Özdemir zieht in Dienstvilla auf der Stuttgarter Solitude
Neben dem historischen Schloss Solitude liegt der künftige Wohnsitz von Ministerpräsident Özdemir und seiner Frau. Was es mit der Villa auf sich hat - und warum die Kretschmanns dort nicht wohnten.
Stuttgart (dpa/lsw) - Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) und seine Frau Flavia Zaka werden in die Dienstvilla auf dem Gelände der Stuttgarter Solitude ziehen. Dies bestätigte eine Sprecherin des Finanzministeriums. Zuvor hatte der «Südkurier» berichtet. Wann der Einzug stattfinden wird, war zunächst nicht klar.
«Derzeit finden bauliche Maßnahmen statt, weil das Gebäude nach einer grundlegenden Sanierung im Jahr 2006 ohnehin sanierungsbedürftig war», sagte die Sprecherin. Weitere Angaben, etwa zu den Kosten, machte sie zunächst nicht.
Die Dienstvilla liegt auf dem Gelände des Schlosses Solitude acht Kilometer westlich des Stuttgarter Zentrums. Dem vom Herzog von Württemberg, Karl Eugen, zwischen 1763 und 1767 erbauten Schloss war ein Wirtschaftsgebäude angegliedert. An dessen Stelle wurde in den Jahren 1968/69 während der Regierungszeit von Ministerpräsident Hans Filbinger (CDU) eine zweigeschossige Villa errichtet, die ganz auf die Wohnbedürfnisse seiner Familie mit fünf Kindern zugeschnitten war.
Zuletzt nutzte Trumpf das Gebäude für Tagungen
Von Mitte der 1980-er Jahre an nutzte der damalige Ministerpräsident Lothar Späth (CDU) die Villa, wie das Finanzministerium mitteilte - von 2006 an dann der damalige Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU).
Von 2013 bis 2026 war die Liegenschaft demnach an die Firma Trumpf für Tagungen und Fortbildungen vermietet. Trumpf mit dem Firmensitz im nahen Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) gilt als einer der international führenden Hersteller von Werkzeugmaschinen und Lasertechnologie.
Das Schloss Solitude mit seiner Parkanlage ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Die Stadt Stuttgart bietet in dem Gebäude auch standesamtliche Trauungen an.
Gerlinde Kretschmann war die Dienstvilla als Zweitwohnsitz zu teuer
Özdemirs Vorgänger im Amt, Ex-Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), nutzte die Dienstvilla nicht und blieb mit seiner Frau Gerlinde lieber in seiner Heimat Laiz bei Sigmaringen wohnen. Eine Wohnung in der Stadt kam auch aus Kostengründen nicht infrage: «3.000 Euro Miete, so plus-minus, natürlich kalt, unmöbliert, das ist mir einfach zu teuer für eine Zweitwohnung. Und ich bin Schwäbin!», sagte Gerlinde Kretschmann 2011 dem SWR.
Kretschmann selbst argumentierte damals mit der Größe der Villa: «Das Haus ist für mich und meine Frau einfach zu groß», sagte er der «Bild»-Zeitung.