Tanzen

Lebenshilfe Weinheim feiert zweimal Silber beim Heimspiel

Der Premiere des Special Olympics Landeswettbewerbs in Weinheim sollen weitere Wettbewerbe folgen

Die LeHi Dance Stars der Weinheimer Lebenshilfe traten in der Kategorie C an und durften bei der ersten Special Olympic Landesmeisterschaft gleich Silber bejubeln. Foto: Gian-Luca Heiser
Die LeHi Dance Stars der Weinheimer Lebenshilfe traten in der Kategorie C an und durften bei der ersten Special Olympic Landesmeisterschaft gleich Silber bejubeln.

Die Tänzer der Lebenshilfe haben den einen oder anderen öffentlichen Auftritt schon hinter sich. Doch das, was sich zuletzt in Emis Dance Academy abspielte, war für alle Teilnehmer neu. Erstmals veranstaltete Special Olympics, die Organisation für geistig beeinträchtigte Menschen, eine nordbadische Landesmeisterschaft im Tanzen. Klasse für die Lebenshilfe, weil sich Oliver Gipp vom Ausrichter Tausendfüßler Mannheim, Weinheim als Austragungsort ausgesucht hatte. Ein Heimspiel also.

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Die Premiere glückt

Eins vorweg: Die Premiere glückte so gut, dass sich Veranstalter und Teilnehmenden vorstellen können, das Event jedes Jahr auszurichten. „Die allgemeine Begeisterung ist als Arbeitsauftrag zu werten“, sagt Oliver Gipp, einer der Pioniere für inklusives Tanzen. Er war nicht nur Moderator und Organisatoionschef, sondern auch noch als Trainer seiner eigenen Tanzgruppen vor Ort. „Das war schon herausfordernd und ein bisschen hat mein Herz geblutet, dass ich mich um meine Leute nicht so kümmern konnte. Aber die haben das auch so super gelöst“, sagt Gipp, der mit 60 Tanzenden gerechnet hatte. 121 kamen.

Volles Haus in Emis Dance Academy: Familien und Tänzer sorgten für klasse Stimmung bei der Premiere. Foto: Gian-Luca Heiser
Volles Haus in Emis Dance Academy: Familien und Tänzer sorgten für klasse Stimmung bei der Premiere.

„Das Herz sagt Ja zu einer jährlichen Ausrichtung. Auch Emi war begeistert. Aber da müssen wir schon noch viel nacharbeiten. Es hat alles geklappt, aber wir können noch vieles besser machen“, hofft Gipp auch auf die Unterstützung von Special Olympics Baden-Württemberg, was Verwaltung und Software angeht. „Da müssen wir eine Lösung finden, die händische Auswertung hat echt viel Zeit gekostet, die wir eigentlich nicht hatten.“ Davon machten sich Geschäftsführer Heiko Wipfler und Präsidentin Beate Slavetinsky auch vor Ort ein Bild.

Freude macht Nervosität Platz

Was sie sahen, war indes eine Veranstaltung, die die Tausendfüßler Mannheim mit viel Herzblut auf die Beine gestellt hatten. 21 Helfer waren beim Event selbst vor Ort, noch weitere zehn zusätzliche hatten im Vorfeld gewirkt, um von den Lotsen bei der Ankunft am OEG-Bahnhof bis zur Ausgabe beim Mittagessen alles abzudecken. Die beiden Tanzgruppen der Lebenshilfe hatten dabei die kürzeste Anreise, aber auch mit das größte Lampenfieber, zumal auch noch Trainer Michael Zürker erkrankt ausfiel.

Auch Trainerausfall kompensiert

„Das konnten wir mit unseren Betreuern Oliver Bach und Felicitas Kern aber sehr gut auffangen“, sagte Ettrich, Leiterin Offene Hilfen bei der Lebenshilfe. „Und als es dann wirklich losging, war die Nervosität wie weggeblasen und hat der Freude Platz gemacht.“ Ein halbes Jahr lang hatten die Weinheimer trainiert und wurden in ihrer Kategorie mit Silber und Rang vier belohnt. Solotänzerin Lisa landete ebenfalls auf dem zweiten Platz. „Mit so klasse Platzierungen hatten wir gar nicht gerechnet, das hat die Tänzer superstolz gemacht.“

Und weil die Landesmeisterschaft für alle, die dabei waren, zum Erfolg wurde, können sie eine Fortsetzung kaum erwarten. „Das Tolle ist, dass ganz viele gesagt haben, dass sie sich beim nächsten auch ans Solo oder Duo trauen“, sagt Oliver Gipp. Die meisten Landesmeistertitel gingen den den Tausendfüßler Club Mannheim, aber auch in Wiesbaden, St. Leon und Mutterstadt wurde gefeiert. Wie alle anderen, die einfach ihr Bestes gaben.