Trockenes Flussbett

Hier fließt ein Fluss unterirdisch weiter

Die Dreisam führt nahe Freiburg scheinbar kein Wasser mehr. Der Fluss fließt jedoch unter der Erde weiter – für dieses Phänomen gibt es eine Erklärung.

Manch einer wundert sich über den Anblick des trockenen Flussbetts. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
Manch einer wundert sich über den Anblick des trockenen Flussbetts.

Freiburg (dpa/lsw) - Wo sonst ein Fluss fließt, liegt nur noch trockenes Kiesbett: Die Dreisam ist bei March (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) trocken gefallen. Für dieses Phänomen gibt es eine natürliche Erklärung.

Die Dreisam wird hauptsächlich von Regen- und Schmelzwasser gespeist, wie es vom Regierungspräsidium Freiburg (RP) hieß. In langen, trockenen Sommern ohne nennenswerte Niederschläge sinken die Abflüsse, die Grundwasserstände fallen und Zuflüsse trocknen aus. Das verbleibende Wasser versickert unter die Erde und fließt dort in den sogenannten Dreisamschwemmfächer, den eiszeitlichen Geschiebeablagerungen der Dreisam. Erst bei Nimburg taucht der Fluss demnach wieder überirdisch auf.

Das Trockenfallen betreffe nicht nur die Dreisam – auch andere Schwarzwaldgewässer, die in die Rheinebene fließen, seien in langen Trockenphasen von dem Phänomen betroffen, so das RP.

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Schon mehrfach kam es zu diesem Phänomen. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
Schon mehrfach kam es zu diesem Phänomen.

Wasserentnahmen eingeschränkt

Die Folgen für die Natur sind laut RP erheblich. Lebensräume für Fische und wirbellose Kleinlebewesen fallen trocken, das Restwasser wird wärmer und sauerstoffarmer. Fische seien gestresst und anfälliger für Krankheiten, ein Fischsterben drohe. Wanderfische können den Fluss nicht mehr passieren. Auch für Anwohner schränkt sich der Naherholungswert deutlich ein: Wasserentnahmen müssen reduziert oder ganz eingestellt werden.

Das RP reagiert mit mehreren Maßnahmen: Die unteren Wasserbehörden schränken Wasserentnahmen ein. Langfristig setze die Behörde unter anderem auf Renaturierungen sowie auf Beschattung. In den vergangenen Jahren wurden zudem Kaltwasserpools als Rückzugsräume für Fische eingerichtet. An sensiblen Stellen informieren Hinweisschilder die Bevölkerung.