Schneechaos in Hessen lässt nach – Straßen wieder frei
Der Schnee taut, die Busse fahren wieder: Das Chaos auf Hessens Straßen lässt nach. In der Region Gießen entspannt sich der Verkehr auf der A5 und der A480.
Frankfurt (dpa/lhe) - Das Verkehrschaos wegen Schnee und Glätte lässt in den betroffenen Regionen Hessens allmählich nach. Nur in der Region um Gießen könne es auf der A5 und A480 zu Einschränkungen kommen, teilte die Polizei mit. Am Morgen ging auf der A480 bei Reiskirchen «nichts mehr», wie ein Polizeisprecher sagte. Dort standen vier Lastwagen quer. Am Vormittag entspannte sich die Lage, es waren noch Pannenfahrzeuge vor Ort.
Die A5 bei Gießen musste bei Reiskirchen in Richtung Kassel in der Nacht für mehrere Stunden gesperrt werden. Massive Schneefälle hätten dafür gesorgt, dass etliche Lastwagen nicht mehr vorankamen. Auch in der Gegenrichtung standen zahlreiche Lastwagen auf dem Seitenstreifen. Wie viele Lastwagenfahrer in der Nacht auf der A5 übernachten mussten, war dem Sprecher nicht bekannt. Es sei eine «Riesenschlange» an Lastwagen gewesen.
Am Vormittag lief der Verkehr laut einem Polizeisprecher wieder. In Richtung Frankfurt ragten vereinzelt Lastwagen auf einen der beiden Fahrstreifen, was zu Verzögerungen führte. Die Fahrbahn sei weiterhin winterlich, der Schnee beginne zu tauen.
Autofahrerin gerät auf glatter Straße in Gegenverkehr
In Hessisch Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis) ist eine 39-Jährige mit ihrem Auto auf der glatten Fahrbahn ins Schleudern geraten. Das Auto stieß mit dem Wagen einer 34-Jährigen zusammen, die ihr entgegenkam. Die 39 Jahre alte Fahrerin wurde schwer verletzt. Sie musste aus dem Auto befreit und ins Krankenhaus gebracht werden. Die 34-Jährige wurde leicht verletzt. Zwischenzeitlich war die Bundesstraße 487 gesperrt, die Autos wurden abgeschleppt. Der Schaden wurde von der Polizei auf rund 25.000 Euro geschätzt.
Im restlichen Hessen berichteten die Polizeisprecher und -sprecherinnen am Vormittag von weitestgehend freien Straßen. Der Schnee beginne zu tauen. In Wiesbaden scheine sogar die Sonne, berichtete ein Sprecher.
Wie schaut es im öffentlichen Nahverkehr aus?
Im Gebiet des Nordhessischen VerkehrsVerbunds (NVV) fuhren die Busse seit dem Morgen größtenteils wieder regulär. Laut einer NVV-Sprecherin könnte es teils Verspätungen geben. Auch bei der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV) herrsche wieder Normalbetrieb. Nur bei den Buslinien in den steileren Lagen seien Ausfälle zu erwarten, berichtete eine Sprecherin der KVV.
Auf der Webseite des Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) heißt es, dass es im Laufe des Tages weiterhin zu Ausfällen und Verspätungen kommen könne. Wegen der Sperrungen auf den Autobahnen ist vor allem der Kreis Gießen von Ausfällen und Verspätungen betroffen. Zudem können wenige Orte von der Buslinie 371 wegen des Wetters nicht angefahren werden.
Dutzende Unfälle seit Sonntag
Die Situation auf den Straßen sah am Sonntag und Montag noch anders aus. In Osthessen wurden laut Polizei seit Sonntagabend mehr als hundert Unfälle gemeldet. Auf den Autobahnen hätten sich teils kilometerlange Staus gebildet. Oft waren liegengebliebene Lastwagen oder technische Defekte schuld. Einige Menschen wurden leicht verletzt, meist entstand nur Sachschaden.
In Ulrichstein (Vogelsbergkreis) und Cornberg (Kreis Hersfeld-Rotenburg) kamen zwei Autofahrer von der winterlichen Fahrbahn ab. Bei Fulda geriet ein 33-Jähriger auf einer Bundesstraße mit seinem Auto in den Gegenverkehr - es kam zur Kollision mit einem anderen Auto. In der Folge gab es noch einen Auffahrunfall. Auf der A5 bei Gemünden (Vogelsbergkreis) touchierte ein Fahrer mit seinem Wagen einen Sattelzug.