Nassauische Heimstätte mit positivem Jahresabschluss
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die landeseigene Wohnungsgesellschaft Nassauische Heimstätte (NHW) hat im Krisenjahr 2022 einen Überschuss von rund 22,9 Millionen Euro erwirtschaftet. «Natürlich hat die veränderte geopolitische Situation einen signifikanten Einfluss auf die Geschäftstätigkeit», sagte der leitende Geschäftsführer Thomas Hain am Freitag in Frankfurt. So machten Zinssteigerungen, höhere Baukosten und Materialmangel der Unternehmensgruppe zu schaffen.
Dennoch habe man dafür gesorgt, dass die Wohnungsgesellschaft handlungsfähig bleibe, betonte Hain. Aber er unterstrich zugleich, dass das Investitionsvolumen weiter abnehme: «Wir werden unsere Wachstumsziele daher langsamer erreichen als ursprünglich geplant.»
Hessens Wirtschafts- und Wohnungsbauminister Tarek Al-Wazir (Grüne) betonte, dass die energetische Sanierung besonders wichtig sei. «So wird die NHW ihren gesamten Gebäudebestand klimaneutral entwickeln.» Davon würden auch die Mieterinnen und Mieter profitieren. Laut NHW wurden im letzten Jahr 221 Wohnungen energetisch saniert. Aktuell liefen die Arbeiten an 300 weiteren. Bei jeder modernisierten Wohnung sinke der Energiebedarf um zwei Drittel, hieß es. «Pro Jahr und Wohnung bedeutet das eine Reduzierung um 1,75 Tonnen Kohlendioxid.»
Die Nassauische Heimstätte gab bei ihrer Bilanz-Pressekonferenz auch Daten zu Neubauprojekten bekannt: Demnach konnten im vergangenen Jahr 489 neue Wohnungen fertigstellt werden, etwa so viele wie im Jahr zuvor. Aktuell seien rund 3600 Wohnungen in Bau und Planung. Davon seien etwa ein Drittel gefördert, hieß es.
«Jede Hessin und jeder Hesse soll eine angemessene Wohnung zu einem bezahlbaren Preis bekommen können», unterstrich Minister Al-Wazir, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der NHW ist. «Dafür wenden wir Rekordmittel für den sozialen Wohnungsbau auf.» Konkret seien für die Jahre 2019 bis 2024 rund 2,7 Milliarden an Bundes- und Landesmitteln bereitgestellt worden.