Dicke Luft bei den Kurpfalz Bären
Die Stimmung ist nach der Rücktrittswelle am Boden. Ein Statement des Vorsitzenden bleibt aus
Die Stimmung ist angespannt. Beim Heimspiel der Kurpfalz Bären gegen die TG Nürtingen drücken die Fans ihre Emotionen auf Plakaten aus. „Danke Franzi!“ ist auf der einen Seite zu lesen. An einer Wand haben Mitglieder des Helferteams folgenden Appell platziert: „Wir wollen keine neue sportliche Führung !! Drausnigg, geh Du doch!“ Die Liste, die unter den 400 Fans in der Neurotthalle kursiert, umfasst am Ende über 100 Unterschriften.
Der Angesprochene – Steffen Drausnigg, Vorsitzender des Hauptvereins der TSG Ketsch – fotografiert das Plakat, schaut sich die vermeidbare 27:35-(16:12)-Niederlage nach einer schwachen zweiten Hälfte der Bären an. Bei der anschließenden Pressekonferenz mit Noch-Trainerin Franziska Garcia und Noch-Geschäftsführer Armin Wagner ist der Mann, der mit seinem neuen Kurs ein personelles Erdbeben verursacht hat, nicht mehr vor Ort. „Wir wollen uns zu diesem Punkt nicht äußern. Nur so viel: Wir wollten diesen Schritt nicht machen und haben uns unseren Abschied alle anders vorgestellt. Die nächsten Tage müssen nun zeigen, wohin es gehen wird“, sagt Wagner. „Herr Drausnigg will sich nächste Woche dazu äußern.“ Die Fans im Foyer quittieren diese Aussage mit „Armin, Armin!“-Rufen. Eigentlich hatten sie eine Stellungnahme des TSG-Vorsitzenden nach einer turbulenten Woche schon am Samstag erwartet.
Neuer Chef hat viel Arbeit
Man ist vorsichtig im Bären-Lager. Offizielle Statements gibt es nur nach Gegencheck mit einem Medienberater. In der vergangenen Woche war publik geworden, dass die gesamte Führungsriege der GmbH samt Trainerin Franziska Garcia zum 30. Juni zurücktritt. Grund waren Differenzen mit Drausnigg, offenbar nicht nur wegen dessen Visionen zum Spitzenhandball in Ketsch. Auch auf menschlicher Ebene scheint es nicht zu passen.
Feststeht – die Zeit drängt. Drausnigg steht bislang ziemlich blank da, braucht ein neues Trainerteam, eine Mannschaft, einen Etat, Helfer. Am 1. März muss eine Bürgschaft über 30 000 Euro für die Zweitliga-Lizenz vorliegen. Denn in der 2. Liga wollen und sollen sie bleiben, die Kurpfalz Bären. Dafür muss hart gearbeitet werden, nicht nur auf dem Feld.