Proteste

Tausende bei Demo in Frankfurt - Pyrotechnik sorgt für Stopp

«Gen Z regelt» hat auch in Frankfurt mobilisiert. Auf Reden an der Weseler Werft folgt ein Demozug durch die Innenstadt. Die Polizei greift ein, als sich Teilnehmer vermummen und Pyrotechnik zünden.

In der Nähe der Europäischen Zentralbank startete die Demonstration. Foto: Florian Wiegand/dpa
In der Nähe der Europäischen Zentralbank startete die Demonstration.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Gegen Wehrpflicht und für Investitionen in Bildung und Gesundheit: Mehrere Tausend Menschen sind bei einer Demonstration der Initiative «Gen Z regelt» durch Frankfurt gezogen. Die Polizei sprach am Nachmittag von 8.000 Teilnehmern, die Veranstalter von etwa 9.000. 

Es blieb zunächst weitgehend friedlich, lediglich vor dem Start des Demonstrationszuges an der Weseler Werft in der Nähe der Europäischen Zentralbank (EZB) kam es laut Polizei zu einer kurzen Verzögerung, weil sich einzelne Personen vermummt hatten. 

«Gegen Personen, die andere daran hindern, friedlich zu demonstrieren, die die Versammlung stören oder Straftaten begehen, gehen wir gezielt und konsequent vor», schrieb die Polizei auf WhatsApp. Sie begleitete die Demo mit einem großen Aufgebot, auch eine Drohne war im Einsatz. 

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Auftakt an der Weseler Werft 

Vorausgegangen waren Reden an der Weseler Werft. Dabei wurde Kritik am Sparkurs bei Bildung und Gesundheit geäußert, Redner sprachen sich gegen eine Wehrpflicht aus. Auf Plakaten wurden unter anderem mehr Perspektiven und mehr Gerechtigkeit für junge Menschen gefordert. 

Angemeldet waren in Frankfurt für den Nachmittag zwei Kundgebungen. Laut Polizei wurde eine nach kurzer Zeit beendet und ein gemeinsamer Demozug gebildet. Die Veranstalter appellierten an die Teilnehmer, friedlich zu bleiben.

Zwischenzeitlich wurde in der Menge Pyrotechnik gezündet. Foto: Florian Wiegand/dpa
Zwischenzeitlich wurde in der Menge Pyrotechnik gezündet.

Die Demo führte über den Mainkai und sollte entlang des Anlagenrings zur Kurt-Schumacher-Straße und zurück an den Main führen und mehrere Stunden dauern. Als laut Polizei in der Menge Pyrotechnik gezündet wurde, stoppten die Beamten den Zug. Wenig später ging es weiter. In den Bereichen, in denen gezündet worden sei, werde der Aufzug nun enger begleitet, teilte die Polizei mit.

Poseck will am Abend Zwischenbilanz ziehen

Für die Polizei bedeutete der Samstag einen Großeinsatz, auch wenn sie mit einem überwiegend friedlichen Verlauf rechnete. Dass es zu Ausschreitungen wie jüngst in Frankreich kommt, davon ging auch das hessische Innenministerium nicht aus. 

Nach einer kurzen Verzögerung am Start setzte sich der Demozug in Frankfurt in Bewegung. Foto: Boris Roessler/dpa
Nach einer kurzen Verzögerung am Start setzte sich der Demozug in Frankfurt in Bewegung.

Es bestehe aber «eine Gefahr für eine Unterwanderung des Protestes durch Linksextremisten mit Gewaltpotenzial». Innenminister Roman Poseck (CDU) will am frühen Abend (18.30 Uhr) bei einem Statement an der zentralen Konstablerwache eine erste Zwischenbilanz ziehen.

Die Initiative «Gen Z regelt» setzt sich unter anderem für mehr Klimaschutz ein, fordert Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und positioniert sich gegen eine Wehrpflicht. Bundesweit waren für diesen Samstag in mehr als 30 Städten Proteste angekündigt.

In Hessen gab es eine weitere Kundgebung in Kassel. Hier versammelten sich am Nachmittag der Polizei zufolge zwischen 500 und 600 Menschen. Es sei alles friedlich, sagte ein Polizeisprecher. 

Läden verbarrikadieren sich

Wie viele Menschen am Ende zu den angemeldeten Demonstrationen kommen, ist offen. Auf der Homepage von «Gen Z regelt» konnte man mit einem einfachen Mausklick angeben, dabei sein zu wollen. Das hatten bis zum Protestbeginn um 14.00 Uhr zwar mehr als 182.100 Menschen getan. Die in den Städten offiziell angemeldeten erwarteten Teilnehmerzahlen waren allerdings deutlich niedriger.

So manche Einzelhändler schützten ihre Schaufenster im Vorfeld aus Angst vor Ausschreitungen. (Archivfoto) Foto: Boris Roessler/dpa
So manche Einzelhändler schützten ihre Schaufenster im Vorfeld aus Angst vor Ausschreitungen. (Archivfoto)

Aus Angst vor Ausschreitungen hatten viele Einzelhändler in den Innenstädten und vor allem in Luxus-Einkaufsstraßen größerer Städte vorsorglich ihre Schaufenster mit Holzplatten oder anderem verbarrikadiert - so auch in Frankfurt.