Lebensmittel

Nachfrage nach Bioprodukten boomt - Anbau kommt nicht nach

Besserer Geschmack, weniger Schadstoffe: Die Nachfrage nach Bioprodukten boomt trotz höherer Preise. Aber zu wenige Landwirte in Deutschland bauen nachhaltig an.

In Nürnberg eröffnet die weltweit größte Messe der Biobranche. Produkte aus nachhaltigem Anbau boomen (Archivbild). Foto: Daniel Karmann/dpa
In Nürnberg eröffnet die weltweit größte Messe der Biobranche. Produkte aus nachhaltigem Anbau boomen (Archivbild).

Nürnberg (dpa) - Der Markt für Bioprodukte in Deutschland boomt. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln sei in Deutschland im vergangenen Jahr um 6,7 Prozent auf 18,23 Milliarden Euro gewachsen, teilte der Bio-Spitzenverband BÖLW mit. Die Öko-Anbaufläche sei dagegen nur um 1,1 Prozent gewachsen. Der Bio-Anteil an der Gesamtfläche in Deutschland betrage 11,7 Prozent. Damit wirtschafte jeder siebte Hof in Deutschland ökologisch. 

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Am Mittwoch eröffnete in Nürnberg auch die BIOFACH, die weltweit größte Messe für Bio-Lebensmittel und Naturkosmetik. 

«Chancen so gut wie schon lange nicht mehr»

Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) forderte Landwirte zur Umstellung auf Bio-Erzeugung auf. «Die Chancen für umstellungswillige Betriebe sind so gut wie schon lange nicht mehr», sagte die Ministerin. Bayern habe sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 den Anteil an Bio-Anbau auf 30 Prozent der Fläche auszubauen. Bisher werden 14 Prozent der Anbaufläche biologisch bewirtschaftet. 

Die große Nachfrage nach Bioware werde von der bayerischen Landwirtschaft noch nicht widergespiegelt. Nach vorläufigen Zahlen habe Bayern im vergangenen Jahr von 430.000 Hektar Ökofläche bis zu 5.000 Hektar verloren. Etwas mehr als 300 der rund 11.800 Ökobetriebe seien aus der Förderung des Ökolandbaus ausgestiegen, 266 seien auf der anderen Seite dazugekommen. 

Die Grünen kritisierten das politische Umfeld. Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln in Europa wachse, trotzdem gehe die Umstellung auf ökologischen Landbau zurück, gerade in Deutschland, sagte der Grünen-EU-Parlamentarier Martin Häusling. «Das ist absurd und Ausdruck politischer Kurzsichtigkeit.»