Kommentar

Drei Monate Betriebsferien im Schloss: Schwer verdaulich!

WN/OZ-Redakteurin Iris Kleefoot befürchtet, dass das Konzept der Gastronomie im Weinheimer Schloss nicht aufgeht.

„Wir befinden uns derzeit in den Betriebsferien“, heißt es auf dem Aushang. Foto: Katrin Oeldorf
„Wir befinden uns derzeit in den Betriebsferien“, heißt es auf dem Aushang.

So hatten sich die Weinheimer das sicher nicht vorgestellt. Erst war die bittere Pille zu schlucken, dass ein Konzept den Zuschlag bekam, das keine offene Bewirtung am Abend vorsieht. Stattdessen lag der Fokus auf vollmundig angekündigten Events, privaten Gesellschaften und nur am Rande auf Café und Mittagstisch. Dann sprang „Zugpferd“ und Oktoberfest-Organisator Arno Kiegele ab. Der hatte das kontrovers diskutierte Konzept zusammen mit Juliane Wasser vorgelegt. In einem nicht öffentlichen Verfahren konnte sich das Gastronomen-Team Ende 2022 unter sechs Bewerbern durchsetzen. Die Hoffnungen lagen auf der Wiederbelebung des Weinheimer Prestigeobjektes, das fünf Jahre lang leer stand.

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Jetzt liegen die Befürchtungen nahe, dass das Konzept mit mehreren Standbeinen immer weiter abgespeckt wird – bis nur noch die Eventlocation übrig bleibt. Zumindest muss nachjustiert werden, weil im Winter weniger Gäste kommen, so die Begründung. Jeder Marktplatz-Gastronom, der in diesen Monaten ebenfalls auf die Außenbewirtung verzichten muss, kann davon ein Lied singen. Drei Monate in der „Saure-Gurken-Zeit“ schließen, geht dort natürlich nicht. Und auch nicht, dass Angestellte für diese Zeit „freigestellt“ werden.

Im Schloss allerdings kann sich die Gastronomie voll auf die lukrativen Firmen- und Familienfeiern verlassen. Und wohl auf die Unterstützung der Stadtverwaltung als verständnisvolle Vermieterin, die alles daransetzt, dass der aktuelle Gastrobetrieb nicht scheitert. Dass sich die Stadt nicht weiter zum Agreement während der Betriebsferien äußert, öffnet Spekulationen Tür und Tor.

Für die Stadtverwaltung ist die lange Winterpause ein „bedauerlicher Zustand“, für die Weinheimer eine weitere bittere Pille.