Sven Barth hat weiter Lust auf schnelle Runden: diesmal mit 455 PS
Der gebürtige Weinheimer Sven Barth gibt ein unerwartetes Debüt im Prototype Cup Germany
Der gebürtige Weinheimer Sven Barth wurde von Gebhardt Motorsport als weiterer LMP3-Fahrer in ein ganz speziell selektiertes Fahrerquartett berufen. Er wird beim Saisonauftakt 2024 in Spa-Francorchamps vom 12. bis 14. April seine Premiere im Prototype Cup Germany feiern. Der Routinier teilt sich einen Duqueine mit dem jungen Maxim Dirickx (19/Belgien). Damit bietet sich dem Mann, der seine ersten Schritte im Motorsport beim MSC Oberflockenbach machte, noch einmal die äußerst reizvolle Aufgabe, sich auch speziell in dieser etablierten LMP3-Klasse zu beweisen.
Zur Person
Mit Sven Barth sicherte sich Gebhardt Motorsport einen Sportwagen-Spezialisten, der seine Karriere beim MSC Oberflockenbach startete.
In der Vita des 43-jährigen Weinheimers stehen mehrere Einzelsiege, Titelgewinne und sogar ein Rundenrekord.
Viele Top-Ergebnisse erreichte Barth mit dem RWT Racing Team seines 2022 früh verstorbenen Schwiegervaters Gerd Beisel. Er gewann die GT Masters Trophy und 2023 die Sports Car Challenge.
Teamchef Fritz Gebhardt hatte bei Sven Barth angerufen und gefragt, ob er nicht Lust habe, gemeinsam mit Gebhardt Motorsport den Prototype Cup Germany zu bestreiten. Der mit 43 Jahren inzwischen zum Motorsport-Routinier gereifte Eberbacher musste nicht lange überlegen: „Ich finde das Vorhaben von Gebhardt, Fahrerpärchen aus jung und alt zu bilden, wirklich gut. Diese bestehen aus einem starken ersten Auto mit Markus Pommer (amtierender Meister dieser Klasse) und Jungtalent Valentino Catalano, sowie dem bereits erwähnten jungen Dirickx, der sich zusammen mit mir das zweite Auto teilen soll. Die 455 PS-starken LMP3-Boliden sind nah am Formelsport, den ich immer sehr gemocht habe.“
Der leidenschaftliche Vollblutrennfahrer hat schon einige Motorsport-Rennserien erfolgreich hinter sich gebracht. Nach dem Kartsport ging das damals noch junge MSCO- Talent im Jahr 2000 in den Formelsport und feierte schnell Erfolge. In der Formel Volkswagen holte er sich 2002 den Titel, nachdem er sein erstes Jahr in dieser Serie noch auf dem dritten Gesamtrang beendet hatte. Es folgte der Aufstieg in den damals neu gegründeten Recaro Formel-3-Cup, in dem Barth Position zwei der Fahrerwertung eroberte und gleichzeitig den Pokal für den besten Rookie des Jahres bekam. Nach einem weiteren Aufstieg in den Formel Renault V6 Europacup und seinem unvergesslichen Triumph in Monte Carlo war das Kapitel Formelsport, abgesehen von sporadischen Einsätzen, nach der Saison 2004 leider abrupt beendet.
In den Folgejahren gab Sven Barth als Instruktor seine gesammelten Erfahrungen weiter und schnupperte in den Sportwagenbereich. Dort dominierte er etliche Jahre, also sehr erfolgreich, die European Sport Car Challenge (SCC). Von 2013 bis 2019 fuhr er dann ebenfalls für das RWT-Privatteam in der ADAC GT Masters und konnte gemeinsam mit David Jahn etliche Profiteams ärgern.
Mit nun 43 Jahren macht sich Barth keinen Druck, sondern möchte die Rennsaison voll genießen. „Es ist ein guter und willkommener Ausgleich zu meinem Beruf als Geschäftsführer eines Kanalsanierungsunternehmens. Ich gehe aber dennoch sehr fokussiert und voll konzentriert an diese neue Aufgabe ran, das bin ich schon Fritz Gebhardt schuldig.“ Ob er nun auch 2024 in dieser neuen Serie, erneut seine Erfolgsserie fortsetzen kann, wird sich ab April zeigen. ABA