Tag der offenen Tür des neuen Kunstmuseums Reinhard Ernst
Hessens Landeshauptstadt hat ein neues Kunstmuseum, kubusartig und weiß. Der Schirmherr ist der erste Mann im Staat.
Wiesbaden (dpa) - Zu einem Tag der offenen Tür lädt das neue Wiesbadener Museum Reinhard Ernst des japanischen Stararchitekten Fumihiko Maki an diesem Sonntag ein. Der Publikumsbetrieb in dem weißen und lichtdurchfluteten Gebäude mit internationaler abstrakter Kunst seit 1945 startet erst zwei Tage später, am Dienstag. Schirmherr des Museums in der Wilhelmstraße 1 der hessischen Landeshauptstadt ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
An diesem Sonntag startet der schon seit Wochen ausgebuchte Tag der offenen Tür mit Reden des Stifters Reinhard Ernst, des Wiesbadener Oberbürgermeisters Gert-Uwe Mende (SPD) und des Gründungsdirektors Oliver Kornhoff (10.30 Uhr). Es folgen Rundgänge, Videovorführungen, digitale Farbexperimente und ein Workshop für Kinder.
Die erste Präsentation in dem Neubau mit dem Namen des Unternehmers Reinhard Ernst umfasst eine Auswahl von 60 der fast 1000 Werke des Kunstsammlers. Etwa alle zwei Jahre soll die Dauerausstellung mit neuen Kunstwerken aus dieser Kollektion bestückt werden. Hinzu kommen Sonderausstellungen.
Der Architekt Maki zählte zu den bedeutendsten Architekten in seiner Heimat Japan. 1993 erhielt er den Pritzker-Preis als weltweit höchste Auszeichnung in seinem Fach. Vor gut zwei Wochen starb Maki im Alter von 95 Jahren. Weltweit hatte er zehn Museen errichtet, darunter seinen kubusartigen Bau in Wiesbaden als einziges in Europa.
Baubeginn des neuen Gebäudes im Herzen von Wiesbaden war Ende 2019. Die Fertigstellung verzögerte sich auch wegen der Corona-Pandemie mehrmals. Die Baukosten beliefen sich laut dem Museum auf rund 80 Millionen Euro. Trägerin ist die gemeinnützige Reinhard & Sonja Ernst-Stiftung. Wiesbadener Bürger nennen das Museum «Zuckerwürfel».