Warum die Fortuna in dieser Saison bessere Chancen auf den Titel hat
Heddesheim geht erstmals als Erster der Verbandsliga in die Winterpause und will den Oberliga- Aufstieg am Saisonende meistern.
Heddesheim. Seit Kurzem gibt es ein Panini-Sticker-Album der Fußballer von Fortuna Heddesheim und vielleicht gehen die Spieler der Verbandsliga-Mannschaft, deren Konterfeis gesammelt und eingeklebt werden können, im Sommer in die Clubgeschichte ein. Die Oberliga wäre absolutes Neuland, aber momentan sieht es nicht schlecht aus. Das Team des Trainergespanns René Gölz und Feytullah Genc überwintert in der Verbandsliga Nordbaden auf dem ersten Tabellenplatz. Der Vorsprung auf den ersten Verfolger 1. FC Bruchsal beträgt nach 16 von 30 Spielen einen Punkt.
„Wir sind mit dem bisherigen Saisonverlauf natürlich sehr zufrieden“, sagt Coach Gölz. „Wir hatten am Anfang noch einige Anlaufschwierigkeiten. Da kam dann auch dazu, dass sich einige Leistungsträger verletzt haben. Aber gerade im letzten Drittel der ersten Jahreshälfte haben wir richtig gut gespielt und dann haben auch die Ergebnisse gestimmt.“
Die Heddesheimer hatten im Sommer erneut einen größeren Umbau der Verbandsliga-Mannschaft eingeleitet. „Wir haben 16 neue Spieler bekommen, der Kader war mit 23 Mann sehr groß“, sagt Gölz und bemerkt: „Es kam darauf an, was für Charaktere dazu kamen. Wir haben genau darauf geschaut, ob es passt – und ich muss sagen, es passt bislang sehr gut.“
Gute Mischung
Die neuen Spieler wie unter anderem Topaz Kronmüller, der vom FC Astoria Walldorf II) kam, oder Marcel Schwöbel (TSG 62/09 Weinheim) und Ayhan Sabah (FC Türkspor Mannheim) haben die Erwartungen erfüllt. Gleiches gilt für Abwehrmann Nestor Djengoue, der ja schon beim Oberligisten VfR Mannheim spielte, und Angreifer Fabian Geckle, der mit 18 Toren in 16 Ligaspielen eine überragende Trefferquote aufweisen kann. Dazu kamen die erfahrenen Akteure wie Marcel Gessel, Oliver Malchow, Enis Baltaci, Pasquale Marsal, Mario Müller oder Robin Szarka, die in der vergangenen Saison schon zu den wichtigen Akteuren bei der Fortuna gehörten. „Wir haben in dieser Saison einfach eine sehr gute Mischung aus jungen und älteren Spieler“, sagt Gölz.
In den ersten Spielen musste sich die Fortuna erst einmal finden. Im Pokal kam beim Ligakonkurrenten Mühlhausen das frühe Aus. In der Liga kassierten die Heddesheimer zunächst Niederlagen in Walldorf II (1:2) sowie zu Hause gegen Eppingen (0:1) und holten in den ersten vier Partien nur sechs Zähler. Doch dann blieb die Fortuna in sieben Spielen ungeschlagen, gewann in dieser Phase sechsmal, unter anderem mit 8:0 im Derby gegen die TSG 1862/09 Weinheim und fuhr 19 Punkte ein.
Die Heddesheimer grüßten Ende Oktober von der Tabellenspitze. Beim Rivalen 1. FC Bruchsal gab es dann mit einer 1:2-Niederlage zwar wieder einen Dämpfer. Mit einem Unentschieden gegen den ebenfalls ganz vorne mitspielenden Türkischen Sportverein Pforzheim (1:1) und drei Siegen schlossen die Heddesheimer das Fußballjahr aber ganz stark ab und sind erstmals in der Clubhistorie in der Pause Verbandsliga-Tabellenführer.
Große Trainer-Harmonie
Rene Gölz lobt die Zusammenarbeit im Trainer-Team. „Die Arbeit mit Feytullah Genc und auch Moses Kopotz, der die Videos der Spieler immer sehr stark analysiert, sowie unserem Torwartcoach Dirk Zeume funktioniert sehr gut. Auch die Sportliche Leitung macht einen super Job.“ Für Torwarttrainer Zeume hat Gölz auch ein Sonderlob: „Vor der Saison hatten wir ein Fragezeichen auf der Position, da Dennis Broll mit Kreuzbandriss ja ausfiel. Aber mit Felix Lutz und Tim Kallis haben wir zwei hervorragende Keeper für die Verbandsliga.“
In der Winterpause werden wohl „ein bis zwei“ Spieler, so der Coach, die noch nicht zum Zuge kamen, den Club verlassen. „Schlüsselakteure werden es nicht sein. Es gab auf jeden Fall ein paar Anfragen von Spielern, die wechseln wollen, weil sie sich mehr Spielzeit wünschen“, sagt Gölz. Laut dem Trainer hält die Fortuna zugleich in den Wintermonaten die Augen offen.
Doch würde die Fortuna die Oberliga überhaupt stemmen können? „Klar ist das eine ganz andere Welt, wir haben uns bei anderen Oberligisten informiert. Es kommen mehr Anforderungen auf einen zu, die Auswärtsfahrten sind länger, sportlich müssen wir einen guten Kader haben. Das kostet viel Geld. Wir werden deshalb in den nächsten Wochen über das alles sprechen müssen“, sagt Gölz, der aber klarmacht: „Wir haben jetzt die große Chance, in die Oberliga zu kommen. Sportlich wollen wir das auch schaffen.“ Als schärfste Konkurrenten hat der Coach Verfolger Bruchsal und auch noch den 1. FC Mühlhausen auf dem Schirm. „Dazu noch Pforzheim, wir vier Clubs kämpfen um den Titel.“
Neustart am 12. Januar
Verbandsliga-Tabellenführer Fortuna Heddesheim startet mit der Rückrundenvorbereitung am 12. Januar. „Wir wollen früh anfangen, das sind dann acht Wochen, bis es weitergeht“, sagt René Gölz. Das erste Pflichtspiel im Jahr 2026 steigt für die Heddesheimer am Samstag, 7. März. Und es ist auch gleich ein ganz wichtiges Spiel. Die Fortuna empfängt dann nämlich den Gü-Türkischer Sportverein Pforzheim (4.), der nur vier Punkte hinter der Fortuna steht.