Handball

Beim TV Schriesheim sollen viele ins Boot

Luca Michels trainiert den TV Schriesheim mit seiner Schwester Sina und setzt aufs Mitspracherecht. Der Verbandsligaverbleib wird alles andere als einfach

Der TV Schriesheim startet mit fünf Zugängen und seinen neuen Trainern Sina (links) und Luca Michaels (rechts) als Aufsteiger in die Verbandsliga. Neu im Kader sind Finn Ott, Benjamin Gärtner, Marco Schramm, Lukas Funk und Nicolai Mohr (von links). Foto: Michels
Der TV Schriesheim startet mit fünf Zugängen und seinen neuen Trainern Sina (links) und Luca Michaels (rechts) als Aufsteiger in die Verbandsliga. Neu im Kader sind Finn Ott, Benjamin Gärtner, Marco Schramm, Lukas Funk und Nicolai Mohr (von links).

Den wilden Rechenspielen, die die Neustrukturierung der Spielklassen im Baden-Württembergischen Handballverband zur Saison 2025/26 mit sich bringt, will Luca Michels gar keine Beachtung schenken. „Irgendwer hat sich das ausgedacht. Wir können nichts daran ändern. Unser realistisches Saisonziel ist ein Mittelfeldplatz. Platz sechs oder sieben wäre als Aufsteiger herausragend. Wenn das dann für den Verbandsligaverbleib reicht, umso besser. Wenn wir aufgrund der Konstellation dann als Siebter oder Achter absteigen, dann ist das halt so.“

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Geschwisterpaar als Trainerduo

Luca Michels ist neuer Trainer des TV Schriesheim. Gemeinsam mit seiner Schwester Sina wird er die Hauptverantwortung tragen, nachdem der langjährige Coach Michael Schröder nach dem Verbandsliga-Aufstieg seinen Hut nahm und sich jetzt um die B-Jugend-Handballerinnen des TVS kümmert.

Die Michels stehen für flache Hierarchien. „Klar sind meine Schwester und ich die Trainer. Aber gerade die Erfahreneren im Team, wie Peter Mohr, Flo Baltz oder Marvin Wachter, sollen mit ins Boot, da wollen wir Input haben. Überhaupt: Wenn jeder in die Verantwortung geht, dann sind auch alle bereit, den einen Schritt mehr zu machen, den wir machen müssen“, sagt der Spielertrainer.

Denn dass der Aufsteiger eine knackige Saison vor sich hat, das ist den Schriesheimern klar. Zuletzt maßen sich die Weinstädter mit den Oberligisten SG Heddesheim und HSG Weschnitztal. „Gar nicht so schlecht“, wie Michels findet. „Auch wenn die natürlich mehr Gas geben können, um am Ergebnis zu drehen.“ Insgesamt waren es 14 Vorbereitungsspiele inklusive eines eigenen Turniers, das der TVS nutzen wollte, um einen optimalen Saisonstart zu erwischen.

„Bis auf eine Partie waren wir allerdings nie komplett. Ich kann den Spielern ja schlecht Urlaub verbieten“, sagt Michels, der auch deshalb öfter selbst auf der Platte stand. „Eigentlich wollte ich ja kürzertreten, aber es macht einfach auch noch zu viel Spaß“, sagt der Mann, der zusammen mit seinem Abwehrchef Florian Baltz auch als Schiedsrichter seiner Leidenschaft nachgeht.

Kaum Veränderungen im Team

Jetzt werden die Schriesheimer also wohl doch die ersten Verbandsligaspiele brauchen, bis sie sich als Mannschaft wirklich gefunden haben. „Das wollten wir eigentlich vermeiden, wollten eingespielt in die Runde gehen.“ Zugute kommt dem Aufsteiger dabei, dass sich die Aufstiegsmannschaft kaum verändert hat. Mit David Kuhn, Robin Grimmer und Marc Havemann gibt es nur drei Abgänge zu verzeichnen, Benni Gärtner verstärkt künftig das Torwart-Quartett, zu dem sich auch A-Jugend-Keeper Lukas Funk gesellt.

Liviu Ianos Torwarttrainer

„Er soll vorrangig A-Jugend spielen, hat aber die komplette Vorbereitung mitgemacht, war immer da und profitiert vom Torwarttraining mit Liviu Ianos, der auch uns helfen wird. Deshalb wird er auch Einsatzzeit bei uns bekommen. Auch die aus der Jugend kommenden Finn Ott und Marco Schramm machen ihre Sache gut, dürfen sich noch mehr zutrauen. Das freut mich total, dass wir da vereinsintern nachlegen können.“

Nicolai Mohr, der zuletzt in Dossenheim aktiv war und wie Rechtsaußen Jeffrey Asamoah eine Handballpause hinter sich hat, hat ebenfalls eine Schriesheimer Vergangenheit. Der Anteil eigener Spieler ist also weiter gestiegen. Als Titelfavorit nennt Michels den TSV Handschuhsheim, ein Team, das seit Jahren zusammenspielt. Vielleicht kann der TVS den einen oder anderen „Großen“ ärgern, ganz ohne Druck.