Frankfurt/Main

English Theatre plant trotz Räumungsklage neue Spielzeit

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Trotz des laufenden Rechtsstreits um die Spielstätte plant das English Theatre Frankfurt mindestens fünf Neuproduktionen. Das Theater - nach eigenen Angaben die größte englischsprachige Bühne auf dem europäischen Festland - ist Mieter in einem Hochhaus im Bankenviertel und sieht sich mit einer Räumungsklage konfrontiert.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Das Theater beruft sich auf einen «städtebaulichen Vertrag», der 1999 Bedingung für den Bebauungsplan war, wie der damalige Planungsdezernent der Stadt Frankfurt, Martin Wentz, am Dienstag bei der Spielplanpressekonferenz ausführte. Darin sei festgeschrieben, dass der Grundstückseigentümer im Keller «einen laufenden öffentlichen Theaterbetrieb vorhalten» müsse.

Das Gebäude schräg gegenüber von Schauspiel und Oper hat seither mehrfach den Besitzer gewechselt: Der ursprüngliche Bauherr, die Dresdner Bank, fusionierte mit der Commerzbank, die das Gebäude an den internationalen Investor Capitalland verkaufte. Das Haus muss laut Commerzbank leer übergeben werden. Am 7. Juni reichte die Commerzbank Räumungsklage beim Landgericht ein. Aus Sicht der Commerzbank befindet man sich «in einem vertraglosen Verhältnis».

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) geht - wie die beratenden Juristen des English Theatre - davon aus, dass das Theater «dauerhaft berechtigt ist», als Mieter die Räume weiter zu nutzen und dass dieser Anspruch beim Verkauf auf den Nachfolgebesitzer hätte übertragen werden müssen.

Bis zum Ende der laufenden Spielzeit rechnet Intendant Daniel Nicolai mit 65.000 Besuchern. Das Musical «Sister Act» hatte eine Auslastung von 99 Prozent. Das Theater hat 300 Plätze. Die nächste Spielzeit startet im September mit einem Stück von David Byrne («Vanishing Room»), das - in Kooperation mit Bühnen in London und New York - eigens für das English Theatre geschrieben wird. Danach folgt eine Musical-Komödie über Shakespeare («Something Rotten»), das Kammerspiel «The two Popes» und die Hunde-Komödie «Sylvia».