Basketball

MLP Academics sind Berlin nicht gewachsen

Heidelberg unterliegt ALBA Berlin bei der Bundesliga-Heimpremiere 81:90

Bei der Saisonpremiere der MLP Academics Heidelberg am Donnerstagabend gegen den hohen Favoriten ALBA Berlin lief aus Sicht der Hausherren nicht alles nach Wunsch. „Wir müssen Kontinuität finden. Wir waren phasenweise gut, die schlechten Phasen haben uns dann aber das Spiel gekostet“, sagte Headcoach Joonas Iisalo nach dem 81:90 (17:21, 22:23, 19:26, 23:20) vor 4069 Zuschauern im SNP dome.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Damit hatte der Finne die Dramaturgie des Heidelberger Auftaktspiels in der easyCredit Basketball Bundesliga treffend beschrieben. Die Gäste aus der Hauptstadt triumphierten dank einer kompakten Mannschaftsvorstellung und hatten das Geschehen meist unter Kontrolle. Das musste man seitens der Academics anerkennen, bei denen sich starke und schwächere Sequenzen abwechselten.

Es bleibt also dabei: Noch müssen die elanvollen MLP Academics in ihrer noch jungen BBL-Historie weiter auf ein erstes Erfolgserlebnis gegen die „Albatrosse“ warten. Denn die Berliner machen eben seit Jahrzehnten eine exzellente Arbeit und gelten auf Ebene des Vereinsbasketballs zurecht als einer der bestgeführten Klubs in Europa.

Bei den MLP Academics herrschte schon vor dem Sprungball eine ganz besondere Stimmung. Shyron „Shy“ Ely, Legende des Teams, wurde gebührend und offiziell vor den Fans verabschiedet. „Es ist eine große Ehre für mich“, sagte der 36-Jährige, der inzwischen mit seiner Frau Anna und den beiden Kindern Henri und Rubi in der Nähe von Hamburg lebt. Ely beobachtete, umrahmt von zahlreichen alten Weggenossen, wie sein Trikot mit der Nummer 5 unters Hallendach des SNP domes gezogen wurde. Ely selbst plant, demnächst die FIBA-Lizenz als Spielervermittler zu ergattern.

25 Minuten auf Augenhöhe

Die intensive Partie begann so, wie es sich die lautstarken Academics-Fans erhofft hatten. Die Hausherren hielten mit und insbesondere Isaiah Whaley wusste im ersten Viertel zu überzeugen. Der neue amerikanische Center und „Mister Zuverlässig“ Vincent Kesteloot waren offensiv die Aktivposten. Dem Belgier Kesteloot gelangen drei Dreier hintereinander binnen nur 110 Sekunden, sodass Heidelberg nach 16 Minuten mit 31:29 in Front lag. Leider kassierten die Iisalo-Schützlinge unnötig leichte Punkte, die das 39:44 zur Halbzeit bedeuteten.

Dennoch herrschte Hoffnung, zumal auch die Gäste mit Abstimmungsproblemen und vielen Turnovers zu kämpfen hatten. Über 25 Minuten blieb es ein Duell auf Augenhöhe, dann setzte sich der elffache deutsche Meister sukzessive ab, weil ALBA die Bretter auf beiden Seiten beherrschte und effizienter aus dem Feld traf. Matt Thomas, zuletzt bei Panathinaikos Athen recht unglücklich, verwandelte mit atemberaubender Sicherheit. 21 Punkte bei 70 Prozent Trefferquote machten den 29-Jährigen zum Topscorer. Die nachlassende und mitunter löchrige Defensive der MLP Academics bekam ihn nicht unter Kontrolle.

Beim 58:70 (3. Viertel) und endgültig beim 67:84 (37.) war die Entscheidung vorzeitig gefallen. Zwar gelang den Jungs vom Neckar bis zur Schlusssirene eine Ergebniskorrektur bis zum Endstand von 81:90, doch ernsthaft in die Bredouille konnte man die selbstbewussten Gelbfarbenen nicht mehr bringen. Dazu war die Offensivleistung nicht gut und konstant genug. Unterm Strich spielentscheidend sollte das Reboundverhältnis sein. 27/44 lautete es am Ende auf dem Statistikbogen – solch ein krasser Unterschied lässt sich gegen ein ohnehin physisch überlegenes Team wie das um den cleveren Weltmeister Johannes Thiemann nicht mehr kompensieren. Bereits am Sonntag (18.30 Uhr) treten die Academics bei den Rostock Seawolves an. mlp

MLP Academics Heidelberg: McGuirl (20/4 Dreier), Kesteloot (20/4), Whaley (14/2), Hundt (9/1), Keßen (7/1), Lasisi (5/1), Carroll (4), Vargas (2), Zipser, Würzner, Schally.