Bundesweiter Aktionstag

Die WN/OZ-Redaktion im Trikottag-Fieber

Auch die WN/OZ-Redaktion beteiligt sich wieder am 11. Juni am zweiten "bundesweiten Trikottag". Und hinter jedem unserer Trikots verbirgt sich eine ganz eigene Geschichte.

Im Rahmen der Kampagne „Dein Verein: Sport, nur besser“, ruft der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gemeinsam mit den Landessportbünden zum  bundesweiten Trikottag am 11. Juni 2024 auf. Auch WNOZ-Sportredakteur Christopher Frank macht mit. Foto: Jan Schwab
Im Rahmen der Kampagne „Dein Verein: Sport, nur besser“, ruft der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gemeinsam mit den Landessportbünden zum bundesweiten Trikottag am 11. Juni 2024 auf. Auch WNOZ-Sportredakteur Christopher Frank macht mit.

Am 11. Juni steht der Sportverein im Mittelpunkt. An diesem Tag – dem ersten bundesweiten Trikottag – machen Sportvereinsmitglieder in ganz Deutschland Werbung für ihren Verein vor Ort, indem sie ihr Trikot tragen und damit die Verbundenheit zu ihrem Verein zeigen. Auch die WN/OZ-Redaktion beteiligt sich natürlich an diesem Aktionstag: Die Redaktionsmitglieder stellen hier ihre Trikots vor und erzählen, warum sie sich mit welchem Verein ganz besonders verbunden fühlen.

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Christopher Frank (45), Sportredaktion

Das Trikot "seines" TSV Hambach aus den 90ern trägt Christopher Frank auch heute noch mit großem Stolz und noch größerem Spaß. Foto: Jan Schwab
Das Trikot "seines" TSV Hambach aus den 90ern trägt Christopher Frank auch heute noch mit großem Stolz und noch größerem Spaß.

Ich bin zwar beim FC Starkenburgia auf dem Heppenheimer „Galgen“ groß geworden, seit 24 Jahren bin ich jetzt aber schon stolzes Mitglied beim TSV Hambach. Und in diesen 24 Jahren habe ich nahezu alles erlebt, was der Sport im Verein zu bieten hat: legendäre Mannschaftsausflüge, Winterwanderungen bei Schnee und Eisglätte, zweistellige Niederlagen und Abstiege, aber auch echte Fußball-Krimis mit glücklichem Ende für uns. Unvergessen bleibt beispielsweise, wie wir einen Sechs-Punkte-Rückstand an den letzten beiden Spieltage aufgeholt haben, um in der folgenden Relegation mit 4:1 und 6:0 doch noch den Klassenerhalt zu schaffen.

Vor 14 Jahren war ich im Projektteam „Kunstrasen für Hambach“ mit dabei, im nächsten Jahr will ich dazu beitragen, dass die 125-Jahr-Feier ein richtig tolles Fest wird. Doch zurück zum Trikot: Kurz hatte ich überlegt, ein aktuelles Jersey von den Alten Herren aus dem Trikotkoffer zu stibitzen oder den Trainer der ersten Mannschaft zu fragen. Dann aber hatte ich eine noch viel bessere Idee: Ich nehme das „alte“ Ding aus den Neunzigern, das inzwischen schon deutlich an Farbe eingebüßt hat, und auch längst nicht mehr so gut passt, wie in meiner aktiven Zeit als Fußballer beim Heppenheimer B-Ligisten. Aber: Dieses Trikot ist für mich ein ganz Besonderes – und das kann ich bei knapp 300 Exemplaren im Schrank nicht wirklich von jedem behaupten. Es ist ein Trikot aus dem Satz, den wir nach meinem Wechsel zum TSV im Jahr 1999 auf dem Platz getragen haben. Ich hatte damals zwar nicht unbedingt die Rückennummer 4, sie passt aber trotzdem ausgesprochen gut zu meinem bis heute eher rustikalen Spielstil. Gefunden habe ich das gute Stück übrigens irgendwann mal nach einem Training in einer Kiste mit ausrangierten Klamotten. Und schwuppdiwupp war es dann schon in meiner Tasche.

Iris Kleefoot (53), Lokalredaktion Weinheim

Redakteurin Iris Kleefoot im blauen Vereinsshirt des Pferdezucht-, Reit- und Rennvereins Heddesheim. Nicht fehlen darf auf dem Foto zum bundesweiten Trikottag der 15 Jahre alte Oldenburger Wallach Casaro. Foto: Iris Kleefoot
Redakteurin Iris Kleefoot im blauen Vereinsshirt des Pferdezucht-, Reit- und Rennvereins Heddesheim. Nicht fehlen darf auf dem Foto zum bundesweiten Trikottag der 15 Jahre alte Oldenburger Wallach Casaro.

Um eines vorweg zu schicken: Ich reite nicht, auch wenn es das Foto vermuten lässt. Dafür bin ich (im Nebenberuf) begeisterte Pferdepflegerin. Und Pflege braucht mein Oldenburger Wallach viel. Casaro ist 16 Jahre alt und sportlicher als sein Blick nach dem ausgiebigen Spiel mit seinen Kumpels Lanny und Noway auf der Sommerkoppel vermuten lässt. Danach macht er gern ein Nickerchen im frischen Stroh seiner Box im Heddesheimer Reitverein, oder wie es offiziell heißt: Pferdezucht-, Reit- und Rennverein Heddesheim e.V.

Zu „meinem“ Verein bin ich über das Hobby meiner Töchter Mira und Emelie gekommen: die Dressur. Auf Turnieren trete ich unter dem Pseudonym „TT“ in Aktion, was so viel heißt wie „Turnier-Trottel“ und denjenigen betitelt, der Pferd und Reiter unterstützt - eine wenig charmante Bezeichnung vielleicht, aber hoffentlich liebevoll gemeint.

Seitdem Casaro in unsere Familie gekommen ist und in Heddesheim wohnt, streife auch ich mir ein ums andere Mal das T-Shirt des Vereins über, kein Trikot im herkömmlichen Sinne, aber ein Statement in Blau. Sehr oft trage ich es nicht, höchstens als Erkennungszeichen, wenn ich als Helfer beim Tag der offenen Tür oder bei vereinseignen Turnieren im Einsatz bin. Und natürlich heute, zum Trikottag, als Bekenntnis zu meinem Verein.

Amelie Michel (20), Volontärin

Vom Sportmuffel zur begeisterten Fitnessstudio-Besucherin – das hat Volontärin Amelie Michel innerhalb weniger Monate geschafft. Foto: Amelie Michel
Vom Sportmuffel zur begeisterten Fitnessstudio-Besucherin – das hat Volontärin Amelie Michel innerhalb weniger Monate geschafft.

Vom Sportmuffel zur begeisterten Fitnessstudio-Besucherin – das habe ich innerhalb weniger Monate geschafft. Als ich noch in der Schule war, verdarb mir jede anstehende Sportstunde die Laune. Egal ob Volleyball, Kastenspringen oder mein persönlicher Endgegner - Völkerball, nichts davon machte mir Spaß. In meiner Freizeit probierte ich verschiedene Sportarten wie Synchronschwimmen und Standarttanz aus, eine wirkliche Leidenschaft fand ich jedoch nicht. Erst in meinem letzten Schuljahr nahm mich ein Freund mit ins Fitnessstudio des AC Weinheim. Anfangs war ich skeptisch, ob ich überhaupt mit den vielen Gewichten umgehen könnte. Und ob zwei Stunden durchgängige Belastung Spaß machen würden. Aber schon nach meinem ersten Training füllte ich begeistert die Anmeldung aus.

Seitdem bin ich jede Woche bis zu drei Mal beim AC zu finden. Zuerst immer gemeinsam mit meinem Trainingspartner, jetzt aber immer öfter auch alleine. Mittlerweile kenne ich schon fast alle anderen, die dort trainieren. Zwar gibt es immer noch Tage, an denen ich nur ungern meine Übungen mache, aber allgemein freue ich mich immer, wenn ich meine Sporttasche packe. Das Trikot, das ich trage, gehört nicht mir, sondern dem Freund, der mich mit dem Fitnessstudio bekannt gemacht hat. Er macht sein FSJ beim AC und arbeitet jetzt auch dort. Wir trainieren immer noch zusammen, wenn auch nicht mehr so häufig wie früher.

Stephanie Kuntermann (54), Odenwaldredaktion

Redakteurin Stephanie Kuntermann ist „Spieler-Fan-Frau“. Foto: Stephanie Kuntermann
Redakteurin Stephanie Kuntermann ist „Spieler-Fan-Frau“.

„Bayern-Fan kann jeder sein“, hat mir einmal ein Anhänger des VfB Stuttgart gesagt und erklärt: „Ich gehe mit meinem Verein durch Dick und Dünn.“ Als ich meinen Mann kennenlernte, wusste ich noch nicht, dass er genauso tickt. Mir ist Fußball eigentlich egal.

Doch klammheimlich fiebere ich mit, wenn für den VfB wieder ein wichtiges Spiel ansteht. Das würde ich meinem Gatten nie eingestehen, und ich spotte darüber, wenn er Schlachtgesänge wie „Steht auf, wenn ihr Schwaben seid“, anstimmt. Aber letztlich ist da nichts zu machen: Ich habe diese Elf irgendwie mit geheiratet und bin damit zwar keine Spielerfrau, aber immerhin „Spielerfan-Frau“. Weil ich es toll finde, wie man seinem Verein konstant die Treue hält.

Wolfgang Arnold (56), Odenwaldredaktion

Wolfgang Arnold trägt sein SV-Trikot mit Stolz bei vielen Gelegenheiten – auf dem Bild beispielweise bei einem Länderspiel in Glasgow. Foto: Wolfgang Arnold
Wolfgang Arnold trägt sein SV-Trikot mit Stolz bei vielen Gelegenheiten – auf dem Bild beispielweise bei einem Länderspiel in Glasgow.

Wenn es um den Profifußball geht, denn unterstütze ich den FC St. Pauli – vor dem Bildschirm und manchmal auch im Stadion. Fragt man mich aber nach „meinem Verein“, dann gibt es nur eine Antwort: der SV Fürth!

Genau müsste es heißen: die Spielvereinigung/DJK Fürth. Aber „der SV“ ist ein Begriff und als „SVler“ fühle ich mich. Insbesondere dann, wenn ich durch meinen Heimatort Fürth fahre oder laufe und immer wieder junge (und auch etwas ältere) Menschen in grünen T-Shirts oder Sportklamotten mit dem Wappen „meines“ SV sehe. Denn Trikottag ist für viele SVler jeder Tag – man zeigt die Verbundenheit, lächelt und grüßt, wenn man Vereinsfreunde trifft.

So plakativ es klingen mag: Der SV Fürth ist für mich eine Heimat. Mit sechs Jahren habe ich dort begonnen Fußball zu spielen und seitdem im Kreis der Grün-Weißen alles erlebt, was man in einem Verein erleben kann: Unvergessene Feiern in schönen Momenten und einen unvergleichlichen Zusammenhalt in tragischen Augenblicken – sportlich und menschlich. Ob aktiv auf dem Sportplatz und auf der Theaterbühne, ob als Funktionsträger im Vorstand oder als Helfer bei Festen und hinter der Theke: Ich habe mich in fast 50 Jahren an vielen Stellen in den Verein eingebracht – 13 Jahre sogar als Vorsitzender. Und dafür habe ich vieles zurückbekommen. Vor allem eines: Etliche der Menschen, die in meinem Leben eine besondere Bedeutung haben, die ich mag und schätze und mit denen ich gerne Zeit verbringe, habe ich im Verein kennengelernt. Das ist das Schönste, was das Vereinsleben dir schenken kann.

Ein „SVler“ werde ich mein Leben lang bleiben. Und deshalb trage ich das Trikot auch mit Stolz bei vielen Gelegenheiten – auf dem Bild beispielweise bei einem Länderspiel in Glasgow. Fanklamotten der Nationalmannschaft kann schließlich jeder anziehen, das grün-weiße Shirt nur echte „SVler“.

Carsten Propp (59), Redaktionsleiter

Carsten Propp im Trikot der HSG Weinheim/Oberflockenbach. Foto: Privat
Carsten Propp im Trikot der HSG Weinheim/Oberflockenbach.

Mit dem (passenden) Trikot meines Lieblingsvereins kann ich an diesem Tag zwar leider nicht in die Redaktion kommen. Aber fürs Foto durfte ich „ganz kurz“ das Trikot meiner Tochter anziehen („länger auf keinen Fall, sonst leiert es so aus“). Sie spielt zusammen mit ihrer Zwillingsschwester bei der HSG Weinheim/Oberflockenbach Handball. Seit zwölf Jahren begleiten meine Frau und ich die beiden bei nahezu jedem Spiel und fiebern auf der Tribüne mit. Leistungsbereitschaft, Leidenschaft und Teamgeist – all das haben sie bei tollen Trainern und Betreuern gelernt, die ehrenamtlich ihre Freizeit für unsere Kinder opfern. Wie schön es ist, als Mannschaft zu gewinnen, haben sie immer wieder erlebt, aber sie haben auch gemeinsam Niederlagen weggesteckt. Dass sie jetzt – nach der Jugendzeit – der HSG Weinheim/Oberflockenbach bei den Damen die Treue halten, sagt eine Menge über diese Handballspielgemeinschaft.

Ich selbst habe in meiner aktiven Zeit nie Handball gespielt, sondern erst Fußball, dann Tennis und Volleyball. Aber das Gemeinschaftsgefühl hat mich geprägt, weshalb ich mich beim Tennisclub Lützelsachsen (TCL) und später bei der TSG 1862 Weinheim sehr gerne ehrenamtlich eingebracht habe. Insofern habe ich eigentlich drei Lieblingsvereine: HSG, TCL und TSG.

Stefan Jünger (59), Odenwaldredaktion

"Der SV Lörzenbach ist für mich nicht nur ein Verein, sondern auch Familie", sagt Stefan Jünger. Foto: Stefan Jünger
"Der SV Lörzenbach ist für mich nicht nur ein Verein, sondern auch Familie", sagt Stefan Jünger.

Seit meinem fünften Lebensjahr spiele ich Fußball beim SV Lörzenbach. Erst in der Jugend, dann 20 Jahre bei den Senioren und seitdem bei den Alten Herren – na ja, soweit das mit einer Arthrose vierten Grades im Knie noch geht. Der SVL ist für mich jedoch nicht nur ein Verein, sondern auch Familie, denn der Großteil meines Freundeskreises rekrutiert sich aus grün-weißen Fußballern.

Durch diese Beziehungen prägt er auch mein privates Leben sowie das meiner Familie. So ist es auch kein Wunder, dass zwei von drei Söhnen beim SVL kicken und sich auch deren Freundeskreis daraus ergibt. Schließlich hatte der Verein auch unmittelbare Auswirkungen auf mein berufliches Leben, denn über ihn habe ich die ersten Kontakte zu den DiesbachMedien geknüpft, ehe ich dann 1991 in die Redaktion der OZ gewechselt bin.“

Sigrid Koch (25), Online Redaktion

Im Rhein-Neckar Löwen-Trikot von Spielmacher Juri Knorr kann Online Redakteurin Sigrid auch bei Niederlagen noch lachen - zumindest meistens. Foto: Sigrid Koch
Im Rhein-Neckar Löwen-Trikot von Spielmacher Juri Knorr kann Online Redakteurin Sigrid auch bei Niederlagen noch lachen - zumindest meistens.

Bei meinem ersten Spiel der Rhein-Neckar Löwen war ich noch in der Grundschule und habe selbst Handball bei der SKG Bonsweiher gespielt. Mittlerweile feuere ich nur noch von der Tribüne aus an – was aber fast genauso anstrengend sein kann. Während Auslandsaufenthalten und Studium habe ich den Handballsport ein wenig aus den Augen verloren und war nur sporadisch bei Heimatbesuchen in der Halle. Nachdem ich in der letzten Saison aber wieder bei nahezu jedem Spiel in der SAP Arena oder im SNP Dome war, habe ich mir für die kommende Saison schon einmal meine Dauerkarte gesichert.

Auch wenn ich kein Trikot von Bonsweiher mehr vorweisen kann, bin ich dafür seit Januar 2023 im stolzen Besitz eines Trikots von meinem Lieblingsspieler: Juri Knorr mit der Nummer 10. Dabei handelt es sich aber nicht um das typische gelbe Heim-Trikot, sondern um das Sondertrikot zum Tag der Vielfalt. Die jährliche Aktion finde ich persönlich immer sehr schön und unterstütze sie gerne – gemeinsam mit unserer Nummer 10.

Obwohl ich auch schon ein gelbes Trikot aus dem Jahr 2012 habe, das viele Unterschriften der damaligen Mannschaft ziert, will ich nicht ausschließen, dass in der nächsten Saison noch ein weiteres Löwen-Trikot seinen Weg in meinen Kleiderschrank findet.