Der SC United Weinheim geht auf Ursachenforschung
Weinheimer A-Ligist hinkt seinen Ansprüchen hinterher. Platzt der Knoten gegen Heddesheim? Auch in der B-Klasse und Kreisliga warten interessante Spiele
Mit großer Motivation und einem hohen selbst auferlegten Anspruch ist der SC United Weinheim in die Saison gestartet. Perspektivisch soll die A-Klasse für den noch jungen Verein nur Durchgangsstation sein. Dieser Ansage hinkt der Club zum Saisonstart der Kreisklasse A2 mit erst einem Punkt aus drei Spielen etwas hinterher. „Wir versuchen gerade noch herauszufinden, woran es liegt. Vielleicht fehlen noch ein wenig die Spritzigkeit und Kaltschnäuzigkeit. Irgendwie will es noch nicht so recht klappen“, verrät der zweite Vorsitzende Sükrü Cansiz, schiebt aber umgehend nach: „Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden mit Spielern und Trainer.“
Für Cansiz und die Verantwortlichen spielt sich derzeit ein Déjà-Vu ab. Bereits in der Vorsaison war der SC United schwach gestartet, musste dann erst einmal wieder Ruhe reinbringen, um erst richtig durchzustarten. Die fehlenden Punkte des verkorksten Saisonstarts konnten im Schlussspurt aber nicht mehr aufgeholt werden, um in der Schlussabrechnung noch ein Wörtchen mitzureden. „Dieses Jahr sind wir sehr darum bemüht, diese Phase kürzer zu halten“, so Cansiz. Dies fällt aber hauptsächlich in den Tätigkeitsbereich von Neu-Trainer Muhammed Rasit Yilmazer, von dem sich Cansiz überzeugt zeigt: „Er hängt sich sehr rein. Er redet auch viel mit den Spielern, Kommunikation ist hier das A und O.“
Heddesheim wird Anspruch gerecht
Auch die neuen Spieler wie auch die Langzeitverletzten, die nun wieder hinzugestoßen sind, wurden schnell integriert, sodass das Feld bereitet ist, um zum Hürdensprint anzusetzen. Wie weit der SC United Weinheim hier bereits ist, kann schon die nächste Partie offenbaren. Dann ist mit dem FV Fortuna Heddesheim II der aktuelle Spitzenreiter und damit die Mannschaft der Stunde zu Gast. „Sie haben bislang gezeigt, dass sie Tore schießen können. Daran müssen wir auch anknüpfen, dann rechne ich mit einem Spitzenspiel auf hohem Niveau.“
Ebenfalls noch auf den ersten Sieg wartet der FV Leutershausen II. Die Trauben für die erste Drei-Punkte-Party hängen allerdings sehr hoch, denn der Gegner ist der noch verlustpunktfreie Kreisliga-Absteiger SKV Sandhofen. Ein Nachbarschaftsderby bestreiten die SG Hemsbach und der TSV Sulzbach, und die TSG 91/09 Lützelsachen II ist beim Aufsteiger ESC Blau-Weiß Mannheim gefordert. Zu guter Letzt spielt die TSG 1862/09 Weinheim II beim Schlusslicht SC Blumenau und der SV Schriesheim beim FC Phönix Mannheim.
TuS 02 bleibt ruhig
Beim TuS 02 Einheit Weinheim in der Kreisklasse B3 sollte in dieser Saison der Blick weiter nach oben gerichtet werden. Die null Punkte und 1:11 Tore nach drei Spielen sind am Anfang allerdings erst einmal ernüchternd. Aus der Ruhe bringen lässt sich beim Verein allerdings niemand. „Wir hatten viele Neuzugänge, die einige Jahre nicht gespielt haben. Die müssen sich erst einmal finden im Spielbetrieb, außerdem haben zuletzt einige unserer Routiniers gefehlt“, erklärt Spielleiter Armin Kohler den holprigen Saisonauftakt. „Das sind aber alles super Jungs, die den Kampf annehmen.“
Kohler schwärmt derweil vom Teamfeeling, vom Zusammengehörigkeitsgefühl und der Kameradschaft im Kader. Nach dem 1:7 in Laudenbach zum Auftakt wurden die Ergebnisse nun inzwischen knapper und so hofft man auf das erste Erfolgserlebnis – wenn möglich bereits am Sonntag gegen den SV Schriesheim II. „Sie sind schwer einzuschätzen, da wir nicht wissen, wer von der ersten Mannschaft runterkommt“, sagt Kohler, der aber für die Moral der Mannschaft auf die ersten Punkte hofft.
Comeback von Stefan Matthes?
Wunden lecken war angesagt beim FV Leutershausen nach dem 1:3 beim FV 03 Ladenburg im Dienstagspiel. Das betraf insbesondere Schlussmann Ömer Ilhan, der sich in der 22. Minute verletzte und ausgewechselt werden musste. Die Diagnose steht noch aus, jedoch waren Schmerzen im Knie ausschlaggebend für das Ausscheiden Ilhans. Die Verletzung des Keepers verschärft die ohnehin schon prekäre Personalsituation bei den Heisemern. „Wir sind aktuell ein wenig gebeutelt mit Kranken und Verletzten und waren in Ladenburg mit einem Mix aus erster und zweiter Mannschaft angetreten“, berichtet der spielende Co-Trainer Jonas Meier-Küster. Für Ilhan ging in Ladenburg dann Jan Davydov, ein Feldspieler, der eigentlich in der zweiten Mannschaft beheimatet ist, zwischen die Pfosten. „Er hat es sehr gut gemacht für einen Feldspieler und gerade in der ersten Halbzeit sensationelle Paraden gezeigt.“
Im zweiten Durchgang gaben die Hirschberger das Spiel aber aus der Hand und fuhren am Ende mit leeren Händen nach Hause. Zurück bleibt eine ausgeglichene Bilanz von einem Sieg, einem Remis und einer Niederlage. Zufrieden? „Ja und nein“, sagt Meier-Küster unentschlossen. „Hätten wir in Ladenburg gewonnen, würden wir auf Platz drei stehen. Aber man muss sagen, dass die Jungs gut mitziehen und einen guten Eindruck hinterlassen.“ Derweil wird im Hintergrund bereits gemunkelt, ob die Personalsituation eine Chance bietet, den Ex-Spielertrainer Stefan Matthes zu einem Comeback zu bewegen. „Er war zuletzt noch im Urlaub und alles ist reine Spekulation. Fakt ist aber, dass er sehr ehrgeizig ist und ein Fußballer durch und durch“, lässt Meier-Küster ein Fünkchen Hoffnung aufkeimen, den Routinier und Stabilisator demnächst für ein Interims-Comeback im FV-Trikot zu gewinnen.
Was neben der offenen Personalie Matthes allerdings Fakt ist, ist der kommende Gegner. Der heißt SC Rot-Weiß Rheinau und kommt vom Namen her aus dem Hochregal der Kreisliga. Nach dem Abstieg aus der Landesliga hatten die Mannheimer aber einen großen personellen Aderlass zu verarbeiten. „Ich kann sie null einschätzen“, verrät Meier-Küster und will sich mehr auf sich und sein Team als auf den Gegner fokussieren. „Wir wollen unser Spiel durchziehen und auf drei Punkte gehen.“
Lützelsachsen macht es spannend
Wer zur Zeit die Spiele der TSG 91/09 Lützelsachsen besucht und von einem Herzleiden betroffen ist, der sollte das Sportgelände einige Minuten vor Spielende verlassen. In den bisherigen Ligapartien haben die Saasemer insbesondere in den Schlussminuten oder gar der Nachspielzeit für das große Zittern gesorgt. In Ilvesheim ging es schief und Lützelsachsen verlor 1:2, gegen Wallstadt rettete Torhüter Kirill Dorngof mit einer Glanzparade in der 91. Minute das Remis. Nun geht es für die Schüßler-Elf zum MFC 08 Lindenhof. Spannung ist auch hier sehr wahrscheinlich.