Nicht-olympische Spiele 2029

Noch 1.000 Tage: Karlsruhe startet Countdown für World Games

Zum zweiten Mal ist Karlsruhe Ausrichter für die World Games. 2029 will die Stadt ein guter Gastgeber sein - mit einem Konzept aus dem Nachbarland.

Der Countdown läuft: Karlsruhe und Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD, l) machen sich bereit für die World Games 2029. Foto: David Joram/dpa
Der Countdown läuft: Karlsruhe und Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD, l) machen sich bereit für die World Games 2029.

Karlsruhe (dpa/lsw) - Exakt 1.000 Tage vor Beginn der World Games hat Karlsruhe den Countdown für das internationale Sportevent gestartet. Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD), Landes-Sportmininsterin Theresa Schopper (Grüne) und World-Games-Präsidentin Anna Arzhanova drückten am Freitagvormittag auf dem Marktplatz den roten Knopf, um die 3,50 Meter hohe Countdown-Uhr für die Spiele der nicht-olympischen Sportarten herunterlaufen zu lassen. 

Das Programm vom 19. bis 29. Juli 2029 umfasst 62 Disziplinen aus 36 Sportarten und damit so viele wie noch nie. «Wir können und wollen die großen Sportevents», sagte der neue Sport-Staatsminister Ronald Rauhe auch mit Blick auf die Münchner Olympiabewerbung für 2036, 2040 oder 2044 in einer Videobotschaft.

Die Spiele in Karlsruhe, darunter Tauziehen, Inline-Speedskating oder Beach-Handball, sollen nach Wunsch von Mentrup zentrumsnah stattfinden. Als Vorbild dient das Konzept der kurzen Wege von Olympia 2024 in Paris.

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«Wir wollen vor allem Sportstätten anbieten, die eine tolle Atmosphäre schon durch das Stadtbild außen rum bieten und die vor allem auch die Stadtgesellschaft auf kurzem Wege animiert, an diesen Wettbewerben und Wettkämpfen teilzunehmen. Und da ist für uns der Marktplatz ein gesetzter Sportort», sagte der Rathauschef der dpa. Zudem solle hinter dem Karlsruher Schloss «einiges» veranstaltet werden.

Wohl keine Wettkämpfe im Wildparkstadion

Auch vor dem Gottesauer Schloss in der Oststadt, im Carl-Kaufmann-Stadion bei der Europahalle und in der etwas außerhalb gelegenen Messe wünscht sich Mentrup Wettkämpfe. Das Wildparkstadion, wo die World Games nach derzeitiger Planung eröffnet werden, sei «eher nicht vorgesehen» als Austragungsort.

World-Games-Sportdirektor Alain Blondel sagte: «Wir wollen die Zuschauer dort abholen, wo sie sind.» Noch seien aber viele Details zu klären, etwa mit den 80 Wettkampfleitern, die in den vergangenen Tagen vor Ort waren. «Es ist noch nichts in Stein gemeißelt», betonte Blondel. Mehr Klarheit soll bis Ende März 2027 herrschen.

In Karlsruhe, das nach 1989 als erste Stadt zum zweiten Mal Ausrichter der World Games ist, werden rund 4.000 Athletinnen und Athleten aus rund 100 Ländern erwartet. «Wir sind eine Sportstadt», stellte die Karlsruher Top-Weitspringerin Mikaelle Assani klar.

Finanzen: 100 bis 150 Millionen Euro sollen hängen bleiben

Martin Wacker, Geschäftsführer der The World Games 2029 Karlsruhe GmbH, geht davon aus, dass die lokale Wirtschaft mit Einnahmen von 100 bis 150 Millionen Euro rechnen könne. An den veranschlagten Kosten für die Spiele von knapp über 120 Millionen Euro beteiligen sich neben der Stadt Karlsruhe (22,6 Millionen), auch das Land Baden-Württemberg (33) und der Bund (55).

Die World Games sind Anfang der 1980er Jahre als Spiele der nicht-olympischen Sportarten ins Leben gerufen worden. In den vier Jahrzehnten seitdem wurden einige Sportarten vom IOC zu Olympia aufgenommen, etwa Badminton, Beachvolleyball, Triathlon oder Sportklettern. Teilweise finden Sportarten bei beiden Großevents statt, dann aber mit unterschiedlichen Disziplinen.