Staatsschutzverfahren

Mutmaßlicher IS-Unterstützer bald vor Oberlandesgericht

Er soll mehrere Tausend Euro nach Syrien überwiesen und damit den IS unterstützt haben. Mit dem Geld wurden laut Anklage auch Witwen getöteter IS-Kämpfer freigekauft.

Der Angeklagte sitzt seit Juni 2024 in U-Haft (Symbolbild) Foto: Boris Roessler/dpa/dpa-tmn
Der Angeklagte sitzt seit Juni 2024 in U-Haft (Symbolbild)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Ein mutmaßlicher Unterstützer des Islamischen Staats (IS) steht ab Ende Februar vor dem Oberlandesgericht Frankfurt. Er ist wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland und weiterer Straftaten angeklagt. Der 27-Jährige aus Frankfurt soll in der Zeit von Mai 2020 bis August 2021 den IS mit mehr als 4000 Euro unterstützt haben. Das Geld gelangte demnach über ein IS-Spendennetzwerk nach Syrien.

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Dort sei das Geld von Mitgliedern der Terrormiliz unter anderem zum Freikauf der Witwen getöteter IS-Kämpfer aus Gefangenenlagern verwendet worden. Eine weitere Überweisung des Beschuldigten in Höhe von etwa 1.500 Euro scheiterte und wurde zurückerstattet, wie es hieß.

Prozess bis Ende April geplant

Mit den Überweisungen soll der Mann auch gegen ein Bereitstellungsverbot der EU im Bereich der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik verstoßen haben. Deshalb werden ihm neben der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland auch Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz zu Last gelegt.

Der Angeklagte wurde laut Gericht am 13. Juni 2024 festgenommen und befindet sich seit dem Tag in Untersuchungshaft. 

Die Hauptverhandlung vor dem Oberlandesgericht beginnt am 24. Februar. Das Gericht will den Prozess danach an acht weiteren Terminen bis Ende April fortsetzen.