Landtag

Hessen plant rascheren Berufseinstieg angehender Lehrer

Mehr eigenverantwortlicher Unterricht, weniger Ausbilderbesuche mit langer Vorbereitung: Wie Hessen die Lehrerausbildung neu aufstellen möchte. Worüber noch debattiert der Wiesbadener Landtag?

Hessens angehende Lehrerinnen und Lehrer sollen künftig ein etwas kürzeres Referendariat durchlaufen. (Symbolbild) Foto: Armin Weigel/dpa
Hessens angehende Lehrerinnen und Lehrer sollen künftig ein etwas kürzeres Referendariat durchlaufen. (Symbolbild)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessen will seine Lehrerausbildung reformieren. Der Wiesbadener Landtag diskutiert heute (14.00 Uhr) in erster Lesung über einen entsprechenden Gesetzentwurf von Schwarz-Rot.

Mit der Verkürzung der praktischen Phase der Lehrerausbildung nach dem Studium (Referendariat) von 21 auf 18 Monate können die neuen Pädagogen demnach künftig rascher eigenverantwortlich unterrichten. Damit erreichten sie auch früher die Besoldungsgruppe A 13. In Deutschlands Wettbewerb um gut ausgebildete Lehrkräfte wäre ihr früherer Berufsstart laut Gesetzentwurf zudem ein Vorteil für den Standort Hessen und seine Schulen.

Referendare sollen mehr eigenverantwortlichen Unterricht halten

Überdies soll anstelle der heutigen modularen Struktur des Referendariats mit einer Kette unterschiedlicher Ausbildungsschritte eine neue durchgehende Struktur eine «Qualitätssteigerung» erzielen. Die Zahl der Unterrichtsbesuche von Ausbildern, die Referendare langwierig vorbereiten müssen, soll sinken. Im Gegenzug soll ihr eigenverantwortlicher Unterricht verlängert werden.

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Impressum

Die Bildungsgewerkschaft GEW Hessen kritisierte die geplante Verkürzung des Referendariats um drei Monate: Das liefe auf eine schlechtere Qualität der Ausbildung hinaus. Das Gleiche wäre laut GEW der Fall bei der vorgesehenen Erhöhung des eigenverantwortlichen Unterrichts «von maximal 12 auf bis zu 16 Stunden» pro Woche in der Hauptphase des Referendariats.

Kampf gegen Wohnungslosigkeit

Zu den weiteren Themen der Plenardebatte heute gehört etwa das Ziel von Schwarz-Rot, gegen die Wohnungslosigkeit in Hessen verstärkt vorzugehen. Die Landesregierung will nach Angaben der CDU- und der SPD-Fraktion von 2026 bis 2028 mit insgesamt 6,1 Millionen Euro entsprechende Modellprojekte fördern. Beispielsweise geht es um Fachstellen zur Wohnraumsicherung und besondere Angebote für Frauen ohne Wohnung.