Weinheim trauert um Wrestling-Pionier Dirk Hadameck
Was 1998 mit einer ungewöhnlichen Idee begann, wurde beim AC Weinheim zu einer festen Größe im deutschen Wrestling. Jetzt trauern mehrere Generationen der ACW-Wrestler um ihren Wegbereiter.
Weinheim. Gründer, Wrestler, Förderer, Trainer, Visionär und zuletzt auch wieder regelmäßiger Besucher bei Veranstaltungen in der Halle: Was Dirk Hadameck für die Wrestlingabteilung des AC 92 Weinheim geleistet hat, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Jahrelang war er der Kopf und das Gesicht von ACW (Athletik Club Wrestling) in Weinheim. Jetzt ist der Vater von Zwillingen im Alter von 48 Jahren im Oktober verstorben.
Der am 20. Januar 1978 geborene Hadameck hat mit ACW seinen Traum verwirklicht. Dabei hielt man seine Idee zunächst für einen Scherz – weil er die Abteilung am 1. April 1998 ins Leben gerufen hatte. Als erster Abteilungsleiter bereitete Hadameck beinahe ein Jahrzehnt lang den Weg für professionelles Wrestling in Weinheim, zu einer Zeit, als es in Deutschland erst wenige Wrestling-Promotions gab.
Er holte die ersten professionellen Trainer in die ebenfalls von ihm gegründete Wrestlingschule, in der anfangs noch auf Turnmatten im Judo-Dojo trainiert wurde, weil kein Ring zur Verfügung stand. Für die ersten ACW-Veranstaltungen verpflichtete Hadameck professionelle Wrestler aus Deutschland und dem Ausland.
„Dircor“ und die Leidenschaft für Actionfiguren
Die erste Wrestling-Veranstaltung in Weinheim ist untrennbar mit seinem Namen verbunden. Als großer Fan der Actionfiguren von Masters of the Universe rief er 1998 den „Universe Brawl“ ins Leben. Noch heute dient die Veranstaltung jedes Jahr im April als Geburtstagsevent des ACW.
Auch sein Kampfname „Dircor“ leitet sich aus dieser Leidenschaft ab, setzt er sich doch aus seinem Vornamen und dem des Bösewichts Skeletor zusammen. Actionfiguren galt auch abseits des Rings seine zweite große Leidenschaft. Der Lehrer an der SRH in Heidelberg vertrieb sie zunächst in Geschäften in Weinheim und Ladenburg, später in einem Online-Shop.
Dirk Hadameck ist erster Hall of Famer des ACW
Das Wirken seines ersten Heavyweight Champions wusste der ACW zu würdigen und nahm Hadameck als erstes Mitglied in die 2008 gegründete Hall of Fame auf. In dieser Zeit zog er sich zunehmend aus der Verantwortung zurück und übergab die Geschicke an Mitbegründer Argend Qufaj und Dirk Nicolai.
Seiner Wrestlingabteilung blieb er jedoch stets verbunden, zuletzt besuchte er mit seiner Familie wieder häufiger Veranstaltungen. Zu sehen, wie seine Idee weiterlebt und sein Vermächtnis fortgeführt wird, erfüllte ihn mit Stolz.
Wie groß Hadamecks Beitrag zum Wrestling in Weinheim war, zeigte sich nicht zuletzt bei seiner Beisetzung in Ladenburg vor wenigen Tagen, als mehrere Generationen von ACW-Wrestlern zum letzten Mal von ihm Abschied nahmen. (red)