Landesregierung präsentiert Bildungspaket
Deutschland schneidet in internationalen Bildungstests keineswegs überragend ab. Schwarz-Rot in Hessen will Schüler mit neuen Maßnahmen noch mehr unterstützen. Welche Kritik wird dabei laut?
Wiesbaden (dpa/lhe) - Mit einem neuen Bildungschancenpaket will Schwarz-Rot in Hessen die Fähigkeiten von Kindern bei Lesen, Schreiben und Rechnen noch gezielter fördern. Damit sollen laut Staatskanzlei «die Bildungschancen für alle» gestärkt werden.
Regierungschef Boris Rhein, Kultusminister Armin Schwarz (beide CDU) und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) wollen das Maßnahmenbündel an diesem Montag (12.00 Uhr) in Wiesbaden vorstellen. Rhein hatte es bereits vor den Sommerschulferien angekündigt, ohne schon Details zu nennen.
Kürzungen oder Verschiebungen von Steuergeld?
Die Grünen-Opposition im Landtag kritisierte derweil, auch das neue Schuljahr habe mit Einsparungen in der Bildung begonnen, etwa an Gesamt- und Brennpunktschulen sowie in der Lehrerausbildung: «Erst drastisch kürzen und dann ein angebliches Bildungspaket schnüren – das passt nicht zusammen.» Auch Bildungsgewerkschaften werfen Schwarz-Rot zu viele Einsparungen an Schulen vor.
Das Kultusministerium wies die Kritik zurück: Hessens Bildungsetat sei 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 374 Millionen Euro auf 6,2 Milliarden Euro und damit auf Rekordhöhe gestiegen. Letztlich gebe es keine Kürzungen, sondern Verschiebungen, etwa von Intensivklassen für Flüchtlingskinder, die weniger geworden seien, zu mehr Lehrerstellen in Grundschulen mit Ganztagsangeboten.