Handball

Der TSV Birkenau siegt und leidet gleichzeitig

Die Oberliga-Frauen bringen Spitzenreiter TSV Rintheim die erste Niederlage bei. Freuen können sie sich darüber nicht wirklich

Jacqueline Fremr wird dem TSV Birkenau im neuen Jahr schmerzhaft fehlen. Foto: Armin Etzel
Jacqueline Fremr wird dem TSV Birkenau im neuen Jahr schmerzhaft fehlen.

Eigentlich hatte sie ihre Karriere schon beendet, half „ihren“ Handballerinnen beim TSV Birkenau aber noch aus. Das tat Jacqueline Fremr auch erfolgreich, am Samstagabend feierte der Oberligist im Heimspiel ein 26:24 (14:10) gegen den bisher ungeschlagenen Spitzenreiter TSV Rintheim. Da konnte Fremr aber schon nicht mehr mitjubeln. Mitte der zweiten Halbzeit musste sie mit einer Knieverletzung raus. Die erste Einschätzung in der Langenberghalle lässt eine lange Pause befürchten. Die Freude über den Sieg im Spiel des amtierenden Meisters über den Vizemeister der Vorsaison war da natürlich getrübt.

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Die Zuschauer erlebten ein echtes Topspiel der Oberliga, bei dem der Gastmannschaft die Favoritenrolle zustand. Ab der ersten Minute zeigte Birkenau aber eine hoch konzentrierte Leistung. Rintheim fand zunächst kaum eine Lücke in der Abwehr, sodass der TSV nach sechs Minuten mit 4:1 führte, nach 13 Minuten stand es 6:3. Mit zunehmender Spielzeit kamen die Gäste besser ins Spiel, glichen zum 7:7 (17.) aus. Doch die Odenwälderinnen legten noch mal eins drauf und stellten den 14:10-Halbzeitstand her.

Der TSV startete in Unterzahl in die zweite Halbzeit und konnte zunächst die Gegnerinnen weiter auf Abstand halten (16:13, 34.). Doch dann legte Rintheim einen 4:0-Lauf hin und übernahm erstmals die Führungen in diesem Topspiel (16:17). Dreimal gelang es dem TSV, den Spielstand wieder zu egalisieren, ehe Linn Gutsche mit einem ihrer insgesamt neun Treffer wieder zur Birkenauer Führung traf (20:19, 43).

Torfrauwechsel als Initialzündung

Dann verletzte sich Jacqueline Fremr derart schwer, dass es für sie nicht mehr weiterging. Das Trainerteam brachte Vanessa Falter für Johanna Meyer im Tor. Eine taktische Maßnahme, die sich auszahlen sollte. Nach dieser persönlichen Auszeit und motivierenden Worten von Katharina Leinert wuchs Meyer über sich hinaus und vereitelte hundertprozentige Torchancen der Gäste und half damit der Mannschaft wieder das 25:21 (54.) zu erarbeiten. Rintheim gab sich nicht geschlagen und kam 54 Sekunden vor Abpfiff der Partie wieder auf 25:24 heran, vergab jedoch die Chance auf einen möglichen Punktgewinn. Annalena Meyer setzte mit einem sehenswerten Treffer, einem Heber über die Torfrau der Gäste, den Schlusspunkt zum viel umjubelten 26:24.

Ein grandioser Sieg, der die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben erhält. Mit der besten Saisonleistung und dem zweiten Sieg über ein Topteam der Liga in Folge, gehen die TSVlerinnen als Tabellenfünfter in die Winterpause. Die Hoffnung bleibt, dass sich bis zur Wiederaufnahme der Runde, am 12. Januar in Leimen, die Liste der verletzten Spielerinnen lichtet. pb/AT

TSV Birkenau: J. Meyer, V. Falter; Haas (3), Knogler, B. Falter, Schäfer (1), Tines (2), A. Meyer (1), Harbarth (4), Becker (1), Gutsche (9), Havemann (3), Fremr (2).