Nur Verlierer
Wie konnte das passieren? In der Diskussion um den Torwart des TSV Sulzbach und seine Rückennummer zeigt sich: Versagt wurde gleich an mehreren Stellen.
Eine Sache vorweg: Dem TSV Sulzbach und seinem Torhüter pauschal eine rechte Gesinnung zu unterstellen, ist schäbig und falsch. Glaubhaft, ehrlich und authentisch klingen stattdessen die Aussagen von Trainer Matthias Seiler.
Dennoch müssen sich der Spieler und alle Verantwortlichen des Vereins die Frage gefallen lassen: Wie konnte es zu diesem Verstoß überhaupt kommen? Seit Jahren ist die regelmäßige die Verwendung der Zahl „88“ in Neonazi-Kreisen hinlänglich bekannt, sodass allen Beteiligten am Sonntag – und eigentlich auch schon in den vergangenen drei Jahren – klar gewesen sein muss, dass man allein durchs Tragen dieser Rückennummer in ein schlechtes Licht geraten kann. Im Klartext heißt das: Der Torhüter, seine Mannschaftskollegen, das Trainerteam sowie alle Verantwortlichen hätten die nun aufgekommene Debatte ganz leicht und spätestens in der Umkleidekabine verhindern können.
Mehr als unglücklich war zudem, dass das Verbot der besagten Rückennummer vereinsintern offenbar nicht wirklich kommuniziert wurde. Auch dadurch hätte man sich wohl so manche Diskussion und vor allem die nun nötige Entschuldigung und Distanzierung sparen können.
Unverständlich ist jedoch nicht nur das Verhalten der Sulzbacher. Vielmehr stellt sich die Frage, ob die Schiedsrichter des Badischen Fußballverbandes womöglich das eigene Regelwerk nicht vollumfänglich kennen. Ein Spieler mit der Nummer 88 darf schlichtweg keinen Fußballplatz der Republik (mehr) betreten. Warum dies am Sonntagmittag in Sulzbach dennoch möglich war, weiß nur der Unparteiische selbst. Diese Kritik ist freilich nicht gleichbedeutend mit einem pauschalen Schiri-Bashing. Nur zu gut sind schließlich die Herausforderungen bekannt, denen sich die inzwischen viel zu wenigen Referees Woche für Woche stellen – freiwillig.
Festzuhalten bleibt: Am vergangenen Sonntag gab es deutlich mehr Verlierer als den SV Rippenweier.