Serie ab 25. Juli auf Sky

Jennifer Garner würde kein «Five-Star Weekend» organisieren

Nach einem Schicksalsschlag lädt eine Frau vier Freundinnen für ein Wochenende ein. Dabei brechen alte Konflikte auf, Geheimnisse kommen ans Licht. Jennifer Garner würde das im echten Leben nicht tun.

Jennifer Garner spielt die Hauptrolle in der Serie «The Five-Star Weekend». (Archivbild) Foto: Jordan Strauss/Invision/dpa
Jennifer Garner spielt die Hauptrolle in der Serie «The Five-Star Weekend». (Archivbild)

London (dpa) -   Auf ihrem Instagram-Kanal amüsiert Hollywood-Star Jennifer Garner ihre Follower regelmäßig mit ihrer «Möchtegern-Kochshow». Darin backt und kocht sie, manchmal mit ihrer Mutter, und bietet humorvolle Einblicke in ihre Küche. Ihre neueste Rolle ist davon nicht weit entfernt.

In der achtteiligen TV-Serie «The Five-Star Weekend» (Streamingstart am 25. Juli bei Sky), die auf dem gleichnamigen Roman von Elin Hilderbrand basiert, spielt Garner («Alias - Die Agentin») die Foodbloggerin und Kochbuchautorin Hollis Shaw. Deren scheinbar perfektes Leben bricht zusammen, als ihr Ehemann bei einem Unfall ums Leben kommt. Neben der Trauer leidet Hollis auch darunter, dass es vor dem Tod ihres Mannes Eheprobleme gab.

Eine perfekte Gastgeberin, keine perfekte Ehe

«Ich glaube, sie hatte sich schon während ihrer Ehe eine Identität aufgebaut, in der sie die perfekte Köchin, die perfekte Fürsorgliche und die perfekte Gastgeberin ist», erklärt Garner im Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Gleichzeitig vermeidet sie genau die Gespräche mit ihrem Mann, die sie eigentlich hätten führen müssen. Beide wissen, dass sie sich ehrlich mit ihrer Ehe auseinandersetzen müssten, aber sie tun es nicht.»

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Links nach rechts: Gemma Chan als Gigi, Jennifer Garner als Hollis, Harlow Jane als Caroline, Chloë Sevigny als Tatum und Regina Hall als Dru-Ann in einer Szene aus «The Five-Star Weekend». Die achtteilige TV-Serie ist ab 25. Juli bei Sky zu sehen. Foto: Adam Rose/Peacock/Universal/dpa
Links nach rechts: Gemma Chan als Gigi, Jennifer Garner als Hollis, Harlow Jane als Caroline, Chloë Sevigny als Tatum und Regina Hall als Dru-Ann in einer Szene aus «The Five-Star Weekend». Die achtteilige TV-Serie ist ab 25. Juli bei Sky zu sehen.

Um auf andere Gedanken zu kommen, organisiert sie auf der Insel Nantucket, wo sie aufwuchs, ein ungewöhnliches Treffen: Sie lädt vier Frauen ein, die sie in ganz unterschiedlichen Lebensabschnitten begleitet haben und jeweils für eine prägende Phase ihres Lebens stehen. «Das Wochenende zeigt letztlich die vielen verschiedenen Gesichter von Trauer und wie Freundschaften einen dabei zugleich herausfordern und auffangen können», sagt Garner.

Vier Freundinnen und eine Außenseiterin

In Nantucket zeigt sich, dass Hollis' Freundinnen ihre ganz eigenen Krisen durchmachen. Ihre Jugendfreundin Tatum (Chloë Sevigny) sorgt sich um ihre Gesundheit. Ihre einstige College-Mitbewohnerin Dru-Ann (Regina Hall), eine bekannte Sportagentin, steht nach einem unvorteilhaften Social-Media-Video in der Kritik und droht ihren Job zu verlieren. Brooke (D'Arcy Carden), die Hollis als junge Mutter kennengelernt hat, kämpft mit Eheproblemen.

Komplettiert wird die Runde durch die Außenseiterin Gigi (Gemma Chan), die Hollis durch ihren Blog kennengelernt hat. «Gigi kommt in eine völlig ungewohnte Umgebung», erklärt Chan im dpa-Interview. «Sie kennt keine der anderen Frauen und hat Hollis vorher noch nie persönlich getroffen. Sie springt einfach ins kalte Wasser und muss sich darauf einlassen. Ich glaube, Gigi war einsam und hat sich nach echter Verbindung gesehnt.» Und sie hat ein Geheimnis.

Begleitet wird das Wochenende von Hollis' Tochter Caroline (Harlow Jane), die als Praktikantin an einer Film-Dokumentation arbeitet. In ihrer alten Heimat Nantucket trifft Hollis außerdem alte Bekannte wieder, darunter ihre Jugendliebe Jack (Timothy Olyphant).

Ein Hauch von Rosamunde Pilcher

Was ein erholsames Treffen voller Spaß werden sollte, entwickelt sich zu einem turbulenten Wochenende, an dem verschiedene Persönlichkeiten mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten aufeinandertreffen. Dabei brechen alte Konflikte auf und unbequeme Wahrheiten kommen ans Licht. Es geht um Eifersucht, Schuldgefühle und Verbitterung. So werden langjährige Freundschaften im idyllischen Nantucket auf eine harte Probe gestellt.

Geschichten von Liebe und Verlust, menschliche Schicksale, dazu malerische Landschaften - das erinnert ein wenig an die populären Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen beim ZDF. Statt Cornwall ist es hier Nantucket. Statt deutscher Schauspiel-Prominenz sind in «The Five-Star Weekend» einige von Hollywoods Topstars zu sehen. Die Handlung ist nicht kitschfrei und teilweise vorhersehbar, aber sehr unterhaltsam.

Während die Serie oberflächlich schöne Kulissen mit Urlaubsflair und sehr viel leckeres Essen zeigt, stehen im Mittelpunkt tiefgreifende Fragen über den Umgang mit Verlust, gesundheitlichen Problemen, beruflichem Druck und lebensverändernden Entscheidungen.

Chloë Sevigny findet Serie sehr Mainstream

Neben Jennifer Garner überzeugt Regina Hall («Scary Movie») als trotziger Workaholic, der mit Social Media und Cancel Culture hadert. Besonders erfrischend ist die sonst auf Indie-Produktionen abonnierte Chloë Sevigny, die im «Deadline»-Interview zugab, dass «The Five-Star Weekend» eigentlich zu sehr Mainstream für sie sei. «Es ist ein Geschenk an meine Mutter», erklärte sie. «Ich weiß, dass sie und ihre Freunde es lieben werden.»

Im richtigen Leben würde Jennifer Garner übrigens kein solches Wochenende mit Freunden aus unterschiedlichen Lebensphasen organisieren wollen. «Sie sind alle sehr verschieden, und ich selbst bin mit jedem von ihnen ein wenig anders», erklärt sie. «Jeder erwartet etwas anderes von mir. Deshalb könnte so ein gemeinsames Wochenende durchaus etwas unangenehm werden – genauso wie bei Hollis. Ob daraus Eifersucht entstehen würde wie in der Serie, weiß ich nicht, aber es könnte sich durchaus zu einem kleinen Chaos entwickeln.»