Tipp vom Bruder hilft Stuttgarts Mittelstädt bei Siegtor
VfB-Verteidiger Maximilian Mittelstädt erzielt gegen Werder Bremen sehenswert das Siegtor – und erklärt den Treffer mit Tipps von seinem Bruder. Auch privat läuft es für den Nationalspieler.
Stuttgart (dpa/lsw) - Sebastian Hoeneß umarmte seinen Siegtorschützen Maximilian Mittelstädt innig, als nach 93 wenig ansehnlichen Minuten der für den VfB Stuttgart erlösende Abpfiff ertönte. Auf der späteren Presserunde gab sich der Trainer der Schwaben nach dem hart erkämpften 1:0 in der Fußball-Bundesliga gegen Werder Bremen zwar weniger emotional als noch auf dem Rasen, aber genauso wertschätzend in seinen Aussagen über den groß auftrumpfenden Linksverteidiger.
«Maxi steht so ein bisschen vielleicht symbolisch heute für diesen Willen, diese Moral, die Bereitschaft, den Gegner mit allem, was man hat, niederzukämpfen. Und darum ging es heute, und das hat Maxi auch getan», sagte Hoeneß nach dem Arbeitssieg gegen biedere Bremer. «Noch dazu hat er das entscheidende Tor geschossen.»
«Mein Bruder sagt immer: Lange Ecke flach, kurze Ecke hoch»
In der 7. Spielminute hatte der 29 Jahre alte Nationalspieler den Ball aus 14 Metern unter das Tordach gejagt, präzise und wohlüberlegt mit der Innenseite seines starken linken Fußes. Und dabei einen Tipp von Bruder Frederik beachtet, wie Mittelstädt gut gelaunt verriet: «Mein Bruder sagt immer: Lange Ecke flach, kurze Ecke hoch. Er ist auch ein Torwart.»
Direkt nach dem Spiel habe er eine Mitteilung von seinem Bruder erhalten: «Ich sag's dir immer wieder», habe der ihm geschrieben, erzählte Mittelstädt: «Von daher habe ich den zum Glück in die kurze Ecke hoch geknallt. Sehr schönes Gefühl.» Durch den zweiten Bundesliga-Sieg in Folge kletterten die Schwaben mit nun zwölf Punkten in die obere Tabellenhälfte.
Das Tor vorbereitet hatten Jamie Leweling und final Grischa Prömel, der einmal quer durch den Strafraum passte. «Der Ball kommt sehr gut durch. Ich habe ein bisschen auf den Rückraum spekuliert und natürlich Glück, dass der Ball dort auch hinkommt», beschrieb Mittelstädt seinen goldenen Moment. Nach der Pause verpasste der gebürtige Berliner knapp einen Doppelpack, als sein Flachschuss am Pfosten landete.
Auch neben dem Platz läuft es für Mittelstädt, mit seiner Partnerin erwartet er Nachwuchs. «Es ist viel los aktuell, aber sehr schön, sehr viel Positives, was jetzt gerade so auf mich hereinprasselt. Es sind einfach schöne Momente.» Das Schönste sei, Vater zu werden, «da freuen wir uns natürlich extrem drauf». Schön sei aber auch, für die beiden anstehenden Nations-League-Partien nominiert zu sein, ergänzte er flugs.
Hoeneß: Mittelstädt spielte trotz Krampf weiter
Hoeneß lobte Mittelstädt auch wegen seines Durchhaltevermögens. «Eigentlich hat er schon in der 75. (Minute) kurz angezeigt, dass es nicht mehr geht, weil er einen Krampf hatte in der linken Wade. Er stand ganz am Ende auch noch auf dem Platz», berichtete der Coach.
Dank seines Siegtorschützen sieht Hoeneß den VfB nach dem Stotterstart in der Liga wieder im Soll. «Jetzt sind wir wieder ein bisschen geklettert in der Bundesliga», stellte der Coach nach dem zweiten Ligasieg in Serie fest. Auch in der Champions League sei seine Elf mit sieben Punkten «in einer guten Position». Und im Pokal wartet das Achtelfinale gegen Zweitligist Dresden. «Das sind Positionen, von denen aus wir Dinge entwickeln können, und das haben wir auch vor.»
Gegen Bremen war davon noch nicht so viel zu sehen. Die Stuttgarter taten kaum mehr, als sie mussten. Chris Führich und Bilal El Khannouss hatten noch die vielversprechendsten Abschlüsse für die Schwaben, die wenig von der bei Galatasaray Istanbul (0:2) gezeigten Champions-League-Intensität in den Bundesliga-Alltag mitbrachten. Dafür stimmte dieses Mal das Ergebnis - Mittelstädt sei Dank.