. „Unser Kader war definitiv zu dünn, vor allem im Training. Jetzt arbeiten wir mit mindestens 15 Leuten kontinuierlich“, erklärt der Übungsleiter. Dabei hat sich die S3L durchaus namhaft verstärkt, Vanessa Dörr im Tor sowie Rückraumspielerin Maren Röllinghoff – beide aus Nußloch kommend – sieht Piffkowski als absolute Ausnahmen in der Liga. Kreisläuferin Sophie Pfenning bringt vom VTV Mundenheim Erfahrung aus der vierten Liga mit.

„An Qualität haben wir extrem dazu gewonnen und diese wollen wir auch aufs Feld bringen“, sagt der 52-Jährige. Dass es innerhalb der Mannschaft aufgrund des großen Kaders Reibereien gibt, befürchtet Piffkowski nicht: „Der Konkurrenzkampf ist nicht so verbissen, da wir auch einen zweite Mannschaft in der Landesliga haben. Der Zusammenhalt ist sehr groß.“ Kapitänin Manuela Miller sowie Röllinghoff sollen die Mannschaft führen.

Seit Anfang Juni bereitet der ehemalige Auswahltrainer seine Mannschaft auf das zweite Jahr in der Verbandsliga vor, die ersten sechs Wochen vor allem im athletischen Bereich mit abwechslungsreichen Einheiten aus Boxen, verschiedenen Workouts und Spinning. Anschließend wurde im handballtaktischen Bereich gearbeitet, in denen vor allem die Abwehr im Mittelpunkt stand.

Tempospiel als DNA

Zwei unterschiedliche Abwehrvarianten seien das Ziel für die kommende Spielzeit, um einerseits flexibler zu agieren, andererseits weiter voll auf Tempo spielen können. Mit durchschnittlich 18,4 Gegentoren stellte die S3L bereits in der Vorsaison die beste Abwehr der Liga.

„Unsere DNA ist das Tempospiel. Wir wollen nicht viel im 6:6 agieren, sondern zügig zum Abschluss kommen“, sagt Piffkowski. Die Richtung ist klar definiert, das Ziel Meisterschaft ebenfalls. Denn um auch 2025/2026 einen sicheren Platz in der Verbandsliga zu haben, ist Platz zwei notwendig.