Dramatischer geht es nicht: SGH-Frauen steigen auf
Der Aufstiegskrimi findet ein Happy End: Die SG Hohensachsen macht es so spannend wie nur möglich. Nach dem Elfmeterschießen löst sich die Spannung.
Mückenloch. In einem packenden Relegationsspiel um den Aufstieg in die Verbandsliga zwischen der SG Hohensachsen und SpG Diedesheim/Gundelsheim erlebten zahlreiche Zuschauer am Sonntag alle emotionalen Facetten, Höhen und Tiefen, die der Fußball nur bieten kann – mit einem glücklichen Ende für die Hohensachsener Fußballerinnen. Nach einem nervenaufreibenden Spiel, das inklusive Elfmeterschießen beinahe drei Stunden dauerte, sicherte sich die Grün-Schwarzen den Aufstieg in die höchste Spielklasse Badens.
Dabei begann das Spiel doppelt unglücklich für die SG Hohensachsen, als Laureen Lind von der SpG Diedesheim/Gundelsheim bereits nach vier Minuten aus dem Gewühl nach einem Eckball das 0:1 erzielte, gefolgt von ihrem zweiten Treffer in der 18. Minute aus ähnlicher Situation. Doch anstatt hängender Köpfe sahen die Zuschauer ein Hohensachsener Team, das nach dem 0:2-Rückstand das Spiel an sich riss. Cheftrainer Thorsten Krüger: „Es war wie erwartet eine schwierige, harte Partie gegen ein verbandsligaerfahrenes Team. Nach einer Phase der Anfangsnervosität haben wir immer besser ins Spiel gefunden und schönen Offensivfußball gezeigt.“ So gelang es Jumana Würz noch vor der Pause, nach Vorarbeit von Hannah Dockter den Anschlusstreffer zu erzielen.
Keine Entscheidung in regulärer Spielzeit
Den Schwung der Endphase der ersten Halbzeit retteten die SGH-Mädels über die Pause und Marie Schilz glich kurz nach Wiederanpfiff aus, indem sie sich nach Hereingabe von Anna Rüsing im 1:1 gegen die gegnerischen Torhüterin durchsetzte. Im weiteren Verlauf hatten die Hohensachsener Mädels zahlreiche weitere Torchancen, es gelang ihnen jedoch nicht, den entscheidenden Treffer in der regulären Spielzeit zu erzielen.
Ausgleich mit letzter Aktion
Auch in der Verlängerung gehörten die Spielanteile den Hohensachsener Frauen und folgerichtig traf Isalie Ort mit einem spektakulären Distanzschuss zur 3:2-Führung. Die Nachspielzeit der zweiten Hälfte der Verlängerung war bereits angezeigt, als der ansonsten absolut sattelfesten Hohensachsener Innenverteidigung ein langer Ball in die Spitze auf die Diedesheimer Topstürmerin Lind durchrutschte, die wiederum zum 3:3 ausglich.
Elfmeterschießen entscheidet
Maximale Spannung auch im danach folgenden Elfmeterschießen: Nachdem SGH-Torhüterin Padma Samstag den ersten Elfmeter der Gegnerinnen parierte, brauchte es dennoch bis zum insgesamt zehnten Schuss vom Punkt, den Jumana Würz mit Volldampf unter die Latte zur Entscheidung für die SGH setzte.
Die folgenden Freudentränen und Jubelszenen der komplett erschöpften Hohensachsener Spielerinnen zeugten von der enormen emotionalen Belastung und dem hohen Einsatz, den das Spiel von allen Beteiligten gefordert hatte. „Ich bin unglaublich stolz auf die gesamte Mannschaft, nicht nur heute, sondern über die gesamte Saison. Wir haben insbesondere in der Rückrunde sehr souverän gespielt und dieses Momentum am Ende auch im Entscheidungsspiel nutzen können“, resümierte Trainer Krüger, und Friederike Kohl, Abteilungsleiterin Mädchen- und Frauenfußball, ergänzte: „Die Mannschaft hat einen tollen Zusammenhalt und eine wahnsinnige Mentalität gezeigt, nach einem 0:2-Rückstand in so einem wichtigen Spiel in dieser Art und Weise zurückzukommen, sich nie aufzugeben und am Ende noch im Elfmeterschießen die Nerven zu behalten.“
Ehrung am Freitag
Am Freitag wird die Mannschaft in Hohensachsen noch vom Badischen Fußballverband für die Landesliga-Meisterschaft offiziell geehrt. Am 18. und 20. Juni finden zwei Probetrainings-Termine in Hohensachsen für interessierte Spielerinnen statt, die Teil des Hohensachsener Verbandsligateams 2025/26 werden möchten. fk
Torschützinnen: 0:1 Laureen Lind (4. Minute), 0:2 Laureen Lind (18.), 1:2 Jumana Würz (41.), 2:2 Marie Schilz (49.), 3:2 Isalie Ort (96.), 3:3 Laureen Lind (120.). Tore im Elfmeterschießen: 4:3 Caitlin Hill, 5:3 Yasmina Jeppener, 5:4 Louisa Lind, 5:5 Elisa Hauber, 6:5 Rosa Schrem, 6:6 Goria Wenninger, 7:6 Jumana Würz.