Fußball

Für Hohensachsen geht es um alles

Zum Entscheidungsspiel um den Verbleib in der A-Klasse fliegt Juan Cisneros extra ein - und die Frauen wollen auch abseits der Bestbesetzung in die Verbandsliga

Grätscht, ackert und arbeitet wie kein Zweiter: Abwehrchef Juan Cisneros unterbricht für seine SG Hohensachsen sogar seinen Spanien-Urlaub. Foto: Katrin Oeldorf
Grätscht, ackert und arbeitet wie kein Zweiter: Abwehrchef Juan Cisneros unterbricht für seine SG Hohensachsen sogar seinen Spanien-Urlaub.

Nichts wurde es am letzten regulären Spieltag mit dem Klassenerhalt für die SG Hohensachsen in der Fußball-A-Klasse. „Wir hätten vorher schon das 2:0 und 3:0 machen müssen“, hadert Trainer Sascha Harbarth nach dem letzten A-Klassen-Saisonspiel gegen die SG Mannheim. „Das ist aber ein Thema, das uns schon die ganze Runde über verfolgt.“

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Im Abstiegsentscheidungsspiel wartet am Sonntag (13 Uhr in Ilvesheim) der VfL Kurpfalz Neckarau II, der in der Rückrunde nur zwei Siege landete und sogar einmal personell absagen musste. Dennoch rechnet deren Trainer Erhan Kürücü nicht damit, Spieler aus dem Verbandsliga-Kader ausleihen zu können. Zuletzt stand mit Kebba Sillah sogar ein Feldspieler im Tor des im Vorjahr noch so souveränen Aufsteigers.

„Es ist schwer, im Amateurbereich einen Gegner zu analysieren, den man nicht selbst gesehen hat. Wir kennen aber die Statistik und haben gesehen, dass sie teilweise auch hoch verloren haben“, hat Harbarth festgestellt. „Wir rechnen uns schon Chancen aus. Ich hoffe, dass die Erfahrung in unserem Team gegenüber der jungen Mannschaft aus Neckarau den Ausschlag geben könnte.“

Höchster Respekt vor Cisneros

Natürlich fordert die Saisonverlängerung – und das zusätzlich noch in den Pfingstferien – personell ihren Tribut. Die Vereinsikonen Rafal Ziemlicki und Gianluca Rizzo, zwei wichtige Stützen, weilen im Urlaub und werden ebenso wenig eingreifen können wie der langzeitverletzte Valerio Lewandowski. Doch es gibt auch positive Nachrichten: Abwehrrecke Juan Cisneros, der ebenfalls in Spanien urlaubt, wird eigens für diese Partie ins Flugzeug steigen und seine Knochen für die Mission Klassenerhalt hinhalten. „Das ist eine sehr coole Aktion – allergrößten Respekt!“

Möglicherweise bietet sich aber eine Woche nach dieser Partie noch ein Hintertürchen für den Verlierer dieser Ausscheidung. In der Landesliga haben die FT Kirchheim ihre Mannschaft zurückgezogen und werden auf den letzten Platz gesetzt. Dadurch wurde der Spvgg 06 Ketsch die Abstiegs-Relegation erspart und es steigt sicher kein Mannheimer Vertreter in die Kreisliga ab. Dadurch verbleibt der FC Hochstätt Türkspor schon definitiv im Mannheimer Oberhaus. Sollte zudem der FK Srbija Mannheim in der Aufstiegsrunde zur Landesliga erfolgreich sein, würde dann als Konsequenz auch der Verlierer des Aufstiegsspiels zur A-Klasse (SC Olympia Neulußheim gegen FV 03 Ladenburg) aufsteigen. Das wiederum bedeutet einen zusätzlichen freien Platz in der A-Klasse. Bei dieser Konstellation würde demzufolge auch der Verlierer der Abstiegsrelegation in der A-Klasse bleiben.

SGH-Frauen nicht in Bestbesetzung

Für Sascha Harbarth könnte der Sonntag zu einem emotionalen Wechselbad der Gefühle kommen. Nach dem Einsatz mit der Herren-Mannschaft muss sein Frauenteam um 17 Uhr in Waghäusel im finalen Entscheidungsspiel um den Verbandsliga-Aufstieg gegen den FV Ettlingenweier ran. „Auf der einen Seite ist es natürlich positiv, dass wir mit beiden Mannschaften etwas Großes erreichen können. Andererseits wäre es sehr bitter, wenn wir mit beiden Teams leer ausgehen“, sagt Harbarth. „Das kann mental ganz schön zerstörend werden.“

Im ersten Aufstiegsspiel gegen die SpG St. Leon/Mingolsheim unterlag die SGH-Frauen mit 0:1, für den Trainer ein bitteres Resultat. „Wir waren über weite Strecken die bessere Mannschaft und haben nach einer Standardsituation, bei der wir etwas ungeordnet waren, das Gegentor kassiert.“ Ettlingenweier unterlag der TSG Hoffenheim 0:2. „Wir gehen ohne Druck rein. Die Mannschaft, der Verein und wir Trainer, wir alle wollen gerne aufsteigen – allerdings ist das kein Muss.“ Für diese letzten 90 Minuten plus X werden Rosa Schrem, mit zehn Treffern drittbeste SGH-Schützin, und auch Emilia Gletz wegen Urlaubs fehlen. Zudem fällt Jumana Würz verletzt aus. wy