Wiesbaden

Verkehrszählung mit Kamera und KI statt mit Klemmbrettern

Vertrauter Anblick: Für Straßenplanung und Lärmberechnung zählen manchmal Menschen auf Campingstühlen Autos auf bestimmten Strecken. Nun übernehmen Kameras dies in Hessen. Warum?

Ein Mitarbeiter des nordrhein-westfälischen Landesbetriebs Straßen.NRW zeigt einen Zettel für die herkömmliche Verkehrszählung per Hand. Foto: Jonas Güttler/dpa/Archivbild
Ein Mitarbeiter des nordrhein-westfälischen Landesbetriebs Straßen.NRW zeigt einen Zettel für die herkömmliche Verkehrszählung per Hand.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessen setzt bei der neuen bundesweiten Verkehrszählung erstmals generell auf Videokameras und Künstliche Intelligenz (KI) statt auf zählende Menschen auf Campingstühlen mit Klemmbrettern am Straßenrand. Zusammen mit Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen übernehme das Bundesland mit dieser flächendeckenden Aktion eine Führungsrolle im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr, teilte die Landesbehörde Hessen Mobil in Wiesbaden am Donnerstag mit.

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An insgesamt rund 3000 Zählstellen an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im Bundesland sollen zeitweise mit Kameras etwa auf Brücken Fahrzeuge statistisch registriert werden. Diese erfassen weder Insassen noch Kennzeichen, sondern nur Fahrzeugtypen. Die Zählungen sollen noch in diesem Monat beginnen und im Herbst 2025 abgeschlossen sein.

Laut einem Sprecher von Hessen Mobil ersetzen die Kameras in Hessen eine dreistellige Zahl Mitarbeiter. Die Videotechnik könne Tag und Nacht aktiv sein - dies und der ungewöhnlich lange Aktionszeitraum bis 2025 erhöhten die Datenqualität.

Die ermittelten Verkehrsbelastungen dienen Hessen Mobil zufolge als Datengrundlage für bundes- und landesweite Straßenplanungen, Straßenbau und Verkehrsmanagement. Überdies können die von KI ausgewerteten Daten von Forschungsinstitutionen, Verbänden und Bürgerinitiativen für Lärm- und Emissionsberechnungen sowie für Mobilitätsstudien genutzt werden.

Vorsichtshalber weist Hessen Mobil darauf hin, dass für die Montage der Kameras Mitarbeiter auf Brücken aktiv seien, «die keine Steinewerfer sind, sondern im Auftrag des Landes Hessen agieren».