Handball

SG Heddesheim kämpft TSV Viernheim im Derby nieder

Bei den Löwen pariert Marc Kolander und Gianluca Pauli zeigt sein ganzes Repertoire. Die SGH muss aber hart für den Derbysieg arbeiten. Die vielen Fans freut es

Der achtfache Torschütze Leon Dennhardt überspringt hier Philipp Oswald. Die SG Heddesheim bezwang den TSV Viernheim in einem stimmungsvollen Oberliga-Derby. Foto: Katrin Oeldorf
Der achtfache Torschütze Leon Dennhardt überspringt hier Philipp Oswald. Die SG Heddesheim bezwang den TSV Viernheim in einem stimmungsvollen Oberliga-Derby.

Die Heddesheimer Handballfans honorierten den „Derbysamstag“ ihrer beiden Oberligateams mit zahlreichem Besuch und einer voll besetzten Nordbadenhalle. Zum Duell des Tabellenzweiten SG Heddesheim gegen den Siebten TSV Amicitia Viernheim bildete die fast vollständig besetzte Tribüne einen würdigen Rahmen für ein hochklassiges Spiel.

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Die Gäste aus Viernheim boten den favorisierten Gastgebern nicht nur lange Zeit Paroli, sondern waren über weite Strecken ein gleichwertiger Gegner. Dies spiegelte sich nicht nur im 14:15-Halbzeitstand wider, die Mannschaft von Neu-Trainer Erkan Öz lag nach einer starken Anfangsphase und dem 3:7 auch während der gesamten ersten Hälfte fast permanent in Front.

Der Treffer von Marcel Deege zum 17:18 in der 35. Minute, sollte dann aber die letzte Gästeführung gewesen sein. Bis zum 24:23 hielten die Mannen von TSV-Haupttorschützen Johannes Kadel noch den Anschluss, dann aber setzten sich die Gastgeber peu à peu ab. Den erstmaligen Vier-Tore-Vorsprung zum 28:24 durch den neunfachen Torschützen Gianluca Pauli zehn Minuten vor dem Ende, ließen sich die Löwen auch wegen einer besseren Physis bis zum 31:27-Endergebnis nicht mehr nehmen.

Starker Defensivblock

Die Grundlage für einen verdienten, wenn auch vielleicht etwas zu hoch ausgefallenen Sieg, war einmal mehr ein starker Defensivblock einer guten 6:0-Abwehr. Trainer Frank Schmitt hatte nach einer offensiveren Variante zu Spielbeginn auf eine defensivere umgestellt. Und dieser Mittelblock um Felix Kirschner, Philipp Ulrich, Jonas Bauer und Simon Reisig war nur schwer zu überwinden. Und wenn doch, vereitelte der mit 15 Paraden bärenstarke Marc Kolander im Tor, die aufkeimenden Viernheimer Siegchancen. TSV-Gästetorhüter Marius Walter stand seinem Pendant in der ersten Hälfte mit sieben Paraden zwar in nichts nach, der in Hälfte zwei eingesetzte gute Timo Röhling konnte die Heddesheimer Überlegenheit jedoch nicht mehr kompensieren.

Was auch daran lag, dass die Gastgeber mit Gianluca Pauli einen Linksaußen in ihren Reihen hatten, der aus zehn Wurfversuchen neun Tore erzielte und zu Recht zu Heddesheims bestem Spieler gewählt wurde. Die Trickkiste des Linksaußen, der nach sieben Jahren bei der SG Leutershausen nun wieder bei seinem Heimatverein spielt, schien unendlich zu sein. Dreher, Heber oder Tempogegenstöße – die SG-Fans bestaunten das komplette Repertoire.

TSV-Trainer Öz ist zufrieden

Bei den Gästen wurde Marcel König zum besten Akteur gewählt, der vor allem mit seiner Dynamik vier Tore beisteuerte. „Die Psyche der Gastgeber hat länger gehalten“, war die zusammenfassende Interpretation von Viernheims Trainer Erkan Öz nach dem Spiel. „Die Jungs arbeiten gut, an der Zielsetzung unter die ersten fünf in der Tabelle zu kommen, wird nichts geändert, auch wenn es schwer ist, eine Mannschaft während einer Runde zu übernehmen.“ Aufgrund des starken Auftritts seiner Mannschaft in der Höhle der Löwen scheint der Optimismus gerechtfertigt.

Dass das Spiel trotz aller Brisanz mit insgesamt acht Siebenmetern und drei Hinausstellungen sehr fair blieb, war auch ein Verdienst der beiden hervorragenden Unparteiischen Andre Geiss und Matthias Schwarz, die das Geschehen jederzeit unaufgeregt, souverän und gefühlt fehlerfrei im Griff hatten.

Die SG Heddesheim rückt nach dem Unentschieden von Tabellenführer SG Pforzheim II nun einen Punkt auf den Tabellenführer heran, wodurch das Spiel am kommenden Wochenende beim Tabellendritten SG Heidelsheim/Helmsheim noch mehr an Brisanz gewinnt.