Schlangenhaut im Garten – Nachbarn fürchten um ihre Tiere
Mit Wärmebildkamera und wachsamen Ohren wird nach der ausgebüxten Königspython gesucht. Warum die Halterin trotzdem ruhig bleibt – und was wirklich hinter dem Ausbruch steckt.
Brachttal (dpa) - Nach dem Fund von Schlangenhaut im osthessischen Brachttal, die vermutlich von einer ausgebüxten Königspython stammt, sorgen sich die beiden Entdecker um ihre Hühner und Kaninchen und um andere kleinen Haustiere in der Nachbarschaft. Zwar handele es sich nicht um eine Giftschlange, doch sie habe ein «mulmiges Gefühl», wenn sie durch den Garten laufe, sagt Jessica Riemenschneider.
Sie und ihr Mann Jörg hatten die Hautreste am Dienstag auf einem Holzstapel ihres Grundstücks gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um Spuren einer im Nachbarhaus vermissten Schlange handeln könnte. Eine einheimische Schlangenart komme aufgrund der Größe und der auffälligen Musterung der Haut wahrscheinlich nicht infrage, erklärten die Ermittler.
Jessica und Jörg Riemenschneider hoffen, mit Hilfe einer geliehenen Wärmebildkamera, die sie im Garten aufstellen wollten, der Schlange auf die Spur zu kommen. Falls sie noch auf dem Gelände ist.
Halterin rätselt: Wie konnte Schlange Buddy entweichen?
Auch Ayleen Schmitt, die Halterin der entschwundenen Python, hofft, dass ihr Haustier möglichst bald gefunden und seinen Platz wieder im Terrarium finden wird. Wie ihre Schlange Buddy überhaupt daraus entweichen und möglicherweise an ihren Katzen vorbei durch ein gekipptes Badezimmerfenster aus der Erdgeschosswohnung ins Freie gelangen konnte, ist ihr ein Rätsel.
Schmitt war damals ein paar Tage verreist. Einige Wochen sei das inzwischen her. Die Schlange habe sie zwar seither vermisst, aber irgendwo in der Wohnung - möglicherweise hinter oder unter Möbelstücken - vermutet.
«Man muss sich keine Sorgen machen, weder um sich noch um Kinder noch um Haustiere», betont Schmitt. Buddy kenne nur Frostfutter und keine lebenden Tiere als Nahrung. «Es würde mich sehr wundern, wenn er sich hier irgendwas gefangen hätte.»
Finderin sorgt sich auch um kleine Kinder
Familie Riemenschneider steckt der Schrecken noch in den Knochen. Es sei ziemlich schnell klar gewesen, dass die Haut wegen ihrer Größe nicht von einer heimischen Schlange stammen könne, berichtet Jessica Riemenschneider. Sie achte nun auf jedes Rascheln, wenn sie durch den Garten laufe.
Dass es sich sehr wahrscheinlich um die Haut einer Schlange handele, die in der unmittelbaren Nachbarschaft ausgebüxt war, erfuhr die Familie erst, als die Geschichte von dem sonderbaren Fund in Brachttal (Main-Kinzig-Kreis) die Runde machte. Sorgen mache sie sich auch um kleine Kinder, die neugierig seien und gerne einmal etwas anfassten, sagt Jessica Riemenschneider. Nicht weit von dem Grundstück entfernt befindet sich ein Spielplatz.