Tischtennis

Leider nicht die hellsten Leuchten

Tischtennisverein Weinheim-West fühlt sich bei der Sanierung der Dietrich-Bonhoeffer-Schulsporthalle vor den Kopf gestoßen. Gespart wird an der falschen Stelle.

Die Weinheimerin Elena Hinterberger gehörte mit einer 19:7-Bilanz in der vergangenen Saison zu einer der besten Spielerinnen der Regionalliga. Foto: TTV West
Die Weinheimerin Elena Hinterberger gehörte mit einer 19:7-Bilanz in der vergangenen Saison zu einer der besten Spielerinnen der Regionalliga.

Weinheim. Nach eineinhalbjährigem zweiten Sanierungsabschnitt freut sich der Tischtennisverein Weinheim-West wieder in der Dietrich-Bonhoeffer-Sporthalle aufschlagen zu dürfen. Seit 1974 ist das Schulzentrum Trainings- und Wettkampfdomizil des über 65 Jahre alten Vereins. Einige Einschränkungen, Kompromisse und Kosten begleiteten die Zeit, in der der TTV alternative Trainingsstätten nutzen konnte. „Hier geht ein Dank an das Amt für Bildung und Sport sowie den Nachbarvereinen TTC 46 Weinheim und TSG Lützelsachsen, von deren Equipment wir Gebrauch machen durften“, sagt TTV-Vostandsmitglied Markus Kasper.

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Die Freude ist aber etwas getrübt. Denn in den beiden Sporthallen der DBS herrschen unterschiedliche Standards. In der kleinen der beiden Sporthallen wurde ob des Investitionsvolumens an einer LED-Leuchtreihe gespart. Im Vergleich zur großen Halle oder der modernen Heidi-Mohr-Sporthalle ist der Abfall der Beleuchtungsstärke von der Mitte zur Seite deutlich. Dabei ist gerade das Licht und die gleichmäßige Beleuchtungsstärke im Tischtennissport wichtig und wurde bei den Planungen zur Sanierung hervorgehoben.

OB-Versprecher bewahrheitet sich

So bekam der versehentlichen Wortverdreher des Oberbürgermeisters Manuel Just, der zur Eröffnungsfeier die Zusammenarbeit bei der Planung hervorhob: „Beteiligte wären zu Betroffenen“ geworden, statt „Betroffene zu Beteiligten“ doch einen Sinn. Hätten die Tischtennisspieler davon gewusst, hätten sie für eine weitere Leuchtreihe wie in der Dreifeldhalle oder der Heidi-Mohr-Halle gesammelt, so Jugendwart Markus Kasper. Man muss wohl mit dem Ergebnis leben, da eine weitere Ertüchtigung fraglich ist.

25 Teams sind rekordverdächtig

Nichtsdestotrotz startet der TTV Weinheim-West mit 25 Mannschaften in die aktuelle Saison. Damit gehört der TTV weiterhin zu den meldestärksten Vereinen in Deutschland. Eine Herausforderung für den Club mit Stephan Dust, der seit dem letztem Jahr an der Spitze steht. Bei den Aktiven schicken die Sportwarte Ernst Reisig und Mathias Ligeika drei Damenmannschaften und erstmals neun Herrenmannschaften auf Punktejagd.

Seit sieben Jahren gehört das Damenteam der Regionalliga an. Johanna Wiegand, die als neue Nummer eins aus der 3. Liga des Nachbarvereins TTC 46 Weinheim hinzukommt, ist zweifellos eine Verstärkung. Ein weiteres Jahr darf die zweite Damengarnitur um Heike Fuhrmann in der starken Oberliga antreten. Wichtig war der Aufstieg der dritten Damen für die nachrückenden jungen Spielerinnen in die Verbandsklasse.

Auf Antrag des bayrischen Verbandes hat der Bundestag des Deutschen Tischtennisbundes mit knapper Mehrheit beschlossen, dass die Herren-Spielkassen nun Erwachsenen-Spielklassen heißen. Man möchte einer mögliche Diskriminierung von Spielern mit diversem Geschlecht prophylaktisch vorbeugen. Desweiteren erfolgt in den neuen Erwachsenenklassen im ersten Schritt eine Umstellung auf Vierer-Teams auf Verbandsebene.

Nach dem Abstieg in die Verbandsliga kann die erste Herrenmannschaft um Spitzenspieler Moritz Hardung eine gute Rolle spielen. Elias Pascher möchte mit den jungen zweiten Herren wieder die Verbandsklasse halten. Vor einer großen Herausforderung steht das aufgrund der Umstellung zusätzliche Team in der Bezirksliga um Jannik Brand. Die vierte und fünfte Herrengarnitur um Ernst Reisig und Malte Strauß kämpfen in der Bezirksklasse um die Punkte. In den beiden Kreisligen geht die sechste und siebte Herren an den Start. Die achte Herren tritt in der Kreisklasse A an. Das neunte Team ist in der anspruchsvollen Kreisklasse B gemeldet.

13 Jugendmannschaften

Im Jugendbereich vertreten 13 Nachwuchsmannschaften die Farben des TTV. Im fünften Jahr darf sich die erste Jugend in der Verbandsoberliga mit den besten Spielern aus Baden-Württemberg messen. Erfreulich tritt erstmals auch ein Mädchenteam aus Weinheims Westen in der Verbandsoberliga an. Eine weitere Mädchen- und Schülerinnenmannschaft ist in der Verbandsliga gemeldet. Gleich zwei Jugendteams sind in der Verbandsliga aktiv. Die vierte Jugend tritt in der Verbandsklasse an. Die fünfte und sechste Jugend greifen in der Bezirks- und Kreisliga zum Schläger.

Mädchen-Power herrscht bei den Schülern: Das erste Schülerteam in der Verbandsliga und die zweite Schülermannschaft in der Kreisliga besteht gänzlich aus weiblichen Nachwuchs. Die dritte Schülergarnitur wurde vom Bezirk ebenfalls in die Kreisliga eingestuft. Ihr Debüt feiern die Youngster der vierten Schüler in der Kreisklasse.

Zuletzt fand für den ambitionierten Nachwuchs des TTV ein Saisonvorbereitungslehrgang statt. Unter der Leitung des ehemaligen Bundestrainers Martin Adomeit waren alle Teilnehmer gefordert und erhielten neue Impulse. Die Saison kann also beginnen. Das erfreuliche Bild zeigt den Lohn des Engagements und der Investitionen in die Nachwuchsarbeit.

Kein Kandidat für Soziales Jahr

Auch wenn der ehemalige Bundesfreiwillige Marlon Helferich als Spieler erhalten bleibt, blieb die Suche nach einem geeigneten Kandidaten für ein soziales Jahr leider erfolglos. So müssen zwei Bewegungsangebot mit Weinheimer Kindergärten pausieren. Mit dünnerer Personaldecke möchte der TTV die Trainingsarbeit und Schul-AGs meistern. Ob jung oder alt, Tischtennis verbindet Generationen. mka

Wer Lust hat, die schnelle Ballsportart kennenzulernen, kann ins Training des TTV Weinheim-West schnuppern. Infos unter www.ttvweinheim-west.de