Wie will die Bahn am Hauptbahnhof für Sicherheit sorgen?
Wem gehört die Tasche? Warum läuft jemand über die Gleise? Auf diese Sachen achtet das Präventionsteam am Hauptbahnhof. Auch Sicherheitsstreifen sind unterwegs. Wie arbeiten sie?
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Hunderttausende Menschen sind jeden Tag am Hauptbahnhof in Frankfurt. Da kommt es öfter zu gefährlichen Situationen. Um diese möglichst zu vermeiden, hat die Deutsche Bahn mehrere Strategien.
Was macht die Sicherheit am Frankfurter Hauptbahnhof besonders?
Täglich sind am Hauptbahnhof in Frankfurt 370.000 bis 400.000 Reisende unterwegs. Insgesamt halten rund 636.500 Mal pro Jahr Züge dort, schreibt die Deutsche Bahn.
«Der Frankfurter Hauptbahnhof ist natürlich grundsätzlich eine besondere Verkehrsstation in Deutschland, nicht nur, weil sie so hoch frequentiert ist», sagte Susanne Heinrichs, stellvertretende Bahnhofsmanagerin. Auch das Umfeld im Bahnhofsviertel mache den Bahnhof besonders.
Stephan Schmidt von der DB Sicherheit sagte: «Wir haben hier viele Menschen in prekären Lebenslagen, die hier natürlich sich im Bahnhof aufhalten, um zu betteln, um hier Obdach zu suchen.» Das seien besondere Herausforderungen.
Wie viele Streifen der DB Sicherheit sind unterwegs?
Damit sich die Hunderttausende Menschen möglichst sicher fühlen, sind rund um die Uhr Streifen der DB Sicherheit unterwegs. Bisher gab es am Hauptbahnhof fünf Streifen mit jeweils zwei Menschen, jetzt gibt es von 6 bis 22 Uhr eine sechste Doppelstreife durch das Sofortprogramm. Für die Tunnelstationen gab es laut Bahn bislang eine Doppelstreife. Auch die wird nun von 6 bis 22 Uhr verstärkt.
Außerdem sind auch Streifen der Bundespolizei am Bahnhof unterwegs. Zur genauen Anzahl macht die Polizei keine Angaben, es gebe aber regelmäßig Streifen am Hauptbahnhof. Zudem sei das Revier am Gleis 24 rund um die Uhr besetzt.
Was sind deren Aufgaben?
«Also insbesondere sind wir hier, um Präsenz zu zeigen», sagte Schmidt. «Wir sind immer ansprechbar für unsere Fahrgäste. Das ist nicht immer die große Sicherheitsmaßnahme, sondern kann auch mal eine einfache Fahrplanauskunft sein.»
Die Hausordnung sei die Grundlage der Tätigkeit. «Das bedeutet, unsere Kollegen setzen die Hausordnung hier in den Bahnhöfen durch», sagte Schmidt. Es gebe etwa Menschen, die sich «ohne Reiseabsicht» im Bahnhof aufhielten – etwa um Flaschen zu sammeln, zu betteln oder Obdach zu suchen. «Es kann aber auch der klassische E-Roller-Fahrer sein, der Fahrradfahrer», der durch den Bahnhof fahre.
Was macht das Präventionsteam?
Neben den Sicherheitsstreifen sind in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland auch vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Prävention zuständig. «Die Aufgabe der Prävention ist eigentlich ganz einfach erklärt: Wir wollen Unfälle vermeiden, bevor sie passieren», sagte Ronald Wachsmuth, der Teil des Präventionsteams ist. «Und das machen wir durch Aufklärung.»
Sie geben auch Präventionsunterricht an Schulen, erklären das sichere Verhalten an Bahnhöfen und Gleisen. «Ganz wichtig sind für uns vor allen Dingen Kinder und Jugendliche», sagte Wachsmuth. «Das sind die Heranwachsenden, die müssen die Gefahren erkennen, die kennen die meistens noch gar nicht.»
Aber auch auf der sogenannten Präventionsstreife durch den Bahnhof treffen sie immer wieder auf Menschen, die sich in Gefahr begeben. An diesem Dienstag läuft vor den Augen von Kollegin Janina Sittner im Gleisbereich ein Mann herum. Sie macht ihren Kollegen darauf aufmerksam, gemeinsam gehen sie zu ihm, klären ihn auf.
Auf dem Rückweg fällt ihnen eine Tüte auf, die verlassen rumsteht. Doch es gibt schnell Entwarnung: Von der Tüte geht keine Gefahr aus, es ist lediglich eine Flasche mit gelber Flüssigkeit darin. Sittner ruft die Reinigungskräfte an, die sich darum kümmern.
«Wir sind an den Bahnsteigen unterwegs, schauen, wie die Fahrgäste sich verhalten, gehen an sie ran, sprechen sie an», sagte Wachsmuth. Ein klassisches Beispiel sei die weiße Linie. «Bitte zurückgehen, wenn ein Zug durchfährt, Lebensgefahr», sagt er.
Wie verhalte ich mich möglichst sicher?
Stephan Schmidt von der DB Sicherheit sagt: «Immer die Augen offen halten, zu schauen, ist meine Tasche auch verschlossen, auf Wertgegenstände achten, schauen, wo sind unsere Streifen.» Die Streifen könnten Fahrgäste jederzeit ansprechen. «Dafür sind wir hier, und nicht zögerlich sein.»
Die Deutsche Bahn teilte mit, es sei wichtig auf Signaltöne oder Ansagen zu achten. Die weiße Linie kennzeichne den Sicherheitsbereich, zum Warten sollten Fahrgäste immer dahinter bleiben. «Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Züge durch-, ein- oder ausfahren.»