Handball

Sieg in Münster: Auch eine Rote Karte kann die S3L nicht stoppen

Der Handball-Drittligist rückt nach seiner besten Saisonleistung bei einem der Titelkandidaten auf Rang drei. Die Abwehr legt einmal den Grundstein.

Tim Götz war der überragende Angreifer beim klaren Sieg der S3L in Münster. Foto: Daniel Schmitt
Tim Götz war der überragende Angreifer beim klaren Sieg der S3L in Münster.

Münster. Das Testspiel im August hatten die Handballer von Saase3Leutershausen noch 27:33 verloren. Im Ernstfall setzte sich der neue Tabellendritte der 3. Liga Südwest von der Bergstraße jetzt durch. Und wie! Ein einziges Mal lagen die Gastgeber vor 310 Zuschauern mit 1:0 in Führung, dann diktierten die Bergsträßer die Partie und siegten am Ende mit 34:28 (16:12) in Kelkheim überdeutlich. „Das war so nicht zu erwarten“, freute sich S3L-Coach Florian Taafel über eine erneut überragende Teamleistung seiner Mannschaft, die sich auch durch eine Rote Karte gegen Sven Schreiber nicht aus dem Konzept bringen ließ.

Schon nach 14 Minuten legte TSG-Trainer Sebastian Friemann beim 5:9 die Grüne Karte, doch näher als beim 10:12 kam die Mannschaft, die in der Vorwoche noch Titelkandidat Saarlouis deklassiert hatte, nicht mehr heran. Das 12:16 zur Pause schraubte der starke S3L-Spielmacher Tim Götz direkt nach Wiederanpfiff mit einem Doppelschlag auf 12:18. Bei der Roten Karte gegen Sven Schreiber (37.) nach einem unglücklichen Foul ins Gesicht seines Gegenspielers hatte es beim 14:20 eine zusätzlichen Zeitstrafe für Niklas Krämer und zwei Münsteraner gegeben. „Das Foul war nicht beacbsichtigt, die Rote Karte kann man geben. Dann sind aber ein paar Zuschauer aufs Feld gelaufen und es gab eine Rudelbildung“, beschreibt Taafel die Szene, die die Schiris auch im Spielbericht eintrugen.

Herausragende Abwehr

Wieder vollzählig sorgten der treffsichere Veit Schlafmann, der auf Rechtsaußen den erkrankten Fabian Schwarzer stark vertrat, Jonas Maier mit einem langen Wurf ins leere Tor und erneut der doppelt erfolgreiche Tim Götz beim 16:24 (44.) dafür, dass keine Spannung aufkam. „Zudem stand unsere Defensive mit Jonas Maier im Tor wieder super. Dass ein Mann wie Patrick Weber kein Feldtor erzielen konnte, spricht für sich“, freute sich Taafel über seine starken Inneblocker Schreiber und Sven Burkard. Nach der Roten Karte rückte Simon Reisig nach innen. Er übernahm dann im Angriff auch die Mitteposition, um Tim Götz – dem Taafel eine Eins mit Sternchen, auch im Zusammenspiel mit Niklas Krämer am Kreis verlieh – zu entlasten. Auf halblinks erhielt Lukas Gutsche mehr Verantwortung.

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Am Ende versuchten es die Münsteraner mit einer offensiven Abwehrvariante, doch S3L zeigte sich ganz abgezockt, ließ sich den nächsten Sieg nicht mehr nehmen und behält auswärts seine weiße Weste. „Das war mit Abstand die beste Saisonleistung, mit welcher Intensität wir das mit am Ende dann nur noch drei gelernten Rückraumspielern durchgebracht haben, war schon außerordentlich.“ Zu den beiden Punkten in der Tabelle kam auch noch eine gehörige Portion Selbstbewusstsein. „Damit im Rücken können wir am Freitag entspannt nach Hanau fahren.“

S3L Handball: Maier (1), Bennefeld; Schreiber (3), Gutsche (2), Salger (2), Krämer (8/4), Schwarzer, Burkard (1), Keller, Götz (7), Reisig (3), Schlafmann (6), Kessler (1).